Eheringe auf einem zerrissenen Papier
Ohne Eheringe: Mehr als 166.000 Ehen wurden 2014 geschieden

23.07.2015

Zahl der Ehescheidungen ging 2014 leicht zurück Von wegen "verflixtes siebtes Jahr"

Die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland geht leicht zurück - auch weil die Zahl der Ehen sinkt. Dabei verliert das verflixte siebte Ehejahr langsam seinen Schrecken. Frauen machen häufiger den entscheidenden Schritt hin zur Trennung.

Es klingt wie eine gute Nachricht: Die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland ist 2014 um 2,1 Prozent gesunken. 166.200 Ehen endeten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vor dem Richter - das ist die niedrigste Zahl seit 1994.

Doch Martin Conrad vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden gießt ein wenig Wasser in den Wein: "Die sinkenden Scheidungszahlen hängen auch damit zusammen, dass immer weniger Ehen geschlossen werden!", sagte er am Donnerstag. Momentan sind rund 34 Millionen Bundesbürger verheiratet, 1990 waren es 39 Millionen. Vergleicht man die Scheidungsraten, so gab es 2014 einen Wert von 353,6 Scheidungen auf 1.000 Ehen, im Vorjahr waren es 357. Also ein nur leichter Rückgang.

Viele Scheidungen um die Jahrtausendwende

Ein Blick auf die vergangenen 25 Jahre belegt ein Auf und Ab bei den Scheidungszahlen. Kurz nach der Wende gab es - möglicherweise auch wegen der wirtschaftlichen und sozialen Unsicherheiten - deutlich geringere Scheidungszahlen: 1990 wurden 154.700, in den beiden Folgejahren 136.000 beziehungsweise 135.000 Ehen geschieden.

Höchstwerte gab es dagegen um die Jahrtausendwende: 2003 endeten rund 214.000 Ehen vor Gericht - 424 von 1.000 Ehen scheiterten, also fast jede zweite. 2014 hat sich dieser Wert wieder "normalisiert": Nach den derzeitigen Scheidungsverhältnissen werden etwa 35 Prozent aller in einem Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der kommenden 25 Jahre geschieden.

Immer längere Ehe vor der Scheidung

Zugleich bestätigt sich aber der Trend zu einer immer längeren Ehe vor der Scheidung: Die durchschnittliche Dauer der im Jahr 2014 geschiedenen Ehen betrug 14 Jahre und 8 Monate. Vor 20 Jahren, also 1994, waren es noch 12 Jahre. Seit Jahren steigend ist auch das durchschnittliche Alter der Ehepartner bei der Scheidung: 2014 waren die beteiligten Männer durchschnittlich 45,9 Jahre alt, die Frauen 42,9 Jahre. Im Jahr 2000 lag das Durchschnittsalter bei 41,2 Jahren für Männer und 38,6 Jahren für Frauen.

Zugleich zeichnet sich laut Conrad eine statistische Abkehr vom «verflixten» siebten Ehe-Jahr ab. Die meisten Ehen - nämlich 8.900 oder 5,3 Prozent - wurden 2014 bereits nach sechs Jahren geschieden.

Auch weitaus länger andauernde Ehen bleiben immer seltener stabil: In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Ehescheidungen nach einer Ehedauer von 26 und mehr Jahren von 14.300 (1993) auf 23.600 fast verdoppelt. Im vergangenen Jahr waren dies 14,2 Prozent aller Scheidungen. "Die gesellschaftlichen Entwicklungen, wie zum Beispiel die zunehmende finanzielle Unabhängigkeit von Frauen, dürften zu diesem Ergebnis beitragen", heißt es.

Frauen entscheiden sich schneller für die Trennung

Bei der Mehrzahl aller Scheidungen waren die Ehepartner bereits seit einem Jahr getrennt: 138.800 Ehen wurden 2014 nach einjähriger Trennung geschieden. Die Zahl der Scheidungen nach dreijähriger "Auszeit" lag bei 25.300. Bei 1.700 Scheidungen waren die Partner noch kein Jahr zusammen.

Weiterhin ziehen Frauen schneller einen Schlussstrich unter ihre Beziehung: Sie stellten bei den 2014 geschiedenen Ehen in 52 Prozent der Fälle den Scheidungsantrag. Die Männer reichten nur in 40 Prozent der Fälle den Antrag ein, ansonsten beantragten beide Ehegatten gemeinsam die Scheidung (8 Prozent).

Etwa die Hälfte der im Jahr 2014 geschiedenen Ehepaare hatte gemeinsame Kinder unter 18 Jahren. Insgesamt waren rund 134.800 minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen, knapp 1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Christoph Arens
(KNA)

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