Bischöfe mit gefalteten Händen
Bischöfe mit gefalteten Händen
Reinhard Kardinal Marx
Reinhard Kardinal Marx

26.04.2016

Kardinal Marx: Kirche steht vor einer Erneuerung der Seelsorge Nicht von oben herab

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sieht neuen Spielraum beim Umgang mit Lebensmodellen, die katholischen Normen widersprechen. Die Kirche müsse dazu ermutigen, dem Evangelium in den jeweiligen Lebenssituationen zu folgen.

Gerade im Bereich Sexualität, Partnerschaft und Familie dürfe sich die Kirche nicht damit begnügen, "von oben herab ein Ideal zu predigen". Das im April veröffentlichte nachsynodale Schreiben von Papst Franziskus über Ehe und Familie, "Amoris laetitia" (Die Freude der Liebe), stehe für die "Erneuerung einer anspruchsvollen Seelsorge", schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in einem Beitrag für die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Mittwoch).

"Nicht immer passgenau"

Es geht dabei um eine Seelsorge, die Ernst macht mit der Anforderung, der individuellen Biographie und Lebenssituation tatsächlich konkret gerecht zu werden, die die Menschen mitbringen, wenn sie zu uns kommen", so Marx. Allgemeine Normen und Regeln der Kirche seien im konkreten Fall "nicht immer passgenau", so der Erzbischof von München und Freising.

Die menschliche Klugheit sei gefragt, um aus jeder Situation das Bestmögliche zu machen, indem man sich nur zum Teil oder auch gar nicht an die Regel halten könne, weil dabei nichts Sinnvolles herauskäme. Kluges Handeln dürfe dabei nicht mit "Mauschelei" oder Laxheit verwechselt werden. Oberstes Gesetz sei immer das Seelenheil des einzelnen Menschen. Nun gelte es, Priester und pastorale Mitarbeiter besser im Sinne einer individuellen Gesprächsführung und Begleitung auszubilden, die Menschen in verworrenen Lebenssituationen auch wieder zu den Sakramenten wie der Eucharistie führen könnten.

Kern der Dogmatik

Franziskus ändert in seinem Apostolischen Schreiben nach den Worten des Kardinals nicht die katholische Lehre. "Stattdessen führt er diese Dogmatik wieder auf ihren Kern und auch auf ihre Sprache hin, die vom Evangelium her kommt", betont Marx. Der Papst verbinde die kirchliche Lehre mit dem "Lichtschein der Barmherzigkeit, die das kirchliche Handeln grundsätzlich bestimmen muss". Zudem stärke er in seinem Schreiben den Respekt vor dem individuellen Gewissen und auch vor der jeweiligen Kultur der einzelnen Ortskirchen.

Franziskus, dem Marx als Mitglied des K9-Rates als einer seiner wichtigsten Berater zur Seite steht, hatte "Amoris laetitia" am 8. April veröffentlicht. In seinem Abschluss-Dokument zur Familiensynode im Oktober 2015 regte der Papst unter anderem einen neuen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen an. Dabei deutete er die Möglichkeit an, die Betroffenen unter bestimmten Umständen im Einzelfall wieder zu den Sakramenten zuzulassen.

(KNA)

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