Ein Priester nutzt sein Smartphone
Ein Priester nutzt sein Smartphone

08.05.2019

Angehende Geistliche machen sich fit für Soziale Medien Priester als Influencer

Facebook, Instagram, Youtube: Viele Menschen tummeln sich auf den Seiten der Sozialen Medien. Das Erzbistum Köln schult nun seine angehenden und jungen Geistlichen im Umgang mit diesen Kommunikationskanälen.

Zwölf junge Menschen springen, rufen, gestikulieren. Anfangs geht es ziemlich durcheinander zu, doch nach und nach haben sie die Ansagen verinnerlicht. Bei "eins" springen sie in die Luft, bei "zwei" klatschen sie sich gegenseitig zum "High Five" in die Hände - es gibt viele dieser Kommandos. "Teamgeist - Gemeinsam mehr erreichen" heißt der Kurs, den die angehenden und kürzlich geweihten Priester sowie einige Ordensleute im Priesterseminar des Erzbistums Köln am Mittwoch absolvieren.

Es ist einer von drei Kursen, die das Haus unter dem Motto "Priester als Social Media Influencer" anbietet. Diese "Smart Camps" werden von der "BG3000 Service Gesellschaft" aus Bonn geleitet. In solchen Kursen lernen normalerweise Schüler, Auszubildende oder Lehrer den sicheren Umgang mit den Sozialen Medien. Nun haben die Experten rund 50 etwas andere Teilnehmer vor sich, denen sie in einem zweitägigen Workshop die Chancen und Risiken der modernen Netzwerke vermitteln.

"Soziale Medien schaffen Offenheit und Transparenz. Das möchte ich nutzen."

Die Initiative dazu ging von der Gesellschaft aus. Der Leiter des Priesterseminars, Hans-Josef Radermacher, zeigte sich von dem Angebot begeistert. Denn schon seit längerem hat das Seminar einen eigenen Facebook-Account, vor nicht einmal zwei Wochen kam ein Instagram-Profil hinzu. Über diese Kanäle informiert das Haus regelmäßig darüber, was in seinem Inneren vorgeht: Feste und wichtige Ereignisse, Fotos und Geschichten über seine Bewohner. Die Resonanz sei groß, so Radermacher. Die Menschen interessierten sich für das Leben im Seminar. Und er teile es gerne mit ihnen: "Soziale Medien schaffen Offenheit und Transparenz. Das möchte ich nutzen."

Die angehenden Priester stimmen dem zu. Manche von ihnen nutzen die Youtube und Co. in ihren Tätigkeitsfeldern bereits. Etwa Markus Höfer, angehender Priester für das Erzbistum Köln. Teil seiner Ausbildung ist es, an einer katholischen Grundschule im Osten Düsseldorfs das Fach Religion zu unterrichten. Dabei arbeitet er gerne mit Videos, denn diese seien für Kinder viel ansprechender als Tafelbilder.

Digitale Werkzeuge für Gespräche

Christian Jasper hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Auch er steht kurz vor seiner Priesterweihe und ist in einer Gemeinde im Düsseldorfer Norden tätig. Die Sozialen Medien nutzt er für seine Gemeinde und privat. "Im Glauben geht es immer um Beziehungen", sagt er. So ließen sich die digitalen Werkzeuge für Gespräche nutzen oder zur Verbreitung des Glaubens. So teile er seinen Weg zum Priester online mit vielen Menschen. Und die bekräftigten ihn und stellten Fragen - viel eher, als bei persönlichen Begegnungen. Da sei die Hemmschwelle online niedriger, vermutet er.

"BG3000"-Projektleiter Stefan Krause sieht in den Sozialen Medien ähnliche Chancen. Junge Menschen könne man gut über diese Kanäle erreichen, aber auch jene, die die Wohnung nicht mehr verlassen können. Die Seminare seiner Gesellschaft sollen vermitteln, wie sich moderne Medien chancenorientiert nutzen lassen, ohne dabei aber den Datenschutz aus den Augen zu verlieren. So gebe es durchaus Grenzen für die Anwendungsmöglichkeiten, etwa bei der Beichte.

"Social Hacking" und "Cybermobbing und digitale Dynamiken"

Auch auf die Wissenslücken der Teilnehmer gehen die verschiedenen Workshops ein. In "Social Hacking" wird über sichere Passwörter und die gezielte Beeinflussung von Menschen gesprochen. "Cybermobbing und digitale Dynamiken" thematisiert verschiedene Formen von Angriffen auf Einzelpersonen, etwa Hate-Speech.

Am zweiten Tag sollen erfolgreiche Influencer ins Priesterseminar kommen, um den Teilnehmern Strategien aufzuzeigen, wie sie auf Youtube, Facebook oder Instagram erfolgreich die christliche Botschaft verbreiten können. Diese Verkündigung ist laut Rademacher immerhin eine der wichtigsten Aufgaben eines Priesters, der auch über die Sozialen Medien nachgegangen werden könne. Der Regens: "Ich bin der Ansicht, dass unsere Verkündigung viel aggressiver werden muss."

Ein Vorbild ist in dieser Hinsicht auch Papst Franziskus. Er twittert in zahlreichen Sprachen und hat über 25 Millionen Follower.

Nadine Vogelsberg
(KNA)

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