Jugendlicher bei der Firmung
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Chrisamgefäße
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18.05.2018

Weihbischof Schwaderlapp über Firmungen im Erwachsenenalter "Gott ist der Handelnde"

In katholischen Familien ist die übliche Reihenfolge: Taufe als Baby, Erstkommunion im Grundschulalter. Die Firmung lassen viele ausfallen, holen sie aber als Erwachsene nach. Wir befragten Weihbischof Schwaderlapp zur Erwachsenenfirmung.

DOMRADIO.DE: Die Erwachsenentaufe begegnet einem immer wieder. In der Osternacht gab es eine im Kölner Dom. Wer entscheidet sich denn für eine nachgeholte Firmung?

Dominikus Schwaderlapp (Weihbischof im Erzbistum Köln): Die Motivationen sind ganz unterschiedlich. Morgen kommen ungefähr 90 Erwachsene. Da gibt es pragmatische Anlässe wie zum Beispiel Firm- oder Taufpate zu werden oder eine anstehende Hochzeit. In anderen Ländern wie in Polen und in Italien ist es Pflicht, dass man vor der Hochzeit gefirmt sein muss. Das ist für viele ein Anlass.

Aber es gibt auch immer wieder interessante persönliche Glaubenswege, die zur Firmung führen. Wo man in der Jugend ein sehr distanziertes Verhältnis zu Gott und zur Kirche hatte und dann auf unterschiedlichste Weise wieder die Nähe zu Gott fand und damit zur Firmung kam.

DOMRADIO.DE: Klären wir es noch einmal: Die Firmung ist ja die Festigung im Glauben und findet in einem Alter statt, in dem man schon Verantwortung übernehmen kann, oder?

Schwaderlapp: Das Prägemal der Taufe, das unauslöschliche Prägemal – das man Kind Gottes ist – wird sozusagen noch einmal tiefer eingeprägt und verfestigt. Bei uns in der sogenannten Westkirche, in der lateinischen Kirche, ist es eben so, dass es in einem Alter geschieht, wo man schon selbst Verantwortung übernehmen kann. Wo man selbst den Glauben bekennen kann und sich selbst entscheiden kann.

Das ist nicht in allen Teilen der Welt so. In den katholischen Ostkirchen wird die Firmung etwa mit der Taufe gespendet. Bei uns ist das aber verbunden mit einer noch einmal bewussten Entscheidung und das ist auch gut so.

DOMRADIO.DE: Firmung und Erwachsenentaufen sind jetzt vermutlich das Schönste am Job eines Bischofs. Weil sich die Menschen ja sehr bewusst dafür entscheiden, oder?

Schwaderlapp: Von der Petitesse abgesehen, dass ich meine Arbeit nicht als Job sehe, ist eine Firmung immer etwas Schönes – und zwar bei Jugendlichen und bei Erwachsenen. Ich bitte Jugendliche, mir zu schreiben, weshalb sie sich firmen lassen wollen. Die Briefe, die da zurückkommen, haben oft eine ganz erstaunliche Tiefe. Wir sollten die Jugendlichen da nicht unterschätzen.

Bei den Erwachsenen ist dann oft nochmal ein reiferer Entscheidungsprozess vorausgegangen. In jedem Fall ist es etwas Schönes, weil wie bei jedem Sakrament Gott der Handelnde ist und er uns viel Größeres schenkt als wir Menschen produzieren könnten.

DOMRADIO.DE: Wie läuft die Erwachsenenfirmung am Samstag Abend im Dom ab? Ist es anders als bei der Firmung von Jugendlichen?

Schwaderlapp: Prinzipiell gibt es keine Unterschiede. Die Liturgie ist gleich, nur die Liedauswahl vielleicht ein bisschen anders. Gut, der Dom hat an sich eine Festlichkeit, an die kaum andere Kirchen heranreichen. Aber ansonsten läuft die Frimung ähnlich ab. Es gibt vorher hier im Domforum eine Begegnung mit den Kandidaten. Und dann folgt die festliche Firmung.

Das Gespräch führte Renardo Schlegelmilch.

 

Weihbischof Schaderlapp beantwortet alle Ihre Glaubensfragen, auch im Video – zu sehen auf unserer Internetseite und auf Facebook. Sie können selbst eine Frage einreichen. Oder schicken Sie uns eine Email an: schwaderlapp@domradio.de

(DR)

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