Christenverfolgung im Nahen Osten
Christenverfolgung im Nahen Osten

26.04.2019

Hilfswerk beklagt Höchststand der Christenverfolgung weltweit "Schon jetzt eines der blutigsten Jahre für Christen"

Das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" sieht nach den Anschlägen auf Sri Lanka die weltweite Christenverfolgung auf einem neuen Höhepunkt. Das Jahr 2019 sei schon jetzt eines der blutigsten Jahre für Christen.

Das erklärte der Geschäftsführende Präsident Thomas Heine-Geldern am Freitag in Wien.

"Die Christenverfolgung kennt keine Grenzen. Sie kennt keine Pause, erst recht nicht an den höchsten christlichen Festtagen. Sie kennt kein Erbarmen mit unschuldigen Menschen, die oft zu Sündenböcken für weltweite Entwicklungen gemacht werden", so der Präsident des Hilfswerks, das sich nach eigenen Angaben für verfolgte und Not leidende Christen in rund 140 Ländern einsetzt.

Mehrere blutige Beispiele

Als Beispiele für Übergriffe seit Jahresbeginn nannte Heine-Geldern Angriffe islamistischer Rebellen auf eine Missionsstation in der Zentralafrikanischen Republik, den Anschlag auf die Kathedrale von Jolo auf den Philippinen mit 20 Toten, die Attacken der mehrheitlich muslimischen Fulani-Nomaden im nigerianischen Bundesstaat Kaduna mit mehr als 130 Toten sowie Übergriffe extremistischer Hindu-Nationalisten auf eine katholische Schule im indischen Bundesstaat Tamil Nadu.

Die islamistische Bedrohung im Nahen Osten halte weiter an, ebenso Gewalt durch "Boko Haram" im Norden Nigerias, so Heine-Geldern. "Zu sagen, der IS sei militärisch besiegt und dadurch nicht mehr existent, ist ein Irrglaube - denn die Ideologie lebt, die Anhänger leben, die Kontaktkanäle scheinen zu funktionieren."

Anfeindungen gegen Christen nehmen zu

Mit Sorge sehe "Kirche in Not" auch die Lage in Ländern wie Mexiko, Nicaragua und Venezuela, wo es infolge politischer Turbulenzen immer wieder zu Übergriffen auf Geistliche komme. "Hier handelt es sich um eine Mischung aus politischer Ideologie und dem Vorwurf, die Kirche würde sich unberechtigt einmischen, weil sie zum Widerstand gegen autoritäre Regierungen oder Korruption aufruft", so der Präsident.

Die Hauptgründe für Anfeindungen gegen Christen - islamischer Extremismus, übersteigerter Nationalismus und autoritäre Ideologien - seien nicht im Abnehmen begriffen; "ganz im Gegenteil", sagte Heine-Geldern. Er forderte, "diese bittere Entwicklung beim Namen zu nennen". Regierungen und die Vereinten Nationen seien in der Pflicht, "Frieden zu stiften, Religionsfreiheit zu garantieren und antireligiöse Übergriffe abzuwehren".

(KNA)

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