Zum Tod von Pfarrer Kugler
Zum Tod von Pfarrer Kugler
Stadtdechant Msgr. Robert Kleine
Stadtdechant Msgr. Robert Kleine

06.09.2021

Kölner Pfarrer Klaus Kugler gestorben "Jetzt schaut er, was er bisher verkündet hat"

Klaus Kugler, der leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs Köln-Ehrenfeld, ist am Wochenende nach schwerer Krankheit verstorben. Kugler wurde nur 59 Jahre alt und war in der Stadt bekannt. Der Kölner Stadtdechant mit einer Würdigung.

DOMRADIO.DE: Es war für alle ein großer Schock, als bekannt wurde, dass Pfarrer Kugler gestorben ist, oder?

Msgr. Robert Kleine (Kölner Stadt- und Domdechant): Ja, das kann man wohl sagen. Es war seit einigen Monaten bekannt, dass er eine schwere Erkrankung hatte, eine sehr heimtückische Krankheit und das absehbar war, dass es keine Heilung gibt. Zuerst war er zuversichtlich, dass sein Leben zwar verkürzt ist, aber dass er vielleicht noch einige Jahre hat. Und das hat sich dann in den letzten Monaten reduziert. Er hat sich auch von seinen Gemeinden verabschiedet und wollte in dieser Woche in ein Hospiz unserer Caritas hier im Stadtdekanat. Aber dann ist er in der Nacht zum 5. September verstorben. 

DOMRADIO.DE: Sie haben ihn gut gekannt. Was war das denn für ein besonderes Charisma, das er hatte? 

Kleine: Er war durch und durch Priester. Er war begeistert. Er brannte für die Frohe Botschaft. Ich habe ihn noch während des Studiums kennengelernt. Da war ich in den unteren Semestern, und er war schon im Hauptstudium. Damals habe ich schon sein Lachen geschätzt und seinen Humor, aber auch seine Konsequenz im Denken, im Reden und auch im Handeln, auch als ich ihn später erlebte. Er war ja auch Kreisjugendseelsorger im Rhein-Sieg-Kreis und ich war mit ihm beim Weltjugendtag in Toronto - noch vor unserem Kölner Weltjugendtag. Damals hatte er die Gruppe, in der ich war, als Kaplan begleitet. 

2006 ist er dann nach Köln gekommen, wurde Pfarrer in Rochus, Dreikönige und Bartholomäus. Dort hat er genau vor zwei Jahren im September einen weiteren Seelsorgebereich übernommen und war dann quasi für Ehrenfeld und für Bickendorf und die Veedel drumherum verantwortlich mit einem großen Team. 

Er hat sich dieser Aufgabe auch mit großem Engagement und Freude gestellt. Er ist ja leider nur 59 Jahre alt geworden. Aber er sah nicht nur eine große pastorale Herausforderung, sondern auch Chancen, mit den Menschen vor Ort den Glauben zu leben und Kirche zu gestalten. Dort wird er natürlich jetzt fehlen, ein ganz großes Loch reißen in das, was da gerade erst zusammengewachsen ist und was es an neuen Aufbrüchen gab.  

DOMRADIO.DE: Auch wir haben öfters mit Pfarrer Kugler über Heimat, Karneval und sein Herz fürs Veedel gesprochen. War er ein sehr herzlicher Mensch? 

Kleine: Ja, auf jeden Fall. In Rochus, Dreikönige und Bartholomäus gibt es die Karnevalsgesellschaft Rocholomäus. Da war er immer bei den Sitzungen. Und er war jemand, der auch Lebensfreude ausstrahlte. Eine Freude, die bei ihm auch aus dem Glauben kam. 

Er hatte sozusagen aber noch ein zweites Standbein, das auch etwas mit den Veedeln zu tun hat, denn die Caritas war ihm sehr wichtig. Er war seit 2007 Mitglied im Caritasrat, dessen Vorsitzender ich auch bin. Also sozusagen Teil des Aufsichts- oder Verwaltungsrates des Caritasverbandes. Sein Engagement kam vielleicht auch daher, dass er neben Theologie auch Diakoniewissenschaften studiert hat. 

Ihm war immer wichtig, Caritas nicht nur als einen Verband zu sehen, sondern dass wir als Christinnen und Christen auch karitativ, diakonal leben müssen und dass der Auftrag Jesu, den Nächsten zu lieben, sich nicht nur auf Worte beschränken darf, sondern sich auch in Taten zeigen muss.  

DOMRADIO.DE: Im Seelsorgebereich Ehrenfeld sind die Kollegen sehr traurig. Wie geht es dort weiter?  

Kleine: Zunächst einmal ist die Trauer da. Seitens des Erzbistums wird natürlich jemand ernannt werden, der die Leitung in diesem Sendungsraum übernimmt, aber es sind sehr große Fußstapfen, die Klaus Kugler hinterlässt. Und natürlich steht auch die Frage im Raum, wie es für die Gemeinde, den Seelsorgebereich in Zukunft weitergeht. Gerade wenn man mit Elan dabei ist, rechnet man nicht mit einem solchen Verlust. 

Ich kann nur sagen, dass ich sehr, sehr dankbar bin für sein Sein, sein Mensch-Sein und sein Priester-Sein. Und dass wir ihm alle im Stadtdekanat und bei der Caritas zu großem Dank verpflichtet sind.  

Vor einigen Tagen hatte er einem Mitbruder gegenüber gesagt, dass er im Vertrauen auf die Auferstehung, im Vertrauen auf das, was er immer gepredigt hat und bei so vielen Beerdigungen und Exequien gesagt hat, in diesem festen Vertrauen dann auch ohne große Todesangst, sondern im Vertrauen auf diesen Gott, der ihn getragen hat, von Anfang an dem Ende entgegengeht. Jetzt schaut er - so meine feste Zuversicht - was er bisher immer nur in Worten verkündet hat.

Das Interview führte Dagmar Peters.

Hinweis:

Im Gedenken an Pfarrer Klaus Kugler findet am Samstag, 11. September, 18 Uhr, in der Kirche St. Peter, Simarplatz, eine Totenvesper statt. Am Sonntag, 12. September, 15.30 Uhr, wird in der Kirche St. Rochus, Rochusstraße 100, eine Auferstehungsmesse gefeiert. Besucher müssen einen Coronatest- oder Immunisierungsnachweis haben. Nach dem Gottesdienst ist auf dem Vorplatz ein Beisammensein geplant. In der Kirche liegt bereits jetzt ein Kondolenzbuch aus.

Die Urnenbeisetzung in der Grabeskirche St. Bartholomäus, Helmholtzplatz, findet voraussichtlich Ende September im engsten Familien- und Freundeskreis statt.

Im Sinne des Verstorbenen wird anstelle von Blumen um Spenden gebeten. Sie sollen einem Missionsprojekt der Jesuiten in Südafrika und einem Projekt für wohnungslose junge Mädchen des Kölner Sozialdienstes Katholischer Frauen zugute kommen. Die Bankverbindungen dazu können in den Pfarrbüros erfragt werden. 

(DR)

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