Papst: In Gemeinschaft den Glauben weitertragen
Den Glauben öffentlich leben

12.06.2017

Landesbischof July verteidigt öffentliches Wirken der Kirchen "Religion ist keine Privatsache"

In der Öffentlichkeit von Gott zu reden, ist laut Landesbischof Frank Otfried July ein "unerlässlicher" Beitrag zur Gesellschaft. Aber die Kirche werde immer weiter aus dem öffentlichen Raum gedrängt. 

Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July hat das öffentliche Wirken der Kirchen verteidigt. Zwar bekundeten politische Entscheidungsträger Wertschätzung für ihren Beitrag zum Gemeinwohl, sagte July am Montagabend in Bonn. Doch die Rahmenbedingungen für die Kirchen im öffentlichen Raum verschlechterten sich. So würden sie zunehmend unter Druck gesetzt durch eine Pluralisierung und eine zunehmende Unkenntnis über die Rahmenbedingungen kirchlicher Arbeit im Gemeinwesen, etwa an Schulen, Krankenhäusern oder Kitas.

"Eines ist sicher: Religion ist keine Privatsache", betonte July laut Redemanuskript auf dem Jahresempfang der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Bonn. Staat und Kirche seien zwar getrennt, ihre Verhältnis laut Verfassung aber auf konstruktive Kooperation angelegt. "Dort wo der Ton für die Kirchen an der Schule rauer wird, könnten wir uns mit unseren Angeboten auch aus finanziellen Erwägungen heraus ja aus dem öffentlichen Raum zurückziehen", sagte der Landesbischof. "Aber das wäre ein Fehler."

Win-Win-Situation?

"Wir müssen also auch weiterhin im öffentlichen Raum von Gott reden", sagte July. Dies sei zum einen biblischer Auftrag und zum anderen ein unerlässlicher Beitrag für die Gesellschaft. "Unsere Rede soll profiliert, transparent, differenziert und glaubensbewusst sein, aber auch offen für den Austausch mit Anders- und Nicht-Gläubigen", sagte der Geistliche.

Die Metropolie ist für die Seelsorge von rund 450.000 griechisch-orthodoxen Christen in mehr als 100 Gemeinden in Deutschland verantwortlich. Metropolit ist seit 1980 der 79-jährige Erzbischof Augoustinos (Labardakis).

Bericht: Glaube hat Einfluss auf soziales Verhalten

Ein datenjournalistisches Projekt des Mitteldeutschen Rundfunks anlässlich der ARD-Themenwoche "Woran glaubst Du?" könnte Julys These unterstützen. Danach habe die religiöse Bindung in Deutschland offenbar einen starken Einfluss auf das soziale Verhalten.  gibt es unter anderem einen regionalen Zusammenhang zwischen der Anzahl an Kirchenmitgliedern und der Frauenbeschäftigungsquote, dem ehrenamtlichen Engagement, der Anzahl der Suizide und Teenagerschwangerschaften sowie der Anzahl an Arbeitslosengeld-Empfängern (SGB II).

In Städten und Gemeinden mit vielen SGB-II-Beziehern leben der Datenauswertung zufolge relativ viele Konfessionslose. Dies gelte für einen Vergleich Ost-West ebenso wie für Vergleiche innerhalb der alten und neuen Bundesländer. So sei etwa in Weimar der Anteil Konfessionsloser unter allen deutschen Städten und Gemeinden mit 94,1 Prozent am größten. In der thüringischen Stadt lebten mit rund 13 Prozent auch überdurchschnittlich viele Hartz-IV-Empfänger. In Tirschenreuth in Bayern gehörten hingegen lediglich 8,1 Prozent der Einwohner keiner Religion an, die SGB-II-Quote betrage dort nur 3,9 Prozent.

Kirchenmitgliedschaft und Einkommen hängen zusammen

Die vorliegenden Daten bestätigen laut MDR auch oft diskutierte regionale Zusammenhänge zwischen der Kirchenmitgliedschaft und dem Geldbeutel. In Regionen, in denen Menschen eher auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, gibt es demzufolge verhältnismäßig mehr Kirchenaustritte. Dort, wo das Budget der Einwohner höher ist, zahlen sie auch häufiger Kirchensteuer, ein Kirchenaustritt ist unwahrscheinlicher.

Für das datenjournalistische Projekt hat der MDR nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig insgesamt 1.250 Datensätze ausgewertet. Die Ergebnisse sind demnach auch für die Sendung "Die Story im Ersten - Land ohne Glauben?" am Montag, 12.Juni, 22.45 Uhr, im Ersten ausgewertet worden.

(KNA)

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