Regensburger Domspatzen
Regensburger Domspatzen
Johannes-Wilhelm Rörig
Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung

25.02.2017

Rörig würdigt Missbrauchs-Aufarbeitung bei Domspatzen "Endlich umfassende Aufarbeitung"

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat die Bemühungen um eine Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen gewürdigt.

Rörig sei sehr froh, dass "nach den bleiernen Jahren der Abwehr und Verschleppung jetzt endlich" umfassend aufgearbeitet werde, sagte der Missbrauchsbeauftragte am Samstag in Leipzig laut Redemanuskript. Er äußerte sich auf einer Tagung über Schutzkonzepte zur Prävention sexuellen Missbrauchs.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer habe sich mit seinem Amtsantritt 2013 dieser Verantwortung konsequent gestellt. "Ich hoffe sehr, dass dieses große Engagement der heutigen Bistumsleitung auch im Vatikan große Aufmerksamkeit erhält", so Rörig.

Jahrelange Vertuschung

Jahrelang sei das, was "jungen Domspatzen an physischer, psychischer und sexueller Gewalt angetan wurde, verschwiegen und vertuscht worden, selbst dann noch, als die Missbrauchsfälle längst bekannt waren", fügte Rörig hinzu. Leider habe Institutionenschutz vor Kinderschutz gestanden.

Bei dem weltberühmten Knabenchor kam es zwischen 1953 und 1992 in Hunderten Fällen zu körperlicher und sexueller Gewalt. Der Regensburger Rechtsanwalt Ulrich Weber untersucht die Übergriffe im Auftrag des Bistums seit Mai 2015. Ein Abschlussbericht soll in den nächsten Monaten vorgelegt werden.

Präventionskonzept gegen sexuellen Missbrauch

Der Regensburger Domkapellmeister Roland Büchner stellte bei der Tagung das Präventionskonzept gegen sexuellen Missbrauch bei den Domspatzen vor. So gebe es verpflichtende Fortbildungen für alle Mitarbeiter. In den Schulfächern Biologie, Religion, Deutsch und Sozialkunde werde sexuelle Gewalt thematisiert und es würden sprachliche Barrieren aufgebrochen.

Es seien genaue Richtlinien im Umgang mit Kindern und Jugendlichen entwickelt worden, erklärte Büchner laut Manuskript. Zum Beispiel für die Stimmbildung, bei der ein Schüler mit dem Lehrer allein ist, oder für das Umziehen vor Auftritten. Zudem gebe es einen Handlungsplan

(KNA)

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