Organspende: Im Bundestag steht die Debatte über zwei Gesetzentwürfe an
Ausfüllen eines Organspendeausweises

06.06.2020

Bundesweiter Tag der Organspende erstmals digital Geschenkte Lebensjahre

Hat die Corona-Krise auch Auswirkungen auf die Zahl der Organspenden in Deutschland? Am bundesweiten Tag der Organspende am Samstag wollen Medizin und Politik für eine größere Spendenbereitschaft werben.

Mehr als 9.000 Patienten auf der Warteliste, erneuter Rückgang bei Organspenden: Wenn es um das Thema Organtransplantation geht, wird oft über Zahlen und Statistiken gestritten. Beim bundesweiten Tag der Organspende, der am Samstag erstmals nur online begangen wird, soll das anders sein.

Mit zahlreichen virtuellen Aktionen will die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) Spendern und Empfängern ein Gesicht geben. Im Vorfeld hatte die DSO deshalb an alle Organempfänger in Deutschland appelliert, sich an der Online-Aktion "Geschenkte Lebensjahre" zu beteiligen. "Alle Organempfänger sind bundesweit aufgerufen, ihre Botschaft des Dankes mit einem Bild auf www.organspendetag.de/aktionstag hochzuladen", so die DSO. Die Zahl der geschenkten Lebensjahre solle dann zu einem Fotomosaik zusammengestellt werden, das am Samstag veröffentlicht wird.

Virtuelle Events und Aktionen

Geplant sind weitere virtuelle Events und Aktionen auf der neuen Homepage sowie in den sozialen Netzwerken. So sollen Teilnehmer durch Facebook-Profilbildanpassungen die Aktion symbolisch unterstützen oder mit E-Cards persönliche Botschaften versenden.

Wie wichtig es ist, das Thema Organspende in der Öffentlichkeit zu verankern, zeigen die jüngsten Statistiken: So ist die Zahl der Organspenden in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum selben Zeitraum 2019 deutlich um 11,5 Prozent angestiegen. 330 Menschen spendeten postmortal ihre Organe. Zugleich teilte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit, dass sich offenbar immer mehr Bundesbürger mit dem Thema Organspende auseinandersetzen. Von Januar bis Ende April gingen bei ihr Bestellungen für rund 2,23 Millionen Organspendeausweise ein. Das entspricht einem Anstieg von 33 Prozent.

Gesteigerte Aufmerksamkeit für das Thema Organspende

Als Grund nennen die Experten die gesteigerte Aufmerksamkeit für das Thema wegen der Bundestagsdebatten zur Neuregelung der Organspende. Im Januar hatte die Mehrheit im Parlament entschieden, dass für eine Organspende weiterhin die vorab dokumentierte ausdrückliche Zustimmung des Spenders - und ersatzweise die der Angehörigen - nötig ist. Nach langen Debatten wurde das in vielen anderen europäischen Staaten eingeführte Modell einer Widerspruchslösung damit abgelehnt. Es sah vor, dass jeder Bürger Organspender ist - außer, er hat ausdrücklich widersprochen.

Ob mit den positiven Zahlen langfristig eine Trendwende eingeläutet ist, lässt sich allerdings nicht einschätzen. Auch die Corona-Pandemie könnte das verhindern. "In europäischen Nachbarländern - insbesondere denen, die eine hohe Zahl von Covid-19-Patienten aufweisen - ist die Organspende im März zum Teil deutlich zurückgegangen", bedauerte DSO-Chef Axel Rahmel.

In den vergangenen Jahren waren die Kurven in den Spenderstatistiken aus Sicht der Transplantationsmediziner nicht sehr erfreulich verlaufen. 2019 hatten in Deutschland 932 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. 2018 waren es 955 Spender. 2017 war der bislang absolute Tiefpunkt mit 731 Spendern erreicht worden.

Strukturverbesserungen in der Transplantationsmedizin

Grund zum Optimismus sieht die DSO durch verbesserte Zusammenarbeit mit den rund 1.300 Entnahmekrankenhäusern. Sie meldeten 2019 rund 3.020 potenzielle Organspender - 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Auszahlen können sich damit die Strukturverbesserungen in der Transplantationsmedizin, die der Bundestag zuvor beschlossen hatte: Seit Frühjahr 2019 erhalten Krankenhäuser mehr Geld für Organtransplantationen. Die Position der derzeit rund 1.600 Transplantationsbeauftragten wurde gestärkt.

Spannend sind die Erkenntnisse der DSO, wie sich die Angehörigen verhalten. Eine schriftliche Willensbekundung lag demnach 2019 nur bei 15 Prozent der möglichen Organspender vor. In rund 40 Prozent der Fälle entschieden die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen und - falls der nicht zu ermitteln ist - in rund 19 Prozent nach ihren eigenen Wertvorstellungen. Der Anteil der Ablehnung einer Organspende ist im letztgenannten Fall besonders hoch: 2019 beruhten 41 Prozent der Ablehnungen auf einer alleinigen Entscheidung der Angehörigen. Eine Zahl, die zeigt, wie viel Überzeugungsarbeit die Befürworter der Organspende in Deutschland leisten müssen.

Christoph Arens
(KNA)

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