Andreas Lob-Hüdepohl
Andreas Lob-Hüdepohl

17.03.2016

Theologe Lob-Hüdepohl wird Mitglied des Deutschen Ethikrats Katholische Stimme in der Hauptstadt

Gerne mischt sich der Berliner Theologe Andreas Lob-Hüdepohl in aktuelle Debatten ein, etwa im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Nun wird er in den Deutschen Ethikrat berufen.

Andreas Lob-Hüdepohl gehört zu den bekannteren katholischen Moraltheologen Deutschlands - und das obwohl er - zumindest aus Sicht standesbewusster Universitätskollegen - "nur" an einer Fachhochschule lehrt, der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin.

In der Hauptstadt, in der es keine Katholisch-Theologische Fakultät gibt, spielt das keine Rolle, wenn eine Stellungnahme aus katholischer Sicht gefragt ist. Aber auch über Berlin hinaus hat sich der 55-Jährige, der dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken angehört, einen Namen gemacht.

Konzentration auf inhaltliche Arbeit

So sprang Lob-Hüdepohl ein, als 2009 für die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt nach gescheiterten Präsidentenwahlen ein Interimschef gesucht wurde. Nicht wenige hätten ihn am Ende der Übergangszeit dort selbst gerne zum Präsidenten gewählt, aber in der entscheidenden Abstimmung unterlag er überraschend seinem Gegenkandidaten.

Lob-Hüdepohl trug dies mit Fassung, konnte er sich doch jetzt wieder stärker auf die inhaltliche Arbeit statt auf Hochschulpolitik und Verwaltung konzentrieren. Zudem ist er in Berlin fest verwurzelt; seine Frau Gabriele Hüdepohl leitet dort das renommierte Jesuitengymnasium Canisius-Kolleg.

Neue Forschungsinstitute gegründet

Geboren wurde Lob-Hüdepohl in Wuppertal, sein Theologiestudium absolvierte er in Bonn. Bei dem dortigen Theologen Franz Böckle promovierte er - bereits als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin - mit einer Dissertation zum Thema "Kommunikative Vernunft und theologische Ethik".

Kardinal Georg Sterzinsky berief ihn 1996 zum Professor für Theologisch-ethische Grundlagen der sozialen Arbeit an die 1991 gegründete Fachhochschule, ein Jahr später wurde er deren Rektor. Hier konnte er den Aufbau mitgestalten, etwa durch die Gründung eines Forschungsinstituts für christliche Ethik und Politik (ICEP) als "politische Ideenagentur" oder des Deutschen Instituts für Community Organizing (DICO) als "praxisfördernde Forschungseinrichtung".

Gerne mischt sich der rhetorisch begabte Theologe mit dem markanten roten Lockenkopf in aktuelle Debatten ein. Im Ethikrat wird er dafür ein aufmerksames Forum finden.

Norbert Zonker
(KNA)

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