Familie
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24.02.2015

Die Vorbereitung zur Bischofssynode zu Ehe und Familie Weg der Reformen

Bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Hildesheim befassen sich die katholischen Bischöfe auch mit der im Oktober anstehenden Weltbischofssynode zum Thema Ehe und Familie. Die wichtigsten Daten der kirchlichen Debatte.

1993: Die südwestdeutschen Bischöfe Walter Kasper (Rottenburg-Stuttgart), Karl Lehmann (Mainz) und Oskar Saier (Freiburg) sprechen sich in einem Hirtenwort dafür aus, wiederverheiratet Geschiedene im begründeten Einzelfall zu den Sakramenten zuzulassen. Voraussetzung sei eine "persönlich verantwortete Gewissensentscheidung" der Betreffenden. Aus Rom kommt ein kategorisches Nein.

Oktober 2013: Das Seelsorgeamt des Erzbistums Freiburg veröffentlicht Leitlinien, wie nach einer Scheidung erneut standesamtlich verheiratete Katholiken mit offizieller Erlaubnis wieder zur Kommunion und zur Beichte gehen können. Das Papier aus dem vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, geleiteten Bistum erregt international Aufmerksamkeit.

November 2013: Papst Franziskus schickt 39 Fragen an die Bischöfe in aller Welt, um vor der im Oktober 2014 geplanten Weltbischofssynode zur Familie in Erfahrung zu bringen, wie ernst es den Katholiken mit der kirchlichen Lehre im Alltag ist. Bis Ende Januar 2014 sollen die Meinungsbilder aus aller Welt in Rom vorliegen. Neu ist, dass nicht nur die Bischofskonferenzen, sondern auch die Gläubigen aufgefordert werden, zu antworten.

Ende Januar 2014: Die katholischen Bischöfe Deutschlands beraten bei ihrem Ständigen Rat in Würzburg über die Ergebnisse der Umfrage. Mehr als 1.000 Seiten mit Stellungnahmen aus Bistümern und Verbänden sind eingegangen.

Februar 2014: Der deutsche Kurienkardinal Kasper hält vor dem Konsistorium der Kardinäle einen vielbeachteten Vortrag. Darin plädiert er für eine Weiterentwicklung der kirchlichen Ehelehre und für einen Weg der «Barmherzigkeit» gegenüber Menschen, die nach einer gescheiterten Ehe eine zweite Zivilehe eingehen.

Februar 2014: Die deutschen Bischöfe präsentieren die Auswertung der Ergebnisse der Umfrage in Deutschland. Sie stellen fest, dass die kirchliche Lehre zur Sexualität im Alltag vieler Katholiken kaum noch eine Rolle spielt. Als Gründe dafür benennen sie einen Wandel in der Gesellschaft, aber auch Defizite in der eigenen Seelsorge sowie eine für viele Gläubige unverständliche Sprache in kirchlichen Dokumenten. Eine entsprechende Stellungnahme schicken die Bischöfe nach Rom.

Juni 2014: Der Vatikan veröffentlicht das Arbeitspapier zur Bischofssynode zur Situation der Familie. Es gilt als Grundlage für die Generalversammlung. Danach sehen viele Bischöfe Gesprächsbedarf etwa bei den Themen wiederverheiratete Geschiedene, Homosexualität oder künstliche Empfängnisverhütung. Zudem machten sie konkrete Vorschläge für eine Vereinfachung von Ehenichtigkeitsprozessen. Es gebe eine große Kluft zwischen kirchlichem Familienbild und Lebenspraxis, heißt es.

Juni 2014: Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedet mit großer Mehrheit ein Papier über "theologisch verantwortbare und pastoral angemessene Wege zur Begleitung wiederverheirateter Geschiedener". Das Dokument wird erst am 22. Dezember veröffentlicht.

September 2014: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, teilt mit, dass die deutschen Bischöfe vor der Weltbischofssynode ihre eigenen Reformvorschläge mit Kardinal Gerhard Ludwig Müller diskutiert haben. Müller ist Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan.

Oktober 2014: Fünf Kardinäle, darunter Müller, veröffentlichen ein Buch "In der Wahrheit Christi bleiben - Ehe und Gemeinschaft in der katholischen Kirche". Darin beziehen sie Position gegen eine Liberalisierung der katholischen Ehelehre und eine Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion.

Oktober 2014: Bei einer zwei Wochen dauernden außerordentlichen Weltbischofssynode berät die katholische Kirche im Vatikan über Fragen von Ehe und Familie. Dabei werden Meinungsunterschiede besonders bei den Themen Homosexualität und wiederverheiratete Geschiedene deutlich.

Dezember 2014: Die Mehrheit der katholischen Bischöfe in Deutschland plädiert für Reformen mit Blick auf den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Sie wollen, dass Katholiken, die in zweiter ziviler Ehe leben, in begründeten Einzelfällen wieder zu Eucharistie und Beichte zugelassen werden können. Das geht aus einer erstmals veröffentlichten Stellungnahme der Bischöfe hervor, die bereits im Juni verabschiedet wurde.

(KNA)

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