Kölner Dom
Der Kölner Dom: Studentinnen hinterließen Graffito
Empfang des Dombaumeisters durch den Präsidenten der Kanagawa University. (v.l.n.r.: Dombaumeister Dipl.-Ing. Peter Füssenich, Präsident der Kanagawa University in Yokohama Prof. Yoshio Kaneko, Pressesprecher der Dombauhütte Matthias Deml)
Der Dombaumeister (l.) mit dem Universitäts-Professor (m.)

13.06.2017

Japanische Universität entschuldigt sich beim Dombaumeister Eine Frage des Respekts

Wildpinkler oder Schmierereien in den Türmen: Der Kölner Dom wird nicht immer gut behandelt. Dombaumeister Peter Füssenich hat auf seiner Japan-Reise eine besondere Entschuldigung erhalten.

domradio.de: Was war denn da los?

Peter Füssenich (Dombaumeister Kölner Dom): Das ist eine der vielen unglaublichen Geschichten, die hier am Kölner Dom passieren. Vor einem Jahr hat sich eine japanische Delegation gemeldet, die unbedingt einen Termin bei mir haben wollte. Also haben wir sie freundlich empfangen und dann auch den Hintergrund des Besuchs erfahren: Eine Gruppe einer japanischen Universität - genauer gesagt der Kanagawa Universität aus Yokohama, in der Nähe von Tokio - hat eine Konzertreise mit ihrem Orchester nach Köln unternommen. Dabei haben zwei der Studentinnen - wie das leider auch viele andere Touristen machen - oben in der Turmbesteigung ein kleines Graffiti hinterlassen. Wieder zurück in Japan hat der Direktor der Universität das mitbekommen.

domradio.de: Oh oh, gab es dann Ärger?

Füssenich: Man muss wissen, dass ein solcher Vorfall in Japan eine unglaubliche Untat darstellt und auch gesellschaftlich als solche wahrgenommen wird. Man beschmutzt nicht einfach andere Weltkulturerbestätten oder Denkmäler anderer Kulturen. Entsprechend hoch und diplomatisch verwickelt war der Besuch also aufgehängt: Die Delegation war extra wieder nach Deutschland gereist, damit sich die beiden armen Studentinnen für den Fauxpas entschuldigen konnten. Aus dieser Geschichte heraus ist der Kontakt nach Yokohama entstanden und es folgte eine Einladung nach Japan, der ich gern nachgekommen bin. Vor Ort habe ich dann unter anderem an der Universität einen Vortrag über den Kölner Dom gehalten.

domradio.de: Nicht nur das! Sie haben auch einen Scheck mitgenommen.

Füssenich: Ja! Davon wusste ich bis dato nichts. Ich wusste nicht, dass die Entschuldigung noch weiter reicht. Mir wurde in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Japan ein Scheck in Höhe von 10.000 Euro überreicht, der für Sanierungsmaßnahmen am Kölner Dom gedacht ist; sozusagen als Wiedergutmachung für den Fauxpas.

domradio.de: Würden Sie sich manchmal freuen, wenn das hier bei uns auch so wäre?

Füssenich: Natürlich würden wir uns das wünschen! Der Kölner Dom wird nicht immer von allen gleich wertgeschätzt, sag ich mal vorsichtig. Wir erleben hier einige unschöne Dinge, wenn sich zum Beispiel Touristen Andenken vom Dom abbrechen. Das ist besonders ärgerlich, wenn man weiß, dass ein Steinmetz länger als ein Jahr an so einem Baldachin sitzt, von dem dann die "Andenken" abgebrochen werden, dann blutet uns schon das Herz. Oder wenn sich diese Wildpinkler an und zum Teil sogar in den Dom stellen - da sieht man, dass manchmal einfach der Respekt fehlt. Das ist in Japan völlig anders. Dort besteht eine ganz großartige Kultur der Wertschätzung. Davon können wir noch einiges lernen.

domradio.de: Was bekommt der Dom nun Schönes von den 10.000 Euro aus Japan?

Füssenich: Also wir werden diese großzügige Spende verwenden, um eine Sanierungsmaßnahme am Dom durchzuführen. Bedarf gibt es da genug. Wir werden sicherlich noch einmal schauen, ob es nicht ein herausragendes Stück gibt; vielleicht einer der Engel am Turm in Höhe von 80 Metern, die wir gerade auch sanieren müssen. Vielleicht fließt das Geld dahin. Auf jeden Fall wird das Geld einer Restaurierungsmaßnahme am Kölner Dom zugutekommen.

Das Interview führte Heike Sicconi.

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