Missbrauchs-Opfer
Australien: Mehr Schutz vor Missbrauch

22.11.2016

Australiens Kirche gründet Firma zur Verhinderung von Missbrauch Unabhängige Standards

​Mit einer neu gegründeten Firma will die katholische Kirche Australiens künftig Kinder und andere verletzliche Menschen vor Missbrauch schützen. Sie werde unabhängig von der Kirche Standards durchsetzen und überprüfen.

Die Firma Catholic Professional Standards Limited (CPS) werde "höchste Standards" für die Sicherheit von Menschen auf allen Ebenen der Kirche setzen, hieß es in einer am Dienstag in Sydney veröffentlichten Pressemitteilung der Bischofskonferenz und des Verbands der katholischen Orden Australiens. CPS werde seine Aufgaben unabhängig von der Kirche wahrnehmen.

"Ich bin davon überzeugt, dass CPS den Kulturwandel fortsetzen wird, der durch die Arbeit des Rats für Wahrheit, Gerechtigkeit und Heilung eingeleitet wurde", sagte der Erzbischof von Brisbane, Mark Coleridge. Die Präsidentin des Dachverbands der Orden, Schwester Ruth Durick, betonte: "Die heutige Ankündigung markiert eine signifikante Entwicklung der Art und Weise, wie die Kirche arbeitet. Unabhängig von der Kirche wird CPS professionelle Standards einführen, durchsetzen und überprüfen. Das ist etwas völlig Neues."

2013 hatte die australische Regierung die Königliche Kommission zur Aufklärung von Missbrauch eingesetzt. Sie erhielt den Auftrag, den Umgang von Kirchen, Religionsgemeinschaften und weltlichen Institutionen mit Missbrauchsfällen zu untersuchen. Der Abschlussbericht der Kommission wird für Dezember 2017 erwartet. Die Bischofskonferenz hatte seinerzeit den "Rat für Wahrheit, Gerechtigkeit und Heilung" als Gremium zur Koordinierung der Zusammenarbeit mit der Missbrauchskommission ins Leben gerufen.

(KNA)