Pater Richard Henkes
Pater Richard Henkes

22.02.2019

Pater Henkes soll 2019 seliggesprochen werden Wer war der mutige Prediger?

Es ist die bislang einzige geplante Seligsprechung eines deutschen Geistlichen 2019: Aber wann der Pallottinerpater Richard Henkes in die Schar der Seeligen aufgenommen wird, steht noch nicht fest. An diesem Freitag ist sein Todestag.

DOMRADIO.DE: Pater Henkes stammt aus dem Westerwald. Er starb nach seinem Kampf gegen den Nationalsozialismus am 22. Februar 1945 im Konzentrationslager Dachau. Der Limburger Bischof Georg Bätzing betonte, Pater Henkes habe sich der Bevormundung des Denkens und Glaubens in der Nazizeit mutig entgegengestellt. Wie hat er das gemacht?

Pater Hubert Lenz (Professor für Philosophie und evangelisierende Pastoral an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar): Er wirkte ab 1931 in den damaligen deutschen Ostgebieten. Er hat dort, als die Nazis an die Macht kamen, sich ganz schnell mit dem Weltbild und dem Menschenbild der Nazis auseinandergesetzt. Er hat eigentlich von Anfang an klar in Predigten Stellung bezogen und später auch in Volksmissionen sowie sehr öffentlichen Predigten. Das war zum Beispiel auf dem Annaberg vor circa 12.000 Menschen, wo er immer wieder deutlich machte, dass jeder Mensch die gleiche Würde hat - ob gesund oder krank, egal welche Nationalität. Er hat da wirklich Stellung bezogen. Das war schon so markant, dass seine Schwester ihn warnte, doch ein bisschen aufzupassen. Darauf erwiderte er, einer müsse die Wahrheit sagen. Das ist ein Stück Leitmotiv seines Lebens gewesen. "Viele sind ängstlich, aber ich fühle mich gerufen, klar Flagge zu zeigen."

DOMRADIO.DE: Das war den Nazis ein Dorn im Auge. Er wurde dann auch 1943 verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Gab es denn für diese Verhaftung noch einen konkreten Anlass?

Lenz: Anfang der 1940er Jahre war er nicht das erste Mal im Fokus der Nationalsozialisten. Er wurde immer wieder vorgeladen und ihm wurde 1937 schon das erste Mal der Prozess gemacht. In den letzten Jahren vor 1943 predigte er sehr massiv gegen Euthanasie. Er hat öffentlich und mehrfach auf der Kanzel gesagt, dass Tötung von wehrlosen Menschen Mord sei. Wo andere versucht haben, drum herum zu reden, hat er klare Begriffe gefunden. 1943 hat er sich darüber geäußert, wie das Militär auftritt. Dann kam es zur Verhaftung.

DOMRADIO.DE: Das klingt nach einem Mann, der sehr mutig und fest im Glauben gestanden hat und seine Ziele verfolgt hat. Ist das auch der Grund, warum er jetzt seliggesprochen wird?

Lenz: Da kommt mehreres zusammen. Das eine ist wirklich dieses markante klare Zeugnis. Er ist nicht der einzige Pallottiner, der so markant Zeugnis abgelegt hat. Aber er ist der Vorreiter. Das zweite war seine unglaubliche Menschen-Zugewandtheit. Er hat sich dann im KZ Dachau, als in einem Block eine Typhus-Epidemie ausbrach und die Nazis diesen unter Quarantäne gestellt hatten, um die Kranken und Sterbenden gekümmert. Da hat er auf eine ganz beeindruckende Weise freiwillig geholfen. Er selber war zwar geimpft, aber er hat sich nach einigen Wochen dann aber selber angesteckt und starb am heutigen Tag im Jahre 1945.

Das Interview führte Heike Sicconi.

(DR)

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