Kein Stern ist Gott schnuppe
Kein Stern ist Gott schnuppe
Wünsche ans Christkind-Aktion
Wünsche ans Christkind-Aktion
Straßenmissionare im Einsatz
Straßenmissionare im Einsatz
Familienmesse am Sonntagvormittag mit den Engeln vom Weihnachtsmarkt
Familienmesse am Sonntagvormittag mit den Engeln vom Weihnachtsmarkt
Priester als Engel unterwegs
Priester als Engel unterwegs
Sketche der Mission Machine
Sketche der Mission Machine
Straßenaktionen
Straßenaktionen
In der Mitte: Christian Schmitt, Pfarrvikar in St. Aposteln
In der Mitte: Christian Schmitt, Pfarrvikar in St. Aposteln

03.12.2019

Pfarrmission rund um die Kölner Innenstadtkirche St. Aposteln Kein Stern ist Gott schnuppe

Die katholische Gemeinschaft Emmanuel hat am ersten Adventswochenende eine Pfarrmission rund um die Kölner Innenstadtkirche St. Aposteln veranstaltet. Keine leichte Aufgabe: "Von acht Leuten, die wir ansprechen, bleibt oft nur einer stehen".

Das erste Adventswochenende in der Kölner Innenstadt. In dicke Wintermäntel gehüllte Menschen schlendern durch die Einkaufsstraßen mit voll bepackten Tüten beim Kauf erster Weihnachtsgeschenke. Menschenmengen bewegen sich Richtung Neumarkt in Vorfreude auf Glühwein und gebrannte Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt. 

Diesen adventlichen Großstadttrubel zu durchbrechen und einen Moment zu Ruhe und Besinnung zu finden – dazu laden vor der Kirche St. Aposteln am Kölner Neumarkt an diesem Wochenende viele junge Katholiken ein. Auf einem großen schwarzen Banner liest sich in gelben Lettern: "Gott ist kein Stern Schnuppe". Bei genauerem Hinsehen sind auf den gelben Papiersternen, die auf dem schwarzen Nachthimmel befestigt sind, Namen zu erkennen. Es sind Namen von Passanten, die der Einladung gefolgt sind, ihren Namen an "Gottes Himmel" zu schreiben.

Kooperation mit dem Kölner Weihnachtsmarkt

Die katholische Gemeinschaft Emmanuel veranstaltet eine Adventsmission rund um die Innenstadtpfarrei St. Aposteln, in der sie nun seit über einem Jahr das Gemeindeleben mitgestaltet. Die Jugendlichen der Neuen Geistlichen Gemeinschaft sind aus verschiedenen Regionen Deutschlands angereist, um an dieser Pfarrmission in Köln teilzunehmen. Sie übernachten in Gastfamilien oder Kölner Klöstern. Der Pfarrsaal von St. Aposteln fungiert als Speisesaal, zwischendurch auch als Gebetsraum oder Probezimmer für die Musiker. Die Gemeinschaft arbeitet an diesem Wochenende in Kooperation mit der Pfarrei und auch mit dem Kölner Weihnachtsmarkt, dessen kostümierte Engel die Familienmesse am Sonntag begleiten und im Anschluss Karussell-Gutscheine an die Kinder verteilen. 

Aus dem bayrischen Altötting sind die Studenten der "Emmanuel School of Mission", der Evangelisationsschule der Gemeinschaft Emmanuel, angereist. Sie haben für den Straßeneinsatz in Köln eine "Mission Machine" erfunden: Sie spielen vor der Kirche Sketche, die mit dem Thema Mission in Verbindung stehen. Das hält die vorbeiziehenden Menschen bei ihrem Stadtbummel auf, Schaulustige bleiben stehen, eine Gruppe von Rollstuhlfahrern lässt sich sogar einbinden und spielt mit. Andere beobachten skeptisch und schlagen vorsichtshalber direkt einen großen Bogen um die Aktion.

Genervte und gestresste Passanten

Entnervte Blicke, ein  schnelles "Nein, danke" oder "Wir wollen nichts kaufen" sind nicht seltene Reaktionen der Passanten auf die Einladung, eine Kerze mitzunehmen. Ein weiterer Aufhänger um ins Gespräch zu kommen, ist beispielweise die  "Wünsche an das Christkind-Aktion": kleine Zettel, auf die Passanten einen Wunsch oder eine Fürbitte schreiben können, um ihn dann in eine kleine hölzerne Krippe zu legen. Die Priester und Schwestern der Gemeinschaft versprechen, in der kommenden Woche für diese Anliegen zu beten. Manche Passanten lassen sich auf ein kurzes Gespräch ein, nehmen eine Kerze und entzünden sie in der Kirche, wo eucharistische Anbetung und besinnliche Musik zum Verweilen und Beten einladen. "Die Kirche ist ein Ort, wo jeder einfach mal mit seinen Gedanken sein kann. In dieser Atmosphäre kann jeder gut ankommen kann und spüren, dass er angenommen ist", findet Christian Schmitt, Priester der Gemeinschaft Emmanuel. Das sehen viele der Passanten anders. "Wir kennen die Kirche schon" oder "Wir sind gerade sehr in Eile" sind Versuche, die mit Kerzen bewaffneten Christen schnell abzuwehren. 

Für einige ist die ungewöhnlich freundliche Ansprache mitten auf der Straße ein Auslöser, über sehr persönliche Dinge ins Gespräch zu kommen: über eigene Zweifel, ob es wirklich einen Gott geben kann bei all dem Leid in dieser Welt. Oder auch über schlechte Erfahrungen mit der katholischen Kirche und ihre Meinungen zu dieser Institution. 

Lebendige Kirche

"Wir zeigen einfach, dass Kirche lebendig ist. Wir setzen ein Zeichen damit, dass wir vor den Kirchentüren stehen und auf die Menschen zugehen", sagt Manon Müller, eine der in St. Aposteln stationierten Schwestern der Gemeinschaft Emmanuel. "Vor allem ihr jungen Menschen tut das. Die Leute kennen es nicht mehr, dass auch junge Christen aus der Kirche ein- und ausgehen", ermutigt sie die Jugendlichen vor ihrem Straßeneinsatz. 

Am Samstagabend wartet auf die "Straßenmissionare" rund um die Kirche Herz Jesu am Zülpicher Platz ein ganz anderes Publikum: Studenten auf Kneipentour, grölende Fußballfans auf dem Rückweg aus dem Stadion, obdachlose Menschen und Angeheiterte, denen das Geradeauslaufen schwerfällt. Eine kerzenbeschmückte Allee weist den Weg Richtung Kirche, am Eingang singt eine Gruppe von Musikern Lobpreis-Lieder, warmer Punsch und Spekulatius lädt zum Warmwerden und Unterhalten ein. Ein Priester der Gemeinschaft bietet an der Bahnhaltestelle "Segen to go". 

Einige bleiben in sicherer Ferne stehen und lauschen der Musik. "Von acht Leuten, die wir ansprechen, bleibt oft nur einer stehen", so Shanti Lokhande, die an diesem Wochenende die Straßenmission koordiniert. "Meine schönste Begegnung war heute Abend mit einer Truppe Fußballfans", erzählt sie. "Zuerst haben sie mir gesagt, dass nur Fußball ihr Gott sei. Sie hatten keinerlei Intention, die Kirche zu betreten. Aber nachdem wir uns eine Viertelstunde unterhalten haben, sind sie doch hineingegangen. Das löste in einem der jungen Männer plötzlich die Erinnerung an den Tod seiner Oma aus. Dann haben wir gemeinsam für seine Oma gebetet", berichtet Lokhande. "Das hat mir einmal wieder gezeigt, dass in jedem ein verwundetes Herz steckt, das Sehnsucht nach Gott hat", ist sie überzeugt. "Mein eigenes Herz brennt dafür, Menschen von Jesus zu erzählen." 

Besinnlicher Einstieg in die Vorweihnachtszeit

Céline Prévost, Studentin aus Mainz, übernimmt an diesem Abend den "Gebetsdienst". In einer Ecke der Kirche bietet sie gemeinsam mit ihrem Gebetspartner Möglichkeit zu Gespräch, Gebet und Segen. "Ein obdachloser Mann kam zu uns und hat sich zwischen uns gesetzt", erzählt sie. "Ich habe gar nicht viel gesagt. Er hat einfach angefangen, aus seinem Leben zu erzählen und ich durfte ihm zuhören. Es war schön, ihm diese Zeit und Zuwendung zu schenken", fasst sie ihre schönste Begegnung dieses Wochenendes zusammen. 

Am Sonntag folgten zahlreiche Angebote, die an diesem 1. Advent einen besinnlichen Einstieg in die Vorweihnachtszeit ermöglichten. Für Familien fand eine Messe mit paralleler Kinderkirche statt. Das offene Adventssingen bot musikalisch Begeisterten eine Möglichkeit, sich in adventliche Stimmung zu bringen. Diejenigen, die auf der Suche nach Input waren, folgten der Einladung zum Vortrag von Manfred Lütz zu dem Thema "Die Wahrheit, die Werte und das Glück". 

"Wer heute in die Mission geht, muss eine Sache wissen: Die Menschen glauben nur das, was sie wollen. Das müssen wir erstmal so akzeptieren. Wir respektieren ihre Freiheit", sagt Christian Schmitt, Priester der Gemeinschaft Emmanuel und Pfarrvikar von St. Aposteln. "Ich bin auch nicht Jesus. Ich kann die Menschen nur bei ein oder zwei Schritten auf ihrem langen Weg zum Glauben begleiten. Aber wir wissen, dass Jesus den ganzen Weg mit ihnen geht. Er IST der Weg", so Schmitt. Er plant für die Zukunft weitere Missionseinsätze rund um die Innenstadtgemeinde St. Aposteln.

Hannah Küppers
(DR)

Adventskalender

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 08.12.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

17:50 - 17:55 Uhr

Wort des Bischofs

18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 20:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

20:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Musica

  • Musik zum 2. Adventssonntag u. a. mit Bachs Kantate "Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!"
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff