Mann mit einer Regenbogenfahne
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Georg Bätzing, Bischof von Limburg
Georg Bätzing, Bischof von Limburg

28.12.2020

Bischof Bätzing: Katechismus beim Thema Homosexualität ändern "Wir brauchen Lösungen"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, spricht sich für weitreichende Veränderungen in der katholischen Kirche aus. Unter anderem regt er eine Änderung der Regeln des Katechismus in Fragen der Homosexualität an.

Das betonte er im Interview der "Herder Korrespondenz" (Januar). Der 1992 von Papst Johannes Paul II. herausgegebene "Weltkatechismus" soll eine "sichere Norm für die Unterrichtung im Glauben" sein und ein "authentischer Bezugstext für die Darlegung der katholischen Lehre".

Laut Katechismus ist es keine Sünde, homosexuell zu empfinden. Homosexuellen sei mit "Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen" ohne Diskriminierung. Homosexuelle Handlungen aber seien "in sich nicht in Ordnung".

Kirchliche Segnung für Paare?

Bätzing regt auch kirchliche Segnungen für Paare an, die nicht kirchlich heiraten können: "Wir brauchen hierfür Lösungen, die nicht nur im Privaten greifen, sondern auch eine öffentliche Sichtbarkeit haben - aber deutlich machen, dass keine Ehe gestiftet wird."

Neben homosexuellen Paaren können zum Beispiel auch Menschen, die nach einer Scheidung zivil erneut eine Ehe schließen, nicht mehr kichlich heiraten nach katholischer Lehre. Solche Segnungen seien möglicherweise auch machbar ohne eine offizielle Anerkennung aus dem Vatikan.

In dem Interview spricht sich der Limburger Bischof auch für weitere Reformen aus, etwa bei der Beteiligung von Frauen in der Kirche. Um weiterreichende Veränderungen zu diskutieren, hält er ein neues gesamtkirchliches Konzil für denkbar.

Argumente gegen Priesterinnen überzeugen immer weniger

Nach Ansicht des Bätzings wird es auch immer schwieriger, das Verbot der Diakonen- und Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche zu begründen. Ihm liege viel daran, "die Argumente der Kirche, warum das sakramentale Amt nur Männern zukommen kann, redlich zu nennen", sagte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz im Interview weiter: "Aber ich muss ehrlich sagen: Ich nehme eben genauso wahr, dass diese Argumente immer weniger überzeugen und dass es in der Theologie gut herausgearbeitete Argumente gibt, die dafür sprechen, dass das sakramentale Amt auch für Frauen zu öffnen wäre."

Als ersten Schritt nenne er hier oft das Diakonat der Frau, also die Diakonenweihe als erste Stufe vor der Priester- und Bischofsweihe. Denn hier sehe er einen Spielraum, so Bätzing: "Für das Amt des Priesters haben die Päpste seit Johannes Paul II. unisono gesagt, die Frage sei beantwortet - und trotzdem ist sie auf dem Tisch."

Johannes Paul II. hatte 1994 erklärt, die Kirche habe "keinerlei Vollmacht", Frauen zu Priesterinnen zu weihen. Ergänzend hatte er betont, "dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben". Zur Begründung wird unter anderem immer wieder angeführt, dass Jesus nur Männer zu Aposteln und Nachfolgern berufen habe.

Statement von Bischof Voderholzer

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hatte in seiner aktuellen Weihnachtspredigt das Nein zum Frauenpriestertum auch damit begründet, dass die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen davon ausgingen, dass zur Repräsentation Christi, des Hauptes der Kirche, von seiner natürlichen Zeichenhaftigkeit her das männliche Geschlecht gehöre.

Weil Frauen nicht katholische Priesterinnen werden dürfen, ist ihnen damit auch die Weihe zur Diakonin verwehrt, solange diese als erste Stufe des Weiheamts angesehen wird und damit als untrennbar verbunden mit dem Priesteramt.

Papst Franziskus spricht sich zwar immer wieder für eine stärkere Beteiligung von Frauen aus, lehnt aber bisher Weiheämter für Frauen ab. Wer die Mitwirkung von Frauen in der Kirche nur mit der Zulassung zur Weihe stärken wolle, greife zu kurz und "klerikalisiere" Frauen, schrieb er unter anderem. Zugleich setzte er aber auch eine Kommission zum Thema Diakonat der Frau ein.

(KNA)

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