04.04.2019

Alltag einer katholischen Kita mit Flüchtlingskindern Eine gute Vorbereitung ist alles

Muslimische Flüchtlingskinder in einer katholischen Kindertagesstätte? "Klar, da machen wir mit", war sich Kita-Leiterin Eva-Maria Ruckes mit ihrem Team einig. Und so hat man 14 zugezogene Kinder aufgenommen – durchaus eine Herausforderung.

DOMRADIO.DE: 14 Kinder aus Syrien, Afghanistan und aus dem Irak – überwiegend muslimische Kinder in einer katholischen Kita. Ist das zunächst mal für deren Eltern so in Ordnung?

Eva-Maria Ruckes (Leiterin der Katholischen Kindertagesstätte St. Heribert, Köln): Ja, das ist es, was mich sehr erfreut hat. Wir sind natürlich vorher ins Gespräch gegangen, man kann da nicht einfach ins kalte Wasser springen. Eine Vorbereitung der Mitarbeiter und der Elternschaft ist da wichtig, wobei alle Seiten sehr offen waren.

DOMRADIO.DE: Wie funktioniert das im Alltag, lassen Sie beim Erbseneintopf beispielsweise den Speck von vornherein raus?

Ruckes: Ja, auf jeden Fall! Aber das haben wir aber auch schon vorher getan, bevor wir die geflüchteten Kinder hatten. Bei uns waren schon mal muslimische Kinder türkischer Abstammung, und deswegen hatten wir uns bewusst dazu entschieden, auf Schweinefleisch zu verzichten.

DOMRADIO.DE: Und ansonsten gehen die Kinder beim Martinszug mit und bekommen zum Beginn der Fastenzeit das Aschekreuz auf die Stirn?

Ruckes: Ja, wir leben unseren religiösen Alltag. Die christlichen Werte werden vermittelt, dazu gehören auch die christlichen Feste im Jahreskreis, und die sind uns wichtig, um verschiedene Dinge zu vermitteln. Da gehören die Kinder einfach mit dazu.

DOMRADIO.DE: …und machen sie auch selbstverständlich alles mit?

Ruckes: Sehr gerne sogar.

DOMRADIO.DE: Das klingt alles sehr integrativ und problemlos. Gibt es auch Situationen, wo es weniger glatt läuft?

Ruckes: Natürlich. Zum einen ist es immer noch die Sprachbarriere als eine große Hürde vorhanden, mehr bei den Eltern als bei den Kindern; die Kleinen haben Deutsch sehr schnell gelernt, was ja sehr wichtig für die Integration ist. Aber wir merken natürlich auch bei den Kindern, dass sie einige Dinge auf ihrer Flucht mitgebracht haben, in ihrem Gepäck. Das gilt es auch zu bewältigen, denn die Auswirkungen im Alltag merkt man natürlich auch.

DOMRADIO.DE: Spüren Sie auch eine andere Mentalität?

Ruckes: Ja. Tatsächlich bei der Lautstärke. Ob das jetzt an ihren Flucht-Erfahrungen liegt oder an ihren Flüchtlingsunterkünften, wo sie natürlich sehen müssen, dass sie auch zu Wort kommen und sich gegen Erwachsene behaupten müssen, kann man wahrscheinlich nicht sagen. Aber dass die Situation in den Unterkünften nicht einer Kinderwelt entspricht, man merkt man schon. Sie wollen sich noch mehr durchsetzen und sind daher laut. Das kann natürlich auch bei deutschen Kindern passieren.

DOMRADIO.DE: Also man kann sich schon vorstellen, dass es eine besondere Herausforderung für Ihre Erzieherinnen und Erzieher ist, zumal Sie ja auch für die Sondersituation nicht mehr Geld bekommen.

Ruckes: So ist es. Wir bekommen die ganz normalen Mittel, die jede Kita bekommt. Allerdings, darf man nicht vergessen, dass die Finanzierung der zugezogenen Kinder durch einen Fonds des Erzbistums Köln unterstützt wird. Und natürlich musste die ganze Initiative gut vorbereitet werden. Wir hatten zum Beispiel Fortbildungen dazu, was es bedeutet auf der Flucht zu sein. Das können ja wir immer nur erahnen, aber wir versuchen uns da ein Stück weit reinzudenken. Und dann die Frage: Was brauchen Kinder? Im Grunde natürlich das Gleiche was unsere Kinder auch brauchen: Zuwendung, Zuneigung, Respekt, Akzeptanz. Aber man muss noch mal genauer hingucken, weil die Kinder Traumata mitbringen können.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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