20.03.2019

Diskussion um Künstliche Intelligenz Bischof warnt vor mehr Ungerechtigkeit

Der Sekretär des Päpstlichen Rates für die Kultur, Paul Tighe, warnt davor, dass Künstliche Intelligenz die Ungerechtigkeit in der Welt vergrößern könnte. Die EU erarbeitet derzeit Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI.

Wenn KI enorme wirtschaftliche Vorteile in bestimmten Händen konzentriere, bestehe dann nicht die Gefahr, dass sie nicht dem Wohl aller diene, fragte der Bischof am Dienstag bei einer Veranstaltung im Europaparlament in Brüssel. 

Rabbi Ephraim Mirvis erklärte, die KI berge die Gefahr des Verzichts auf die eigene moralische Entscheidungshoheit. Mirvis zitierte das Beispiel eines führerlosen Autos, das bei drohendem Unfall zwischen mehreren Personen als Opfern entscheiden müsste.

Der Einwand, dass die Entscheidung letztlich doch von Menschen in den programmierenden Unternehmen getroffen werde, steche nicht, machte der Chef-Rabbi der Vereinigten Hebräischen Kongregation des Commonwealth klar, denn: "Wer ernannte sie, in wessen Namen treffen sie solche Entscheidungen und wem sind sie verantwortlich?"

Plädoyer für mehr klassische Bildung

Der evangelische Theologe Peter Dabrock wies angesichts der Potentiale der KI zur Verbesserung des Lebens zunächst darauf hin, dass die Menschen nicht nur für Handlungen sondern auch Unterlassungen verantwortlich seien. Gleichzeitig warnte der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates mit Blick auf die Menschenwürde vor Risiken, zumal teilweise selbst Programmierer die Logik der Entscheidungen maschinenbasierter Algorithmen nicht mehr nachvollziehen könnten.

Dabrock, der im Namen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sprach, plädierte angesichts der komplexen Herausforderungen von KI unter anderem für mehr klassische Bildung, etwa die Lektüre von Goethes Faust, Shakespeares Dramen und der Bibel.

Warnung vor Fake News

Vor folgenreicheren Fake News warnte Mike Flood von den Internationalen Humanisten. Er nannte unter anderem das Beispiel von über whatsapp verbreiteten Gerüchten in Indien, die mit Lynchmorden in Verbindung gebracht wurden. Wenn extrem realistisch wirkende Fake-Videos auf Youtube, Instagram und Twitter auftauchten, "können wir noch Schlimmeres erwarten", sagte Flood.

(epd)

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