Ein Kreuz sorgt für Aufregung
Das Kreuz ist Symbol für den christlichen Glauben
Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick

13.08.2017

Erzbischof Schick fordert mehr öffentliches Zeugnis der Kirche "Seid sichtbar!"

"Christen sollen Zeugnis geben", hat Erzbischof Ludwig Schick am Wochenende gefordert. Anders als Muslime oder Buddhisten zeigen Christen ihren Glauben selten oder sehr verschämt, kritisierte er.

Das Tischgebet im Restaurant oder in der Mensa, öffentliche Prozessionen oder Segnungen von Gebäuden: Es gebe viele Situationen, in denen Christen ihren Glauben in der Öffentlichkeit zeigen können. Darauf hat Erzbischof Ludwig Schick am Samstag hingewiesen. In seiner Predigt anlässlich der Einkleidung von vier neuen Ordensschwestern in Auerbach rief er die Christen auf, sich in der Öffentlichkeit zu ihrem Glauben zu bekennen.

"Kirche im öffentlichen Raum ist für das gesellschaftliche und politische Leben wichtig", so Schick. "Wenn wir die Tugenden der Wahrhaftigkeit und Treue, der Verlässlichkeit und Solidarität, der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit nicht in die Öffentlichkeit hoch halten, verraten wir den Auftrag Jesu Christi", warnte er.

Lernen von Muslimen und Buddhisten

Ordensmenschen und Geistliche könnten durch ihre Kleidung ganz einfach und signifikant Zeugnis ablegen, betonte Schick weiter. Die Einkleidung der Ordensfrauen sei zudem ein Aufruf an alle Christen, "ihre Überzeugungen zu zeigen, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Politik, damit die Werte des Evangeliums präsent bleiben."

Der Erzbischof bemängelte, dass Christen in der Öffentlichkeit selten sich zu ihrem Glauben bekennen würden. Dabei fehle es nicht an Symbolen und Gesten. Dahingehend könnten die Christen durchaus von Muslimen und Buddhisten lernen. Diese seien nämlich nicht beschämt, auch in der Öffentlichkeit durch Gebet, Symbole oder ihre Kleidung ihren Glauben zu bekennen, bemerkte Schick.

Die Auerbacher Schulschwestern

Die Auerbacher Schulschwestern von Unserer Lieben Frau ist eine Ordensgemeinschaft, die fast jedes Jahr Eintritte verzeichnet. Erzbischof Schick würdigte das als "große Bestätigung und Anerkennung".

Die bayerische Provinz des Ordens hat Niederlassungen in Auerbach, Höchstadt, Pfronten und Eichstätt und betreibt unter anderem Schulen, Kindergärten, Senioreneinrichtungen und ein Krankenhaus.

Marion Sendker
(dr, Erzbistum Bamberg)

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