Kardinal Blase Joseph Cupich
Kardinal Blase Joseph Cupich
Kardinal Donald William Wuerl (l.)
Kardinal Donald William Wuerl (l.)

19.11.2018

Pläne zur US-Missbrauchsaufarbeitung bleiben nebulös Alternativplan der Kardinäle Cupich und Wuerl?

Auf ihrer Vollversammlung wollten die US-Bischöfe Verhaltensnormen verabschieden, wurden aber vom Vatikan gestoppt. Danach kursierten Meldungen, es habe einen Alternativplan der Bischöfe Cupich und Wuerl gegeben. Diese dementieren nun.

Chicagos Kardinal Blase Cupich weist Berichte zurück, er habe einen Alternativplan für die Verantwortlichkeit von Bischöfen im Umgang mit sexuellem Missbrauch ausgearbeitet. "Diese Behauptung ist falsch", sagte Cupich dem Portal "Crux Now".

Das private katholische Mediennetzwerk CNA/EWTN hatte zuvor berichtet, Cupich und Washingtons Kardinal Donald Wuerl hätten im Vorfeld der Herbsttagung der US-Bischöfe vergangene Woche in Baltimore einen eigenen Plan vorbereitet, wie die Missbrauchsfälle in den eigenen Reihen aufzuarbeiten seien.

Lediglich ein erarbeiteter Vorschlag

Er habe lediglich einen Vorschlag erarbeitet, der darauf abziele, die Verantwortung der Bischöfe zu stärken, damit nicht entsprechende Anschuldigungen direkt bei ausgelagerten Instanzen landeten, erklärte Cupich. Dies habe er mit einigen Amtsbrüdern in Baltimore diskutiert. Wuerl habe aber als einziger von diesen keinen Kommentar dazu abgegeben.

CNA hatte berichtet, in Rom sei ein sogenannter Wuerl-Plan bekannt, an dem Cupich und Wuerl "wochenlang" gearbeitet hätten. Dieser Plan soll laut CNA auch der vatikanischen Bischofskongregation vorgelegen haben. "Zu keinem Zeitpunkt vor dem Treffen in Baltimore haben wir beide zusammengearbeitet", sagte Cupich zu "Crux Now". Ein Sprecher Wuerls wies diese Darstellung ebenfalls zurück.

Vatikan interveniert

In Baltimore hatte die US-Bischofskonferenz Verhaltensnormen für Bischöfe vorbereitet. Auch über die Einrichtung einer Kontrollkommission von Laien sowie die Verantwortung der Bischöfe bei Missbrauchsfällen sollte beraten werden.

Eine Abstimmung kam aber nicht zustande, da der Vatikan die Bischöfe unmittelbar vor der Tagung ersucht hatte, nicht dem Treffen der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen weltweit vorzugreifen. Dort soll das Thema Missbrauch im Februar umfassend erörtert werden. Die Entscheidung aus Rom sorgte für Proteste und Unverständnis in und außerhalb der US-Kirche.

(KNA)

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