Priesterweihe im Kölner Dom
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Mit 66 Jahren zum Priester geweiht: Udo Casel
Mit 66 Jahren zum Priester geweiht: Udo Casel
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22.06.2020

Udo Casel mit 66 Jahren zum Priester geweiht "Es ist eine großartige Erfahrung"

"Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss", heißt es in dem bekannten Schlager von Udo Jürgens. Das hat sich wohl auch Udo Casel gedacht. In eben jenem Alter wurde er nun von Kardinal Woelki zum Priester geweiht. Ein mutiger Schritt?

DOMRADIO.DE: Seit 15 Jahren sind Sie als Diakon im Pfarrverband Königswinter am Ölberg im Einsatz. Jetzt wurden Sie am vergangenen Freitag vom Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki im Kölner Dom zum Priester geweiht. Sie haben aber betont: Dabei handelt es sich nicht um eine Beförderung?

Udo Casel (Neupriester): Nein, auf keinen Fall. Ich würde sagen, es ist kein Aufstieg, sondern ein tieferer Einstieg.

DOMRADIO.DE: Vom Messdiener in St. Agnes in Köln über die Jugendarbeit, dann lange Jahre Gemeindereferent, Diakon und jetzt Kaplan auf dem Weg zum Priester, dazu fast 40 Jahre glücklich verheiratet gewesen. Sie sind Vater von drei Kindern, vierfacher Großvater. Das klingt alles nach einem erfüllten Leben.

Casel: Ja, ist es auch. So eine Berufung ist ja interessant. Mein geistlicher Begleiter hat mir nach dem Tod meiner Frau als ich auf die Idee kam, gesagt: "Du hast eigentlich schon immer eine priesterliche Berufung gehabt in deinem ganzen Leben." Und da habe ich mir dann gedacht, wenn er das sagt und wenn das so viele Leute auch bestätigt haben, dann ist das wahrscheinlich auch so.

Und wenn ich so in meinem Leben zurück gucke, kann ich sagen: Ja, ich bin schon viel in dieser Richtung unterwegs gewesen und jetzt wird das Wirklichkeit, wie es sein sollte.

DOMRADIO.DE: Im Sommer vor zwei Jahren ist Ihre Frau verstorben. Wie ist denn bei Ihnen diese Entscheidung gereift, Priester zu werden?

Casel: Nach dem Tod meiner Frau kam mir dieser Gedanke: Jetzt könntest du ja eigentlich Priester werden. Ich hätte sowieso im Zölibat weiterleben müssen. Ich habe das erst für einen etwas seltsamen Gedanken gehalten und dann, wie gesagt, habe ich mit meinem geistlichen Begleiter darüber gesprochen, der mir dann gesagt hat: "Das wird gut zu dir passen. Das warst du eigentlich immer. Du hast dich eigentlich immer so verstanden, hast eigentlich immer so gelebt."

Dann habe ich das noch mal in Exerzitien mit einem Pater besprochen. Dann kam es irgendwann mal zu einem Gespräch mit dem Personalchef, der mir dann gesagt hat: "Das machst du. Da fragen wir jetzt den Erzbischof." Und der Erzbischof sagte auch immer: "Wir kennen uns. Ich kenne Sie als einen Menschen, der eigentlich engagiert ist, überzeugter Gottsucher ist. Und warum sollten Sie das nicht machen? Ich fände das gut, wir machen wegen des Alters einen kurzen Weg." Und dann hat er mir den kurzen Weg geebnet mit dem einen Jahr Priesterseminar, mit den Leuten, die da auch schon zum Diakon geweiht waren.

Und die letzten Wochen war fünf Wochen hintereinander Priesterseminar angesagt. Ansonsten ist das ja immer nur so mal für einen Tag oder für eine Woche oder so gewesen, zwischendurch.

DOMRADIO.DE: Sie haben das in einem Nebensatz gesagt, Sie sind an den Zölibat gebunden. Für alle die Leute, die jetzt nicht wissen, warum: Sie waren ja verheiratet. Warum sollten Sie nicht nochmal heiraten dürfen?

Casel: Die Regel ist: Wer verheiratet ist, kann Diakon werden. Aber während man das Amt ausübt, kann man sich nicht nochmal binden.

DOMRADIO.DE: Sie dürfen jetzt die Heilige Messe halten und die Beichte abnehmen. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Casel: Ich habe mit großer Freude gestern die Primiz gefeiert. Das ist schon beeindruckend, jetzt selber an dieser Stelle zu stehen. Ich stand 33 Jahre hinter dem Priester, mit Überzeugung. Das war jetzt nicht so, dass ich da jetzt etwas vermisst hätte. Aber es ist eine großartige Erfahrung, einfach selber die Wandlungsworte sprechen zu dürfen. Das hat mich schon sehr erfüllt gestern, ganz tief, mit innerer Freude, muss ich sagen.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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