04.01.2013

Erzbischof Schick kritisiert Berlins Afrikapolitik "Pflüge, nicht Waffen"

Der Bamberger katholische Erzbischof Ludwig Schick hat der Bundesregierung, weiteren europäischen Staaten und den USA eine verfehlte Afrikapolitik vorgeworden. Im Zentrum der Kritik: die Waffenlieferungen.

Mit ihnen und anderem Kriegsmaterial förderten sie Kriege und Bürgerkriege, durch die sich der Kontinent in seiner Entwicklung selbst behindere, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz am Freitag. "Nicht Waffen, sondern Pflüge nach Afrika." Die Bundesregierung und die deutsche Industrie müssten ihre Politik und ihre Handelsbeziehungen gründlich überdenken.

In etlichen Staaten Afrikas herrschten autokratische Machthaber und Systeme, die von Europa und den USA gestützt würden, weil sie mit diesen ihre Bedürfnisse nach Öl, Gas und anderen Bodenschätzen am besten organisieren könnten, erklärte der Erzbischof weiter. "Dass es in Afrika so wenig Demokratie und zuviel Korruption gibt, ist auch unsere Schuld."

Anlass: Afrikatag der Kirche

Schick forderte die Staaten zu mehr Selbstlosigkeit in den politischen Beziehungen auf. "Weil wir in der Politik und in den Handelsbeziehungen nach dem Prinzip handeln: 'Was uns nützt, nehmen wir', verhindern wir mit der Entwicklungspolitik Entwicklung in Afrika. Das wird sich auf Dauer aber auch gegen uns richten."

Schick erinnerte zugleich an die Chancen des Kontinents. "Die meisten Nationen Afrikas sind reich, reicher als Deutschland, an jungen Menschen, an Natur- und Bodenschätzen." Deshalb könne Afrika auch auf eigenen Beinen stehen. Dazu brauche es einen innerafrikanischen Austausch zwischen den Nationen. "Die Afrikaner müssen sich viel stärker verbinden und solidarisch werden."

Schick äußerte sich anlässlich des Afrikatags der katholischen Kirche am 6. Januar. Er wurde 1891 von Papst Leo XIII. ursprünglich zur Bekämpfung der Sklaverei eingeführt. Seit 116 Jahren appelliert die katholische Kirche an ihre Gläubigen, durch Spenden und Gebete an einer besseren Zukunft für die Ärmsten in Afrika mitzugestalten.

 

 

(KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Donnerstag, 21.09.2017

Video, Donnerstag, 21.09.2017:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

20:00 - 22:00 Uhr 
Beratung

Was Kinder brauchen, um gut durchs Leben zu kommen

Wort des Bischofs - Das Buch

52 Impulse aus dem Jahr 2016 jetzt auch als Buch!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 21.09.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 10:00 Uhr

Der Morgen

  • Kölner Domwallfahrt startet
  • Nach dem Erdbeben in Mexiko
  • Terminator spielt auf Passauer Domorgel
10:00 - 12:00 Uhr

Beratung

10:00 - 12:00 Uhr

Beratung

12:00 - 18:00 Uhr

Der Tag

  • Verschmolzen: Fusion der europäischen Sparten von Thyssenkrupp und Tata
  • Soforthilfe: Adveniat zur Lage in Mexiko
  • Domwallfahrt 2017: Pilgerweg für Menschen mit und ohne Demenz
  • Lobbyarbeit: Prälat Karl Jüsten zum Verhältnis von Kirche und Politik
12:00 - 18:00 Uhr

Der Tag

  • Verschmolzen: Fusion der europäischen Sparten von Thyssenkrupp und Tata
  • Soforthilfe: Adveniat zur Lage in Mexiko
  • Domwallfahrt 2017: Pilgerweg für Menschen mit und ohne Demenz
  • Lobbyarbeit: Prälat Karl Jüsten zum Verhältnis von Kirche und Politik
18:00 - 20:00 Uhr

Kompakt

20:00 - 22:00 Uhr

Beratung

22:00 - 22:30 Uhr

Komplet

22:30 - 24:00 Uhr

Kompakt

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar