St. Gereon in Köln
St. Gereon in Köln
Ein Blick in das Gewölbe des Dekagons in St. Gereon zeigt etwas von der Erhabenheit sakraler Architektur
Ein Blick in das Gewölbe des Dekagons in St. Gereon zeigt etwas von der Erhabenheit sakraler Architektur
St. Gereon Köln
St. Gereon Köln

17.09.2019

Wiedereröffnung der gotischen Sakristei St. Gereon "Ich glaube, es könnten viele kommen"

Die Gemeinde Sankt Gereon in Köln feiert am kommenden Sonntag die Fertigstellung der gotischen Sakristei vor 700 Jahren. Dazu gibt es ein umfassendes Programm. Es ist nicht das einzige Jubiläum für Sankt Gereon in diesem Jahr.

DOMRADIO.DE: Die Sakristei wurde vor 700 Jahren fertiggestellt, wurde aber noch einmal restauriert. Was ist da gemacht worden?

Ruth Miriam Rampini (Pfarrgemeinderatsvorsitzende St. Gereon): Es musste grundlegend restauriert werden. Zum Beispiel war ein alter Holzfußboden, nehme ich an, im 19. Jahrhundert gelegt worden. Der wurde wieder herausgenommen. Durch Reste des antiken Bodens hat man entdeckt, dass das eigentlich ein Fliesenboden mit farbigem Muster war. Das Muster hat man aufwendig rekonstruiert und wiederherstellten lassen. Die Fliesen wurden in alter Weise traditionell hergestellt durch eine Fachfirma aus rund 20.000 farbigen Fliesen – mit wunderbaren Muster.

DOMRADIO.DE: Eine aufwendige Geschichte. An diesem Sonntag wird die Sakristei offiziell eröffnet. Da steht einiges auf dem Programm, zum Beispiel auch ein Festgottesdienst. Wie wird der so ablaufen?

Rampini: Es ist was ganz Besonderes, denn wir werden von Weihbischof Rolf Steinhäuser beehrt, der die Messe feiern wird. Es gibt ein besonderes musikalisches Programm. Da spielt ein Holzbläser-Trio: Meike van Bebber spielt Oboe, ich selber spiele Klarinette, Ruth Miriam Rampini und Klaus Lohrer spielt das Fagott. Wir spielen Werke von Bach, Mozart und Beethoven.

Im Anschluss an den Gottesdienst findet eine Prozession vom Dekagon hoch zu der gotischen Sakristei statt. Und dann wird in der Sakristei der neu errichtete Altar benediziert. Es gab schon einen Altar an dieser Stelle und die Altarplatte ist, das ist auch ein bisschen witzig, im Pfarrgarten wiedergefunden worden. Man konnte das anhand der Maße im Mauerwerk genau erkennen, das das von der Größe her wirklich diese Steinplatte in dem Pfarrgarten sein musste, die früher an dieser Stelle in der Sakristei war. Und diese Altarplatte, dieser Altar wird benediziert und Reliquien, die im Boden gefunden worden sind während der Restaurierungsarbeiten, werden wieder eingebracht.

DOMRADIO.DE: Es gibt dann auch noch Führungen zur Schatzkunst am Sonntag. Was gibt es da zu sehen?

Rampini: Die Führungen werden geleitet von Dr. Gottfried Stracke, einem Kunsthistoriker aus unserer Gemeinde, der sich sehr eingesetzt hatte für die Restaurierung dieser Sakristei. Auch in dieser Art, dass sie in diesem mittelalterlichen Stil wieder hergerichtet wurde. An der Führung beteiligt sein wird auch Dr. Dominik Meiering, unser leitender Pfarrer, der selbst auch Kunsthistoriker ist. Diese beiden werden die Führungen leiten. Es geht um die Schatzkunst von Sankt Gereon, die nach langer Auslagerung im Archiv des Erzbistums wieder zurückgeführt werden konnte nach Sankt Gereon, da auch die Wandschränke, die in der Sakristei sind, wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeordnet werden konnten.

Früher im Mittelalter wurden wohl in diesen Wandschränken die Schätze von Sankt Gereon aufbewahrt. Man konnte es zum Beispiel daran festmachen, dass ein kleines Stückchen Elfenbein in einer Ritze von einem Schrank gefunden wurde. Das Stückchen konnte man einer Elfenbeindose zuordnen, die an einem anderen Ort aufbewahrt wurde. Es ist also klar, dass diese Elfenbeindose aus dem siebten oder achten Jahrhundert früher mal dort in diesem Schrank stand, weil in so einer Ritze noch so eine Scherbe davon zu finden war.

DOMRADIO.DE: Da wurde also auch Detektivarbeit geleistet. Am Sonntagnachmittag gibt es noch eine besondere Vesper. Wie ist die gestaltet?

Rampini: Zu dieser Vesper um 17 Uhr kommt Herr Dr. Van Betteray aus dem Bergischen Land mit seinem Vokalensemble A CAPELLA aus Köln und den Bergischen Scholaren, die Offizien singen werden, zum Heiligen Anno. Im Mittelalter wurden Offizien während der Stundengebete gesungen, waren Psalmen umrahmt von Antiphonen. Antiphone enthielten Gedanken zum Psalm oder zum Festtag.

Im Spätmittelalter wurden Offizien auch viel zu den Heiligen, die verehrt wurden, komponiert. Es gibt ein Siegburger Offizium zum Heiligen Anno, es wurde wohl zu seiner Heiligsprechung komponiert, und ein Jüngeres aus dem Kölner Mariengrader Stift. Die Kirche stand hinterm Dom. Diese beiden Offizien werden dargebracht in Kombination mit Rezitationen aus der jüngeren Anno-Vita in einem mittelalterlichen Deutsch oder älteren Deutsch. Das ist sehr besonders, weil man in eine ganz andere Welt eintaucht. Das ist so eine ganz besondere Atmosphäre, da freue ich mich sehr drauf.

DOMRADIO.DE: Da sie ja drei Jubiläen in der Gemeinde zu feiern haben dieses Jahr, haben Sie gleich ein ganzes Fest für Sankt Gereon geplant. Schauen wir kurz drauf, speziell auf die Festwoche vom 6. bis zum 13. Oktober dieses Jahr. Was ist Ihr persönliches Programm-Highlight in der Woche?

Rampini: Ich freue mich besonders auf den festlichen Eröffnungsgottesdienst dieser Festwoche, der ist am 6. Oktober, Sonntag um 11 Uhr. Da kommt Kardinal Woelki und feiert diesen Gottesdienst mit uns. Und wir wollen vor allem gerne alle Menschen, die Gereon heißen, zu diesem Gottesdienst einladen.

DOMRADIO.DE: Was glauben Sie, wie viele da kommen werden?

Rampini: Ja, das müssen wir mal sehen, das wissen wir noch nicht. Schön wäre es, wenn diejenigen, die das jetzt lesen oder die das gerne machen möchten, sich im Pfarrbüro anmelden unter StGereon@StGereon.de, dass wir das vielleicht tatsächlich ein bisschen einschätzen können. Es gibt ja inzwischen wieder viel mehr Gereons als früher. Ich glaube, es könnten viele kommen.

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

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