10.02.2013

Bischöfe diskutieren die "Pille danach" "Jede vorschnelle Antwort verbietet sich hier"

Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung wollen die Bischöfe gemeinsam über die „Pille danach" beraten, ihre Positionen machen sie schon jetzt deutlich: Hamburgs Erzbischof warnt vor übereilten Schlüssen, sein Münchner Amtskollege mahnt Barmherzigkeit an.

Durch neue Entdeckungen entstünden bei den unterschiedlichen Wirkweisen des Präparats immer wieder neue Fragen, die höchst genau zu betrachten seien, sagte Hamburgs Erzbischof Thissen am Sonntag in Hamburg. "Jede vorschnelle Antwort verbietet sich hier. Ich wundere mich, wie spontan da manche sofort Antworten parat haben", so der Erzbischof. Er äußerte sich in einem Gottesdienst aus Anlass der 40. Hamburger katholischen St. Ansgar-Woche, die am Sonntag zu Ende gegangen ist.

Die Diskussion um die "Pille danach" war nach der Abweisung einer vergewaltigten Frau durch zwei katholische Kliniken in Köln entflammt. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner entschuldigte sich später für den Vorgang und legte eine modifizierte Position zur "Pille danach" vor: Im Falle einer Vergewaltigung seien Präparate ethisch vertretbar, mit denen die Verhinderung einer Befruchtung beabsichtigt werde. Allerdings seien nach wie vor jene Pillen ethisch nicht zu vertreten, die eine abtreibende Wirkung hätten, so Meisner.

Thissen sagte weiter, die Kirche erfahre derzeit viel Kritik: "Das ist in Ordnung, wenn die Kritik sachlich ist." Auch sei die öffentliche Kritik richtig und wichtig, "weil wir Fehler machen". Doch reize die Kirche auch deshalb zur Kritik, weil sie feste Grundsätze habe. "Nicht selbst gemachte Grundsätze, sondern Grundsätze des Evangeliums, Grundsätze Jesu", so der Erzbischof. Immer wieder gelte es, darum zu ringen, "was veränderbar ist und was bleiben muss".

Kardinal Marx: Kirche darf Menschen nicht abweisen

Die Kirche darf nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx niemanden abweisen. "Wir stehen für die ein, die niemanden haben, besonders für die, die Gewalt erlitten haben, getreten, geschunden sind", betonte Marx am Samstag in München bei einem Gottesdienst in der Michaelskirche. Anlass war der XXI. Welttag der Kranken. Gerade kirchliche Krankenhäuser hätten den Auftrag, medizinische Versorgung und geistlichen Trost zu verbinden. Die medizinische Versorgung sei erst dann fortschrittlich, wenn sie den Menschen nicht aufteile, sondern ihn insgesamt in den Horizont der Hoffnung stelle.

Die aktuelle Diskussion um den Umgang mit einer mutmaßlich vergewaltigten Frau, die in zwei katholischen Krankenhäusern keine Behandlung erfuhr, "möge uns ermahnen, dass wir in diesem Zeugnis glaubwürdig sind", betonte Marx. Es wäre bedenklich, wenn der Eindruck entstehe, die Kirche würde Menschen abweisen, die in Not seien. "Wir alle müssen uns selbstkritisch fragen: Wie stehen wir vor Obdachlosen, Vergewaltigten oder Menschen, die in der Familie Gewalt erleben?", so der Kardinal. Jesus Christus habe sein Wirken stets mit der Hinwendung zu Kranken, Schwachen und Sündern verbunden.

Die Gesellschaft messe die Kirche an diesen Worten, erinnerte Marx. Die Christen dürften nicht vom Auftrag Jesu lassen, auch wenn sie sich manchmal eingestehen müssten, dass sie versagt hätten. Zugleich versicherte der Kardinal, er habe volles Vertrauen zu den Mitarbeitern in den katholischen Krankenhäusern. Er sei ihnen dankbar dafür, dass sie auch in extremen Situationen das täten, was dem Geist Jesu entspreche.

(KNA, DR)

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