Peter Dabrock
Ethik-Professor Peter Dabrock

05.07.2019

Auch russischer Forscher will Embryonen genetisch verändern Ethikrat zeigt sich bestürzt

Als zweiter Wissenschaftler weltweit hat der russische Genetiker Denis Rebrikov ankündigt, genetisch veränderte Babys zur Welt bringen zu lassen. Der Deutsche Ethikrat zeigt sich entsetzt. Solche Versuche seien ethisch nicht zu legitimieren

Wie das in London erscheinende Fachmagazin "New Scientist" berichtet, hat Rebrikov fünf Elternpaare identifiziert, die alle an einer genetisch bedingten Gehörlosigkeit leiden. Sie wünschten sich ein Kind, das hören könne.

Deutsche Wissenschaftler äußerten am Freitag deutliche Kritik an den geplanten Eingriffen in die menschliche Keimbahn. Sie begrüßten aber, dass Rebrikov im Gegensatz zu dem chinesischen Forscher He Jiankui seine Pläne öffentlich kommuniziere. Der chinesische Wissenschaftler hatte im November die Geburt von Zwillingsmädchen mitgeteilt, in deren Erbgut bereits im frühen Embryostadium mithilfe der Genschere CRISPR/Cas eine Erbanlage ausgeschaltet worden war.

Dem Magazin sagte der Moskauer Wissenschaftler, die gehörlosen Paaren seien für die Behandlung geeignet, weil sie sogar mit Hilfe einer Präimplantationsdiagnostik und künstlicher Befruchtung keine von der Mutation nicht betroffenen Embryonen zeugen könnten.

Wild-West-Mentalität der Forscher

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, erklärte, es drohe eine Wild-West-Mentalität der Forscher bei Eingriffen in die menschliche Keimbahn. Gegenwärtig seien solche Versuche ethisch nicht zu legitimieren, fügte der evangelische Theologe hinzu.

Das Risiko für die betroffenen Kinder und alle ihre Nachkommen sei überhaupt noch nicht abzuschätzen. Zudem hätten Eingriffe in die Keimbahn eine solche Bedeutung für die Menschheit, dass zunächst eine intensive gesellschaftliche Debatte über Grenzen und Möglichkeiten notwendig sei.

Der Deutsche Ethikrat hatte im Mai ein Forschungsmoratorium in diesem Bereich gefordert. Klinische Eingriffe in das Erbgut des Menschen seien derzeit wegen ihrer unabsehbaren Risiken unverantwortlich.

Zusätzlich zu weiterer Forschung sollte eine internationale Institution Standards für Keimbahneingriffe am Menschen erarbeiten und sich mit den medizinischen und gesellschaftlichen Folgen befassen.

Wissen um Auswirkungen noch zu gering

Auch die Münchner Medizinethikerin Alena Buyx bezeichnete die Versuche als unverantwortlich. Selbst wenn Keimbahneingriffe sicher sein sollten, so wären klinische Erstversuche nur für schwere erbliche Erkrankungen zu erwägen. "Erste Versuche sollten nicht an zukünftigen Kindern erfolgen, die auch mit der genetischen Mutation ein relativ normales Leben führen können, und für die es zudem etablierte Behandlungsmöglichkeiten gibt."

Der Leiter der Forschungsgruppe Stammzellbiologie und Entwicklungsgenetik am Francis Crick Institute in London, Robin Lovell-Badge, erklärte, das Wissen um die Auswirkungen der Genreparatur sei noch viel zu gering. "Noch hat niemand die Korrektur eines fehlerhaften Gens in allen Zellen eines menschlichen Embryos erreicht", betonte er.

Notwendig seien Aufsicht, Kontrolle und langfristige Nachverfolgung. "Das kann kein Einzelner entscheiden - die Situation ist einfach zu komplex. Es gibt technische Probleme, die es zu überwinden gilt."

(KNA)

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