Prinz Charles
Prinz Charles

27.07.2018

Prinz Charles äußert sich zu Freundschaft mit pädophilem Bischof Er geht auf Distanz

Prinz Charles hat sich von einem pädophilen anglikanischen Bischof distanziert, mit dem er lange Jahre befreundet war. Vor einem britischen Ausschuss zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch wurde ein Brief des Prinzen zu dem Fall vorgelesen.

Darin wandte er sich gegen Spekulationen in den Medien, wonach er sich in das Verfahren gegen den früheren Bischof Peter Ball eingemischt habe.

Der ehemalige anglikanische Bischof von Gloucester war 2015 zu 32 Monaten Haft wegen "Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt" sowie zu 15 Monaten wegen "sexueller Nötigung" verurteilt worden. Der 83-Jährige hatte zuvor gestanden, 18 Teenager und junge Männer zwischen 1977 und 1992 sexuell missbraucht zu haben. Schon Anfang der 90er Jahre hatte eines der Opfer den damaligen Bischof beschuldigt. Ball war damals nur verwarnt worden.

Nicht in Ermittlungen eingemischt

Britische Medien berichteten, Mitglieder der Königsfamilie hätten in den Fall interveniert. Dem widersprach Prinz Charles nun in seiner Stellungnahme: Zwar habe er mit dem Bischof immer wieder Briefe ausgetauscht, aber er habe sich nicht in die Ermittlungen der Polizei eingemischt.

Charles fügte hinzu, dass er bedauere sich in dem Bischof getäuscht zu haben: "Es ist wichtig zu erwähnen, dass in den 80er und 90er Jahren grundsätzlich davon ausgegangen wurde, dass Menschen wie Bischöfen geglaubt werden kann." Peter Ball habe ihm gegenüber erklärt, er sei ein Opfer von "Indiskretion" geworden, was dann zu seinem Rücktritt als Bischof geführt habe. Nach Balls Verurteilung 2015 habe er den Kontakt zu dem Bischof sofort abgebrochen, berichtete Charles.

Bischof finanziell unterstützt

Der Prinz bestätigte allerdings, den Bischof nach dessen Rücktritt finanziell unterstützt zu haben, indem er ihm ab und an kleine Geldgeschenke gemacht habe. Zudem habe er Ball geholfen, ein neues Zuhause in einem der Häuser des Herzogtums zu finden, nachdem er aus dem bischöflichen Haus ausziehen musste.

Wie viele andere auch sei er über einen langen Zeitraum hintergangen worden, erklärte Charles. Die "wahren Hintergründe zu Herrn Balls Aktivitäten" seien ihm nicht bekannt gewesen. Um den Untersuchungssausschuss zu unterstützen habe er sich bereiterklärt, freiwillig die Fakten in einem Brief darzulegen.

(epd)

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