Blick auf den Kölner Dom im Herbst
Blick auf den Kölner Dom im Herbst

03.12.2020

Erzbistum Köln forciert Umweltvision 2030 "Wir verbrauchen zu viel fossile Energie"

Das Erzbistum will Mitverantwortung für die Schöpfung und Umwelt übernehmen. Dazu gibt es eine Vision 2030. Doch wie kann dieses Ziel erreicht werden? Christian Weingarten wagt als Leiter der Stabstelle Umweltmanagement einen Ausblick.

DOMRADIO.DE: Rückendeckung haben Sie von ganz oben. Welche Rolle spielt denn die Umwelt-Enzyklika "Laudato Si" von Papst Franziskus bei diesem Weg, den das Erzbistum Köln jetzt einschlägt?

Dr. Christian Weingarten (Leiter der Stabstelle Umweltmanagement im Erzbistum Köln): Eine ganz, ganz große Rolle. Wir handeln nicht aus der Krise heraus, sondern aus Freude, die wir an der Schöpfung haben. An ihrer Schönheit, die wir Christen und Christinnen schützen sollten. Diesen Ansatz der Enzyklika finde ich sehr motivierend.

DOMRADIO.DE: Für das Erzbistum gibt es jetzt die Vision 2030 für ein klimapositives Bistum. Was heißt das genau? Wie kann man sich das vorstellen?

Weingarten: Die größte Aufgabe für uns als Bistum ist es natürlich, möglichst schnell unsere CO2-Emissionen in unseren Schulen, Tagungshotels und Kitas zu reduzieren. Da verbrauchen wir viel fossile Energie. Gleichzeitig haben wir viele Wälder und landwirtschaftliche Flächen, wo wir die Bäuerinnen und Bauern unterstützen wollen, ihre Arbeit klimafreundlicher zu machen.

DOMRADIO.DE: In sechs Handlungsbereichen will das Erzbistum die Umweltziele erreichen. Wie ist denn da Stand der Dinge? Wo sind Sie gerade unterwegs?

Weingarten: Gestartet sind wir im Oktober mit dem Bereich Gebäudeenergie, weil wir da ganz viel Photovoltaik bauen wollen, um die Energiewende auch in unserem Erzbistum zu schaffen. Aber es gibt noch die anderen Bereiche, weil wir neben der Reduzierung von CO2 immer auch den Blick für den sozialökologischen Wandel haben.

Deswegen ist eines der Arbeitsbereiche auch der Bereich Beschaffung. Also, wie beschaffen wir im Erzbistum Textilien, Büromaterialien? Achten wir auf die Lieferketten? Oder kaufen wir blind ein und interessieren uns gar nicht für die, die es herstellen?

Wir brauchen ein klares Bewusstsein dafür in den Verwaltungen, aber auch in den Kirchengemeinden. Ob die Gemeinden mitziehen? Ich hoffe es. Wir sind ganz am Anfang und hoffen, dass wir ganz, ganz viele Christen und Christinnen erreichen. Denn letztendlich können wir dieses große Projekt nicht alleine stemmen, sondern wir brauchen jede einzelne Kirchengemeinde als Unterstützerin.

DOMRADIO.DE: Besonderes Ziel ist auch, junge Menschen einzubeziehen auf dem Weg in ein umweltbewusstes Bistum. Wie schafft man das?

Weingarten: Wir sollten intensiv mit den Jugendverbänden wie dem BDKJ und der KJG zusammenzuarbeiten, die im Bereich der Nachhaltigkeit in einigen Punkten schon viel weiter sind als wir selbst.

Wir können von den Jugendverbänden viel lernen und sie in den nächsten Jahren auch unterstützen. Denn gerade bei all den Krisenbildern ist es wichtig, etwas tun zu können. Für kommende Generationen und für den Erhalt unserer Zukunft.

DOMRADIO.DE: Einige denken bestimmt, Kirche sei für Gott und Glauben zuständig und die Politik für den Klimawandel. Warum macht Kirche jetzt so proaktiv da mit? Und warum ist es eben doch wichtig, dass nicht nur die Politiker alleine sich kümmern?

Weingarten: Wenn wir diese Vision jetzt alle anpacken, können wir auch ganz viel umsetzen, was die Politik versucht auf den Weg zu bringen. Auf einer ganz hohen Ebene können wir auch dieses Thema voranbringen, was ja so dringend notwendig ist.

DOMRADIO:DE Wie zuversichtlich sind Sie, dass diese Vision 2030 für ein klimapositives Erzbistum dann auch wirklich erreicht wird?

Weingarten: Ich bin Optimist und sehr begeisterungsfähig. Und ich glaube, dass wir viele Menschen dafür begeistern können, diese Schönheit der Schöpfung zu retten. Ich glaube, gemeinsam können wir es schaffen.

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

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