Diese Pakistanerinnen protestieren gegen die Anschläge vor zwei Kirchen
Diese Pakistanerinnen protestieren gegen die Anschläge vor zwei Kirchen

15.03.2015

Papst Franziskus verurteilt Christenverfolgung Anschläge auf Kirchen in Pakistan

Bei einem Doppelanschlag auf zwei Kirchen im ostpakistanischen Lahore sind 17 Menschen getötet und rund 80 verletzt worden. Nach den Anschlägen protestierten Christen in mehreren Städten. Bei Ausschreitungen wurden zwei Menschen gelyncht.

Die Anschläge passierten vor den Toren der "St John's Catholic Church" und der "Christ Church" im Youhanabad-Viertel, wie der pakistanische TV-Sender Dawn berichtete. Knapp 2.000 Besucher sollen sich zu der Zeit in den beiden Gotteshäusern befunden haben, die etwa 500 Meter voneinander entfernt liegen. Zu den Anschlägen bekannte sich eine Splittergruppe der pakistanischen Taliban. Es ist der schlimmste Angriff auf Christen in Pakistan seit 2013.

Als Polizisten die Taliban-Kämpfer am Eingang der Gotteshäuser stoppen wollten, hätten sie ihre Sprengstoffwesten gezündet. Bei Ausschreitungen nach dem Anschlag wurden nach offiziellen Angaben zwei Menschen gelyncht. Außer den Attentätern seien 15 Menschen ums Leben gekommen, sagte Khawaja Salman Rafiq, ein Regierungsberater in der Provinz Punjab. Rund 80 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt, mehr als ein Dutzend der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Nach Polizeiangaben sind unter den Toten mindestens zwei Kinder.

Nach dem Doppelanschlag in dem verarmten Christen-Viertel Yohana Abad lynchte ein aufgebrachter Mob zwei Menschen, die beschuldigt wurden, den Attentätern geholfen zu haben. Die beiden Männer seien bei lebendigem Leibe verbrannt worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung und fügte hinzu: "Das hätte nicht passieren dürfen." In Yohana Abad leben rund eine Million Christen. Es ist die größte Ansiedlung der religiösen Minderheit in Pakistan.

Franziskus: Christenverfolgung wird verdrängt

Nach dem Anschlag demonstrierten in mehreren Städten Tausende Christen. Sie blockierten zeitweise den Verkehr und skandierten Sprechchöre gegen die Regierung, der sie vorwarfen, Angehörige der Minderheit nicht ausreichend zu schützen. Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten - besonders Schiiten - sind in Pakistan immer wieder Ziel von Angriffen extremistischer Sunniten-Gruppen wie der Taliban. Bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar waren 2013 mehr als 80 Menschen getötet worden.

Papst Franziskus hat die Anschläge verurteilt. "Unsere Schwestern und Brüder haben ihr Blut vergossen, nur weil sie Christen sind", sagte er am Sonntag beim traditionellen Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Opfer und Angehörige versicherte er seines Gebets. Er hab die Nachricht mit "großem Schmerz" zur Kenntnis genommen. Zugleich kritisierte der Papst, dass die Verfolgung von Christen in Pakistan in der Weltöffentlichkeit weithin verdrängt werde. Er bitte Gott um "ein Ende dieser Christenverfolgung, welche die Welt zu verbergen versucht". Ebenso bitte er um Frieden und Eintracht in Pakistan.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich ebenfalls entsetzt über die Anschläge. "Es ist schockierend, dass Terroristen gerade während der friedlichen Feiern christlicher Gottesdienste diese abscheuliche Tat verübt haben - und dass erneut Gotteshäuser Schauplatz tödlicher Angriffe geworden sind", sagte er ihn Berlin. Steinmeier betonte zugleich, dass Deutschland an der Seite des pakistanischen Volks stehe, "das seit viel zu langer Zeit unter den Angriffen brutaler Terrorgruppen leidet."

 

(epd, dpa, KNA)

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