Alfred Neven DuMont
Alfred Neven DuMont
Rainer Maria Kardinal Woelki
Rainer Maria Kardinal Woelki

31.05.2015

Kardinal Woelki würdigt Alfred Neven DuMont als große Persönlichkeit "Wir verlieren einen bedeutenden Menschen"

Der Kölner Verleger Alfred Neven DuMont ist am Samstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Kölner Kardinal Woelki würdigte den Zeitungsverleger und Ehrenbürger gegenüber domradio.de als bedeutende Persönlichkeit und wohltätigen Menschen.

Rainer Maria Kardinal Woelki betonte, Alfred Neven DuMont sei mit der Stadt und dem Medienstandort Köln unverwechselbar verbunden gewesen. Er habe durch seine unternehmerische Arbeit und mit Weitsicht den für unsere Demokratie so wichtigen Medienstandort Köln geprägt und mit ausgebaut. Dafür, und für seine kulturschaffende Art dürfe man dankbar sein, so Woelki weiter. Von der Religiosität DuMonts und seiner Beheimatung in der Kirche habe er sich selber in einem persönlichen Gespräch im Februar mit ihm überzeugen können.

Beeindruckt habe Woelki auch das caritative Engagement DuMonts, das er in Köln und vor allem in einer Vielzahl von Projekten in Afrika geleistet habe. Dabei ging es ihm darum, insbesondere in Bildung und Ausbildung junger afrikanischer Kinder und Jugendlicher mit zu investieren. Der Kölner Kardinal sprach den Angehörigen und Freuden DuMonts seine tiefe Anteilnahme aus: "Wir verlieren wirklich einen für unsere Stadt bedeutenden Menschen und ich fühle mich in dieser Stunde mit seiner Frau, seiner ganzen Familie und allen, die um ihn trauern, verbunden und schließe ihn gerne auch in mein persönliches Gebet mit ein."

Oberbürgermeister Roters: "Verlieren einen großen Sohn"

Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) erinnerte daran, dass DuMont vor allem der deutsch-israelische Dialog am Herzen gelegen habe. Mit seinem Tod verliere Köln "einen großen Sohn". DuMont war Ehrenbürger der Domstadt.

Dompropst em. Feldhoff soll Totenmesse halten

Laut "Express"-Angaben sollen der langjährige Kölner Dompropst Norbert Feldhoff sowie der Hauptgeschäftsführer von Misereor, Pirmin Spiegel, die Totenmesse für DuMont leiten. Dies habe der Verstorbene in seinem Testament so verfügt. Zu dem katholischen Hilfswerk unterhielt DuMont laut "Express" einen engen Kontakt. So förderte er unter anderem ein Ausbildungszentrum von Misereor in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Dort feierte er im vergangenen Jahr mit Schülern, Lehrern und deutschen Helfern seinen 87. Geburtstag.

Eine große Verlegerpersönlichkeit

Neven DuMont galt als eine der letzten großen Verlegerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit. Zum Verlag M. DuMont Schauberg gehören unter anderem die Zeitungen "Kölner Stadt-Anzeiger", die "Berliner Zeitung", die "Hamburger Morgenpost" und die "Mitteldeutsche Zeitung".

Kölner Stadt-Anzeiger maßgeblich geprägt

Alfred Neven DuMont habe das Unternehmen mehr als ein halbes Jahrhundert lang entscheidend geprägt und maßgeblich die Geschicke der Zeitungen, allen voran des "Kölner Stadt-Anzeiger", beeinflusst, sagte der Vorsitzender des Aufsichtsrates der Mediengruppe M. DuMont Schauberg, Christian DuMont Schütte, am Sonntag. Neben seiner Leidenschaft für Publizistik habe er als Mäzen die Kunst und Kultur vor allem in seiner Heimatstadt Köln gefördert. "Der Verlust meines langjährigen Partners trifft mich schwer."

Der Vorstandsvorsitzender der Mediengruppe, Christoph Bauer, würdigte den Verleger "als einen Menschen, dem die Publizistik und das Unternehmen gleichermaßen wichtig waren". So habe er den Vorstand in den vergangenen Monaten bei der Neuausrichtung der Mediengruppe unterstützt.

Große Verlegerpersönlichkeit

DuMont galt als eine der letzten großen Verlegerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit. Er trat den Angaben nach im Jahr 1953 in den Verlag seines Vaters ein und übernahm die publizistische Leitung beim "Kölner Stadt-Anzeiger". Mitte der 1960er Jahre gründete er die Boulevardzeitung "Express". Heute erscheinen fünf weitere Titel in der Medien-Gruppe, darunter die "Kölnische Rundschau" und der "Berliner Kurier". Erst im vergangenen Januar hatte Alfred Neven DuMont den Vorsitz des Aufsichtsrates der Mediengruppe an Christian DuMont Schütte übergeben, er selbst wurde zum Ehrenvorsitzenden des Gremiums ernannt.

Alfred Neven DuMont war seit 1966 Hedwig von Auersperg verheiratet. Ihr ältester Sohn Markus, ein Künstler, starb 1995. Die jüngeren Kinder sind Isabella (47) und Konstantin (45). Der Kölner Verleger wurde mit den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. 2001 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln und die Honorarprofessur der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verliehen.

 

(DR, epd)

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