Kardinal Meisner
Kardinal Meisner

21.09.2015

Sammelband mit Essays von Kardinälen zur Familiensynode Keine "Manipulation"

Wenige Tage vor Beginn der Familiensynode sprechen sich elf Kardinäle gegen Änderungen beim traditionellen Verständnis von Ehe und Familie aus. Es äußert sich auch der emeritierte Kölner Erzbischof Kardinal Meisner.

Ein gleichzeitig in englischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache veröffentlichter Band versammelt Essays von Kirchenführern aus Europa, Indien, Lateinamerika und Afrika.

Ausgangspunkt ist dabei zumeist die Analyse, wonach Ehe und Familie in einem "Auflösungsprozess ohnegleichen" geraten seien, wie es der Herausgeber, der Münchner emeritierte Kirchenrechtler Winfried Aymans, formuliert. In der säkularen Welt, die Liebe und Sexualität "banalisiere und zu einem billigen Vergnügen herabwürdige" (so Kardinal Joachim Meisner), gelte es nun, die Lehre Jesu Christi darzustellen.

Der emeritierte deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes übt in seinem Beitrag Kritik am Vorsitzenden der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. Dessen Vorschlag einer gegenseitigen Ergänzung von Dogmatik und Seelsorge sei "weder originell noch hilfreich". Mit Blick auf die Frage, ob und wann wiederverheiratete Geschiedene zu den Sakramenten der katholischen Kirche zugelassen werden dürfen, zeigt sich Cordes zurückhaltend. Wiederverheiratet-Geschiedene seien ein "fortdauernder Schmerz für die Kirche", den zu heilen nicht in kirchlicher Macht stehe.

Meisner: Sorgfältigere Ehevorbereitung

Meisner fordert als Reaktion auf hohe Scheidungszahlen und Säkularisierung eine sorgfältigere und längere Ehevorbereitung. Nötig sei dazu eine neue Rahmenordnung für alle Bistümer. Zugleich verweist der Kölner Alterzbischof auf die kirchliche Ablehnung künstlicher Empfängnisverhütung. "Liebe und Fruchtbarkeit sind zwei Seiten der einen Medaille. Wer die Fruchtbarkeit manipulativ ausschließt, widersetzt sich dem Schöpferwillen Gottes", so Meisner.

Der indische Kardinal Baselios Cleemis schreibt der Ehe den Charakter eines "Mysteriums" zu und plädiert für die Annullierung einer kirchlich geschlossenen Ehe, wenn ein Ehepartner homosexuell ist und diese "verkehrte Disposition unter anderem mit psychologischer oder psychiatrischer Hilfe" nicht "korrigiert". Der italienische Kardinal Carlo Caffarra warnt im Blick auf eventuelle Veränderungen in der kirchlichen Lehre vor einer Bagatellisierung des Begriffs der göttlichen Barmherzigkeit.

Die bevorstehende Bischofssynode berät im Oktober im Vatikan über die katholische Lehre von Ehe und Familie. Einzelthemen sind unter anderem der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen sowie die Förderung von Migrantenfamilien.

(KNA)

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