24.03.2021

Reaktionen auf Vatikan-Aussage zur Segnung homosexueller Paare Geteiltes Echo

Die katholische Kirche hat nach Darstellung der Vatikanischen Glaubenskongregation keine Vollmacht, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. Diese Aussage stößt unter Katholiken in Deutschland auf ein geteiltes Echo.

Zwar sei bei solchen Initiativen "der aufrichtige Willen" zu erkennen, "homosexuelle Personen anzunehmen, sie zu begleiten und ihnen Wege des Glaubenswachstums anzubieten", heißt es in einer am 15. März im Vatikan verbreiteten Erklärung. Da aber die Verbindungen von homosexuellen Paaren nicht dem göttlichen Willen entsprächen, könnten sie nicht gesegnet werden.

Segnungen, so heißt es weiter, gehörten zu den kirchlichen Sakramentalien. Diese aber verlangten, "abgesehen von der rechten Absicht derjenigen, die daran teilnehmen", dass "die zu segnende Wirklichkeit objektiv und positiv darauf hin geordnet ist, die Gnade zu empfangen und auszudrücken".

Eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe entspreche dem nicht. Gleichwohl, so heißt es, sei nicht ausgeschlossen, "dass Segnungen einzelnen Personen mit homosexuellen Neigungen gespendet werden", die den Willen bekundeten, in Treue zum Willen Gottes zu leben. Papst Franziskus habe diese Antwort gutgeheißen, heißt es am Ende des Dokuments.

Schönborn: Erklärung zu homosexuellen Paaren "nicht glücklich"

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat die jüngste Erklärung der vatikanischen Glaubenskongregation gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen als "nicht glücklich" bezeichnet.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress und den Medien der Erzdiözese Wien sagte Schönborn am 24. März, er verstehe, dass sich viele Menschen von der Erklärung verletzt fühlten. Die Öffentlichkeit habe nur ein "Nein" wahrgenommen, so der Kardinal. "Und zwar ein 'Nein' zum Segen; und das ist etwas, was viele Menschen zuinnerst verletzt." Dass hinter der Erklärung auch ein positives Anliegen im Blick auf die sakramentale Ehe stehe, sei hingegen völlig untergegangen.

Die Frage, ob man gleichgeschlechtliche Paare segnen könne, gehöre in die gleiche Kategorie wie die Frage, ob dies bei Wiederverheirateten oder Partnerschaften ohne Trauschein möglich sei. Und hier sei seine Antwort relativ einfach, so der Kardinal: "Wenn die Bitte um den Segen keine Show ist, also nicht nur eine Art Krönung von einem äußerlichen Ritual, wenn die Bitte um den Segen ehrlich ist, es wirklich die Bitte um den Segen Gottes für einen Lebensweg ist, den zwei Menschen, in welcher Situation auch immer, zu gehen versuchen, dann wird man ihnen diesen Segen nicht verweigern."

Als Priester oder Bischof sage er: "Das ganze Ideal habt ihr nicht verwirklicht. Aber es ist wichtig, dass ihr euren Weg auf der Basis menschlicher Tugenden lebt, ohne die es keine gelungene Partnerschaft gibt. Und das verdient einen Segen." Ob die richtige Ausdrucksform dafür eine kirchliche Segnungsfeier ist - "darüber muss man gut nachdenken".

Bätzing "nicht glücklich"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, ist nach eigenen Worten "nicht glücklich darüber", dass sich der Vatikan zum jetzigen Zeitpunkt so massiv in die Debatte über die Möglichkeit des Segens für gleichgeschlechtliche Paare einbringt.

Das erwecke den Eindruck, als wolle Rom die in vielen Teilen der Weltkirche geführte theologische Auseinandersetzung möglichst schnell beenden, sagte der Limburger Bischof am 15. März der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. "Das ist aber gar nicht möglich." Die theologischen Anfragen an die heutige pastorale Praxis könnten nicht einfach mit einem Machtwort aus der Welt geschafft werden.

Bätzing zeigte sich offen für eine Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre bei diesem Thema. Das müsse auf der Basis grundlegender Wahrheiten des Glaubens und der Moral, aber auch in Offenheit für neuere Ergebnisse der Humanwissenschaften und der Lebenssituationen heutiger Menschen geschehen.

ZdK enttäuscht

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) reagierte enttäuscht. Es müsse eine Weiterentwicklung der Lehre mit tragfähigen Argumenten geben. Der Bezug allein auf die Formulierungen des Katechismus reiche nicht aus, erklärte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am 15. März in Bonn.

Die Stellungnahme aus Rom reihe sich ein in "eine Folge von Störungen des Synodalen Weges". Auf diesem gemeinsamen Weg der katholischen deutschen Bischöfe und des ZdK werde die Segnung von Menschen weiter ein Thema sein, unterstrich der ZdK-Präsident.

Zustimmung von Bischof Voderholzer

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Passauer Bischof Stefan Oster begrüßten das Nein des Vatikan und dankten für die Klarstellung. Jeder Mensch müsse unabhängig von seiner sexuellen Orientierung in seiner Würde geachtet und mit Respekt aufgenommen werden, betonte Vorderholzer. Zugleich aber lehne die Kirche jede Gleichsetzung von Ehe und homosexuellen Lebensgemeinschaften strikt ab. Oster erklärte, er hoffe, dass die Äußerung "größere Einmütigkeit" befördere, weil die Debatte über die Segnung homosexueller Paare zu Polarisierungen führe.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck betonte die Nähe der Kirche im Ruhrbistum zu allen Menschen. "Wir werden mit unseren seelsorglichen Angeboten auch weiterhin alle Menschen begleiten, wenn sie darum bitten - ganz gleich in welcher Lebenssituation", sagte er.

Frauenverbände üben Kritik

Heftige Kritik an Rom äußerten die katholischen Frauenverbände kfd und KDFB sowie die Initiative "Wir sind Kirche". "Wir lehnen die heute veröffentlichte Haltung aus Rom klar ab", erklärte der kfd-Bundesverband in Düsseldorf. "Wir setzen uns weiter für die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare ein." Auch der KDFB betonte:

"Wir sprechen uns auch dafür aus, gleichgeschlechtlichen Paaren in der Kirche den Segen Gottes für ihre Partnerschaft zu spenden." Die Kirche in Deutschland müsse weiter über gelingende Beziehungen nachdenken und entsprechende Entscheidungen treffen.

Generalvikar Pfeffer kritisiert Vatikanpapier

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer hat derweil das Nein des Vatikan zur Segnung homosexueller Paare kritisiert. Die Argumentation der Glaubenskongregation bezeichnete er am Montagabend auf seiner Facebook-Seite als "unfassbar". Sprache und Inhalt der Verlautbarung seien "erschreckend". Er könne "allen Ärger, Zorn und Frust von so vielen Menschen verstehen".

Pfeffer teilte auf Facebook ein Statement des Wormser Dompropstes Tobias Schäfer. "Den Segen Gottes zu spenden, wer immer ihn braucht, erbittet und ersehnt: Das kann und werde ich niemandem verweigern", hieß es darin. Segen sei kein Instrument für moralisches Urteil, so Schäfer. "Was für eine Hybris zu glauben, wir müssten Gott vor mutmaßlich sündigen Situationen schützen; wir müssten den Segen Gottes schützen, dass er nur ja nicht die 'Falschen' erreicht." Wo die Kirche glaube, sich zur Wächterin über den Segen Gottes machen zu müssen, sei sie "kein Segen mehr für die Welt".

Bischof Ipolt begrüßt vatikanische Klarstellung

Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt hat dagegen die Absage der vatikanischen Glaubenskongregation an eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare begrüßt. "Bei dem Nein zu einer Segnung geht es aus meiner Sicht vor allem um eine klare Stärkung der Ehe zwischen Mann und Frau und für uns Katholiken auch des Sakramentes der Ehe", erklärte Ipolt am Dienstag in Görlitz.

Zwar könnten Homosexuelle einzeln gesegnet werden, nicht aber ihre Partnerschaft. "In der Praxis einer öffentlichen Segnung mit Gemeindebeteiligung, die ja dann gewünscht wäre, würde das aus meiner Sicht in kurzer Zeit in der öffentlichen Wahrnehmung und im Verständnis der Gläubigen zu Verwechslungen mit einer kirchlichen Trauung führen", so Ipolt. Darum sei er gegen eine solche Segnung.

Kohlgraf: Vatikanpapier zu Homosexuellen enttäuscht Gläubige

Nach dem Nein der vatikanischen Glaubenskongregation zu Segnungen homosexueller Partnerschaften registriert der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf eine große Enttäuschung. "Ich nehme wahr, wie viele gläubige Menschen dadurch enttäuscht und verletzt sind, keineswegs nur unmittelbar Betroffene. Ich nehme dies sehr ernst", schreibt Kohlgraf in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme.

Gleichzeitig nehme er dies "als Auftrag und Ansporn, dass wir im Bistum Mainz verstärkt seelsorgliche Angebote und Konzepte entwickeln für und insbesondere: gemeinsam mit homosexuellen Menschen". Er sei allen Betroffenen dankbar, denen daran gelegen sei, "mit unserer Kirche in Verbindung zu bleiben".

Zugleich verwies Kohlgraf auf einen eigenen Beitrag von Anfang Februar, in dem er eine Neubewertung von Homosexualität durch die katholische Kirche angeregt und eine vorurteilsfreie seelsorgliche Begleitung gleichgeschlechtlicher Paare gefordert hatte. Er plädiere zwar nicht für eine der kirchlichen Trauung ähnliche Segensform für homosexuelle Paare, aber "für eine Begleitung - anstatt zu urteilen", schrieb Kohlgraf damals in dem Beitrag für die Mainzer Kirchenzeitung "Glaube und Leben". Zudem müsse man mit ihnen reden und nicht über sie.

Es gebe bereits viele Segensfeiern für solche Paare, so der Bischof in dem Beitrag weiter. Diese verstießen zwar häufig "gegen die kirchliche Ordnung", doch es erscheine ihm "wenig sinnvoll", hier einzuschreiten oder gar einen Segen rückgängig machen zu wollen:

"Will ich derart viel zartes Porzellan bei glaubenden Menschen zerbrechen?" Die Kirche könne Erkenntnisse der Wissenschaften "nicht ignorieren", so Kohlgraf.

Bischof Bode kritisiert Segnungsverbot für homosexuelle Paare

Auch der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode kritisiert das Nein des Vatikan zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

"Solche einfachen Antworten, das hat sich längst gezeigt, beenden Fragen nicht, sondern befeuern sie eher", schreibt er in einem am Dienstag auf der Facebook-Seite des Bistums Osnabrück veröffentlichten Post.

"Die Wortmeldung der Glaubenskongregation hat mich zu diesem Zeitpunkt überrascht, zumal zu diesem Thema gerade viele gute und differenzierte Gespräche im Gange sind", führte der Bischof aus. Auch vor dem Hintergrund des in Deutschland laufenden Reformprozesses Synodaler Weg werde deutlich, dass es dringend eine neue Dialogkultur mit Rom brauche. Bode, der auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, hatte bereits in der Vergangenheit angeregt, über Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften nachzudenken.

Bischof Timmerevers enttäuscht über vatikanische Klarstellung

Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers bedauert ebenfalls die Absage der vatikanischen Glaubenskongregation an eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Es sei für ihn "enttäuschend", sagte er am Dienstag auf Anfrage. "Dieses Schreiben gibt die augenblickliche katholische Lehre wieder und zeigt keine Weiterentwicklung aufgrund heutiger humanwissenschaftlicher Erkenntnisse und gegenwärtiger pastoraler Notwendigkeiten."

Zugleich betonte Timmerevers: "Trotz der Ablehnung aus Rom wird das Thema der Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren damit noch nicht beendet sein." Er erhoffe sich eine Fortschreibung und Neupositionierung aufgrund der Äußerungen des Papstes in seinem Schreiben "Amoris laetitia" (2016). "Dort wünscht der Papst, dass in der Kirche pastorale Ausgrenzungen zu überwinden und die Menschen seelsorglich zu begleiten und zu integrieren sind. Das sollte nicht nur ein Wunsch bleiben, sondern auch erlebbar werden", so das Oberhaupt des Bistums Dresden Meißen. Timmerevers hatte sich bereits zuvor mehrfach für eine Segnung homosexueller Partnerschaften ausgesprochen.

Synodaler Weg: Weiterentwicklung von Sexuallehre gefordert

Das Nein aus Rom zur Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften beschäftigt auch das Reformprojekt des Synodalen Wegs. Die beiden Vorsitzenden des Synodalforums "Leben in gelingenden Beziehungen - Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft", der Aachener Bischof Helmut Dieser und die familienpolitische Sprecherin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Birgit Mock, erklärten am Dienstag in Bonn, die Lehre der Kirche müsse sich im Dialog mit der Lebenswirklichkeit der Menschen und den Einsichten der Humanwissenschaften weiterentwickeln. Dazu wolle auch der Synodale Weg beitragen.

"Unser Forum wird diesen römischen Zwischenruf eingehend diskutieren", betonten Dieser und Mock. Das Dokument enthalte "ganz überwiegend dynamische Begrifflichkeiten", die auf eine Möglichkeit der Weiterentwicklung der Lehre hoffen ließen.

Dieser sieht in der Stellungnahme wichtige positive Einschätzungen zur Lebenswirklichkeit homosexueller Menschen. Es werde anerkannt, dass in homosexuellen Lebensgemeinschaften positive Elemente vorhanden seien, die zu schätzen und hervorzuheben seien, so der Bischof. Es gehe darum, homosexuelle Personen anzunehmen, sie zu begleiten und ihnen Wege des Glaubenswachstums aufzuweisen. "Dabei wird sogar Verständnis dafür angedeutet, dass der seelsorgliche Wunsch, homosexuelle Verbindungen zu segnen, diesem aufrichtigen pastoralen Willen entspringen könne."

Mock unterstrich, dass die Sexuallehre der Kirche neu bewertet werden müsse. Quellen dafür seien eine zeitgemäße Auslegung der Heiligen Schrift, die Tradition und das Lehramt. "Ebenso speisen sich unsere Überlegungen aus aktuellen theologischen und humanwissenschaftlichen Erkenntnissen sowie dem Glaubenssinn der Gläubigen."

Die Sexualität gehöre untrennbar zur Identität jedes Menschen, so Mock weiter. Gelingende Beziehungen könnten nicht nur in einer kirchlich geschlossenen Ehe zwischen Frau und Mann gelebt werden, sondern auch in von Liebe, Treue und Verantwortung geprägten gleichgeschlechtlichen Beziehungen. "Wir sollten es daher nicht verpassen, in der Liebe dieser Paare Fundstätten Gottes zu erkennen."

"Pfarrer-Initiative" will weiter homosexuelle Paare segnen

Die sogenannte Pfarrer-Initiative in Österreich will unterdessen das vatikanische Verbot ignorieren und weiter gleichgeschlechtliche Paare segnen. Sie sehe einen "Rückfall in Zeiten, die wir mit Papst Franziskus als überwunden gehofft hatten", heißt es in einer Pressemitteilung vom Dienstag. Man werde "auch in Zukunft kein liebendes Paar zurückweisen, das darum bittet, den Segen Gottes, den sie alltäglich erleben, auch gottesdienstlich zu feiern". Eine "Theologie auf der Höhe der Zeit" begründe diese "verantwortliche Praxis".

Die Pfarrer-Initiative ist eine österreichische Bewegung katholischer Priester und Diakone, die nach eigenen Angaben "ihrem Gewissen folgen und sich für neue Wege in der Kirche einsetzen". Als Ziele nennt sie "lebendige Gemeinden, zeitgemäße synodale Kirchenstrukturen und vor allem eine glaubwürdige und aufgeschlossene Weltkirche", die den "Dienst am Menschen in den Mittelpunkt stellt". Die Initiative wurde 2006 gegründet und habe rund 350 Mitglieder aus den Reihen der Amtskirche sowie 3.000 unterstützende Laien.

Die Reformbewegung protestiert "vehement dagegen, dass gleichgeschlechtlich liebenden Paaren unterstellt wird, nicht Teil des göttlichen Plans zu sein". Rom versuche, "die Schöpfungswirklichkeit mit dogmatisierenden Anmaßungen zu untergraben". Das römische Dekret stoße viele Christen vor den Kopf und diskreditiere die befreiende Botschaft Jesu.

Paderborner Generalvikar zeigt Verständnis für Kritik am Vatikan

Der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt bekundet Verständnis für den Unmut, den das Nein des Vatikan zum Segen für homosexuelle Paare ausgelöst hat. "Menschen empfinden diese Feststellung als ausgrenzend und diskriminierend", erklärte er am Mittwoch in Paderborn. "Das macht mich betroffen." Für ihn sei die Diskussion über die gleichgeschlechtliche Liebe und den daraus erwachsenen Beziehungen nicht beendet.

"Es gibt keine einfache Antwort", betonte Hardt. "Wir müssen weiter sprechen und bei komplexen Zusammenhängen weiter differenzieren." Dies brauche Zeit und Geduld. "Wichtig erscheint mir, dass wenn es um die Beziehung zwischen Gott und Schöpfung, Gott und Mensch geht, nicht einfach Wahrheit und Wirklichkeit als Alternativen gegenüber gestellt werden können angesichts der vielfältigen Schattierungen dieser Welt und des menschlichen Lebens". In der Kirche dürfe es "keine Diskriminierung des menschlichen Lebens" geben. Er beobachte gerade bei der jüngeren Generation ein gutes Gespür dafür. "Das freut mich und darauf möchte ich setzen", so der Generalvikar.

Franziskanische Gemeinschaften empört über Vatikan-Papier

Die Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft (INFAG) reagiert mit Empörung auf das Nein der vatikanischen Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Paare. "Eine Zusage der Heilszuwendung Gottes in Form eines Segens Menschen zu verweigern, die aufrichtig darum bitten, halten wir für nicht akzeptabel", heißt es in einer Stellungnahme der INFAG.

Das Schreiben der Glaubenskongregation verschließe die Augen "vor der Lebenswirklichkeit unserer Zeit" und verletze Menschen, die einander aufrichtig liebten und ihren Weg im Glauben suchten.

Zudem würden die Bemühungen "um einer erneuerte Sexualmoral in der aktuellen theologischen Debatte" ausgeblendet, kritisieren die Franziskaner weiter. Das Schreiben dokumentiere damit "ein erschreckendes Maß an humanwissenschaftlicher, theologischer und pastoraler Ignoranz". Zudem sei sein "doktrinär patriarchaler Kommunikationsstil" befremdlich. Die Arbeitsgemeinschaft erklärte ihre Unterstützung für die Bemühungen mehrerer deutscher Bischöfe, "angemessene rituelle Formen für homosexuelle Paare zu erarbeiten und zu gestalten".

Die INFAG wurde eigenen Angaben zufolge 1982 mit dem Zweck gegründet, das franziskanische Erbe in Kirche und Gesellschaft zu erhalten. Die Geschäftsstelle befindet sich in Würzburg.

Seelsorger rufen zu bundesweiten Segnungen für Liebende auf

Eine Gruppe von Seelsorgerinnen und Seelsorgern ruft für den 10. Mai zu bundesweiten "Segensgottesdiensten für Liebende" auf. "Paare, die hieran teilnehmen, sollen den Segen bekommen, den Gott ihnen schenken will - ganz ohne Heimlichkeit", heißt es in dem Aufruf vom 24. März unter den Leitworten #mutwilligSegnen und #liebegewinnt. Zudem solle "mit vielen kreativen Zeichen" deutlich gemacht werden, "wie sehr viele Menschen in der Kirche die bunte Vielfalt der verschiedenen Lebensentwürfe und Liebesgeschichten von Menschen als Bereicherung und Segen empfinden".

Zu den Initiatoren gehören neben dem Speyerer Priester Casten Leinhäuser die beiden Pfarrer Bernd Mönkebüscher (Hamm) und Burkhard Hose (Würzburg), die zuvor bereits mit einer anderen Aktion für Aufsehen gesorgt hatten. "Wir verweigern eine Segensfeier nicht", heißt es in ihrer in den Sozialen Medien verbreiteten Erklärung. Sie wurde inzwischen von über 2.000 Priestern, Diakonen, Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten sowie Ordensleuten unterzeichnet, hieß es.

Information der Redaktion: Der Artikel wird um Reaktionen zu dem Thema laufend ergänzt, Stand 24. März, 09.00 Uhr.

(KNA)

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