Katholische Bischöfe treffen Religionsvertreter in Haifa
Im Februar 2019 kommen die Spitzen aller Bischofskonferenzen im Vatikan zusammen

29.11.2018

"Gipfeltreffen" zur Missbrauchsaufarbeitung im Vatikan Fast eine Mini-Synode

Im Februar 2019 wird sich zeigen, wie die Weltkirche mit dem Thema Missbrauch umzugehen gedenkt. Die Erwartungen sind hoch, zumal das Thema bei der Bischofssynode im Oktober zwar angesprochen, Konkretes aber nicht gesagt wurde.

Die Einberufung der Spitzen aller Bischofskonferenzen, der Kurienchefs und führenden Ordensvertreter im Vatikan zum Thema Missbrauch in der Kirche ist bisher ohne Beispiel. So war zunächst auch wenig klar, wie genau die von Franziskus einberufene Versammlung ablaufen soll.

Nun zeichnen sich erste Konturen ab: Das Treffen ist, entgegen verschiedener Forderungen, keine Bischofssynode. Es soll ihr jedoch ähneln und entsprechende Erfahrungen nutzen, erläuterte Maltas Erzbischof Charles Scicluna.

Ähnliches Vorgehen wie bei Bischofssynoden

Er gehört zu dem aus vier Personen bestehenden Vorbereitungsgremium des Anti-Missbrauchsgipfels; die übrigen Mitglieder sind Kardinal Blase J. Cupich (Chicago), Kardinal Oswald Gracias (Bombay) und der deutsche Jesuit und Psychologe P. Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom sowie Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission.

Das Vorbereitungsgremium soll sich Mitte Dezember erstmals im Vatikan treffen. Die Mitglieder gaben in Interviews bereits erste Details bekannt, die dem Vorgehen bei Bischofssynoden ähneln: Aus Fragebögen an alle Teilnehmer soll eine Grundlage für die Beratungen erstellt werden.

Bei der Versammlung im Februar 2019 soll es Plenarsitzungen, nach Sprachen geordnete Kleingruppen mit Arbeitsaufträgen sowie Anhörungen externer Fachleute und Betroffener geben. So wäre laut Scicluna denkbar, dass Bischöfe, die sich bislang wenig oder gar nicht mit dem Thema befasst haben, Opfern von Missbrauch und deren Angehörigen, reuigen Tätern, Juristen und Psychologen zuhören müssen.

Geplant ist auch ein Bußgottesdienst, an dem Opfer von Missbrauch teilnehmen.

Laut Vatikansprecher Greg Burke werden insgesamt rund 180 Teilnehmer erwartet: Etwa 113 Vorsitzende von Bischofskonferenzen sowie 70 Experten, unter ihnen Leiter von Vatikan-Dikasterien, Ordensleute und Missbrauchsopfer. Papst Franziskus will bei allen Arbeitssitzungen dabei sein. Die Versammlung, bei der es um den Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch und dessen Prävention gehen soll, ähnelt in vielen Dingen also einer Bischofssynode. 

Beteiligung Betroffener noch unklar

An der Vorbereitung dieses Bischofstreffens wirken neben der Päpstlichen Kinderschutzkommission unter Leitung von Kardinal Seán P. O'Malley OFM.Cap (Boston) auch zwei weibliche Laien mit: die Italienerinnen Gabriella Gambino und Linda Ghisoni, Untersekretärinnen der Vatikanbehörde für Laien sowie Familie und Leben.

Welche und wie viele von Missbrauch Betroffene beteiligt werden sollen, ist noch offen. Eine Vatikan-Mitteilung dazu wird für Dezember erwartet. Interessant wird zudem sein, welches Gewicht sie bei dem Treffen haben werden. Bisher heißt es, sie sollten sowohl bei der Vorbereitung als auch während der Versammlung gehört werden.

Vatikansprecher Burke hatte betont, die Beratungen seien "in erster Linie für Bischöfe" bestimmt. Dieser Hinweis dürfte Hoffnungen auf Mitsprache von Laien bei Entscheidungen dämpfen.

Noch ist zudem auch unklar, was am Ende der Beratungen stehen soll. Ist etwa ein Schlussdokument wie bei Synoden geplant? Immerhin unterstrich Burke, die Bischöfe trügen "viel Verantwortung für dieses gravierende Problem". Scicluna betonte, das Treffen im Februar sei "nur der Beginn eines Prozesses".

Stefanie Stahlhofen
(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 22.10.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Beichten zwischen Himmel und Erde – "Beichtgondel" am Katrin-Berg in Ischl
  • Wer war die Heilige Ursula und was passiert bei der Ursula-Festwoche?
  • Kirchenwald der Diözese Passau: Wie nutzt man ihn schöpfungsorientiert?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff