Der "Family Day" fand im Circus Maximus statt
Der "Family Day" fand im Circus Maximus statt

30.01.2016

Großdemo in Rom gegen eingetragene Lebenspartnerschaften Protest im Circus Maximus

Mehrere Hunderttausend Menschen haben am Samstag in Rom auf Einladung katholischer Verbände gegen ein geplantes Gesetz über eingetragene Lebenspartnerschaften von Homosexuellendemonstriert. Ab nächster Woche stimmt der Senat darüber ab.

Die Teilnehmer aus ganz Italien versammelten sich am Samstag zum "Family Day" im antiken Circus Maximus nahe dem Kolosseum. Ihr Protest richtete sich gegen einen Gesetzentwurf der Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi, der Schwulen und Lesben in Italien eingetragene Lebenspartnerschaften nach dem deutschen Modell ermöglichen soll. Getragen wurde die Demonstration von Familienorganisationen und christlichen Gruppen. Die Veranstalter sprachen von bis zu zwei Millionen Teilnehmern.

Besonders kritisierten die Redner das vorgesehene Adoptionsrecht, das es Homosexuellen erlauben soll, leibliche Kinder ihres Partners zu adoptieren. Die Gegner der Vorlage befürchten dadurch eine Schädigung des Kindeswohls und eine schleichende Zunahme von Leihmutterschaften. Auf Transparenten der Teilnehmer standen Slogans wie "Verkehrt bleibt verkehrt, auch wenn es Gesetz werden sollte" und "Zerstört nicht die Familie". Der Leiter des Organisationsteams, Massimo Gandolfini, betonte, der Protest sei kein Angriff auf bestimmte Personengruppen, sondern diene der Verteidigung der traditionellen Familie.

Mehrheit der Italiener gegen Adoptionsrecht

Der Streit um den Gesetzentwurf, der zurzeit im italienischen Senat diskutiert wird, geht quer durch die Parteien. Auch Politiker von Renzis Demokratischer Partei beteiligten sich an dem Protest. Innenminister Angelino Alfano vom Koalitionspartner Nuovo Centrodestra ("Neue rechte Mitte") bekundete auf Twitter seine Solidarität mit den Demonstranten. Auch italienische Bistümer unterstützten den "Family Day". Die Italienische Bischofskonferenz verzichtete auf eine offizielle Grußbotschaft. Deren Vorsitzender, Kardinal Angelo Bagnasco, twitterte jedoch: "Vergessen wir nie die eigentliche Identität der Familie und ihre Bedeutung für die Stabilität und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes."

Laut Umfragen befürwortet eine Mehrheit der Italiener eingetragene Lebenspartnerschaften für Homosexuelle, ist aber gegen ein Adoptionsrecht.

(KNA)

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