Katholische Kirche in Mossul am 21.7.14
Katholische Kirche in Mossul

10.09.2015

Mehr Schutz für ethnisch und religiös Verfolgte in Nahost Mit Bildung gegen den Terror

Die internationale Gemeinschaft will ethnisch und religiös verfolgte Minderheiten im Nahen Osten besser vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schützen. Dafür vereinbarten Vertreter aus rund 60 Ländern am Dienstag in Paris einen konkreten Aktionsplan.

Nach Angaben von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sollen etwa Unterkünfte geschaffen, Bildung gesichert oder Gesundheitseinrichtungen gefördert werden. Die Verantwortlichen für Vertreibung und Verfolgung von Menschen oder Zerstörung von Kulturstätten sollten vor internationale Gerichte gebracht werden.

Der UN-Sicherheitsrat hatte sich im März mit der Verfolgung von Minderheiten durch den IS befasst, der in großen Teilen Syriens und des Iraks ein Kalifat ausgerufen hat. Die Terroristen gehen brutal gegen Andersgläubige und Minderheiten vor. Die sunnitischen Extremisten haben in Syrien und im Irak Zehntausende Angehörige anderer Konfessionen getötet, entführt oder in die Flucht getrieben. Opfer sind nicht nur Nicht-Muslime wie Christen und Jesiden, sondern auch Schiiten, neben den Sunniten die zweite große Strömung im Islam. Nach UN-Angaben ist allein in Syrien die Zahl der Christen während des Konflikts von 2,5 Millionen auf 500 000 zurückgegangen. Im Irak zählte die Organisation aktuell etwa zwei Millionen Verfolgte.

Zukunft und Hoffnung für die jungen Menschen

"Unsere Religion ist von den Terroristen gekidnappt worden", sagte der jordanische Außenministers Nasser Judeh nach der Konferenz. Minderheiten bildeten in Jordanien und in der Region zusammen ein Netzwerk, bei dem alles ineinandergreife. Diese Kommunikation dürfe nicht zerstört werden. Judeh erinnerte an den großen Anteil von Jugendlichen in der Region. Sie seien das Ziel der Terroristen. Deswegen sei es wichtig, dass die internationale Gemeinschaft der Jugend Zukunft und Hoffnung gebe, damit sie nicht in die Fänge der Terroristen gerate. Der Ursprung der Zivilisation sei von Terrorismus bedroht.

UN-Vize Jan Eliasson betonte während der Konferenz, es sei notwendig, demokratische Entwicklungen in der Region zu unterstützen. Mit politischen Lösungen sollten die Konflikte etwa in Syrien und im Jemen beendet und Libyen und der Irak befriedet werden. Frankreichs Präsident François Hollande sagte, der Nahe Osten müsse wieder eine Region werden, wo Religionen und Völker Seite an Seite leben könnten. Die IS-Extremisten zerstörten alles und wollten eine Macht des Terrors etablieren. Millionen Zivilisten hätten ihre Heimat verlassen und schauten nach Europa. Dies zeige die Dringlichkeit.

(dpa)

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