Zerstörtes Krankenhaus in Syrien
Zerstörtes Krankenhaus in Syrien

16.02.2016

Unicef entsetzt über Angriffe auf syrische Krankenhäuser Geburtsklinik bombardiert

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hat die jüngsten Angriffe auf Kliniken und Schulen in Syrien scharf verurteilt. "Wir sind entsetzt über die Angriffe auf vier Krankenhäuser in Syrien, von denen zwei von Unicef unterstützt werden".

Das erklärte Unicef-Exekutivdirektor Anthony Lake in New York. Bei Luftangriffen auf mehrere Krankenhäuser und Schulen in Syrien waren am Montag etwa 50 Menschen getötet worden. Zu den bombardierten Kliniken gehörte auch eine von "Ärzte ohne Grenzen" unterstützte Einrichtung in der Provinz Idlib. Eines der von Unicef unterstützen Krankenhäuser ist eine Geburtsklinik, in der Berichten zufolge Kinder getötet wurden.

Kinder als Opfer

Zahlreiche weitere Mädchen und Jungen hätten evakuiert werden müssen. Unicef sprach von zwei Angriffen auf medizinische Einrichtungen in Azaz nördlich von Aleppo und zwei Attacken in Idlib. Außerdem werde berichtet, dass bei Angriffen auf zwei Schulen in Azaz sechs Kinder getötet wurden. "Ganz abgesehen von diplomatischen Erwägungen und Verpflichtungen nach internationalem Völkerrecht, lassen Sie uns daran denken, dass die Opfer Kinder sind - Kinder!", empörte sich Lake.

Unterdessen erklärte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, dass die jüngsten Angriffe auf Krankenhäuser möglicherweise Kriegsverbrechen gleichkämen. Es sei jedoch noch nicht klar, wer für die Angriffe verantwortlich sei. Russland und die USA machten sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich.

Verletzung humanitären Rechts

Amnesty International verurteilte die Angriffe auf die Kliniken ebenfalls scharf. Gezielte Angriffe auf medizinische Einrichtungen und ärztliches Personal seien eine eklatante Verletzung humanitären Rechts. "Die russischen und syrischen Streitkräfte wissen genau, dass gezielte Angriffe auf Krankenhäuser Kriegsverbrechen sind", teilte Amnesty mit. "Alle Konfliktparteien müssen solche Angriffe einstellen", erklärte der stellvertretende Direktor für den Nahen Osten und Nordafrika, Said Boumedouha.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in dem seit fast fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg bislang mindestens 640 Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und anderes medizinisches Personal getötet worden. Etwa 60 Prozent der syrischen Krankenhäuser seien beschädigt oder zerstört, teilte die WHO am Dienstag in Genf mit.

(epd)

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