Flüchtlingshilfe in der Pflege
Flüchtlingshilfe in der Pflege
Henric Peeters und Becky Uwoghiren
Henric Peeters (l.)

07.09.2018

Kampf der Caritas um Verbleib einer abzuschiebenden Pflegekraft Happy End in Düsseldorf

Der Fall hatte Aufsehen erregt: Die Düsseldorfer Caritas kämpfte um den Verbleib einer seit 2005 in Deutschland lebenden Pflege-Auszubildenden aus Albanien. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, die Abschiebung drohte. Was ist daraus geworden?

DOMRADIO.DE: Statt zu resignieren, hat die Caritas auf eine Einzelfalllösung für Rolanda Lamnica gedrängt. Wie ist der Stand der Dinge?

Henric Peeters (Vorstandsvorsitzender Caritasverband Düsseldorf): Wir haben gemeinsam mit dem Ausländeramt der Landeshauptstadt Düsseldorf einen Weg gefunden, wie Frau Lamnica zum 1. November ihre Ausbildung bei uns neu beginnen kann.

Es hat aufgrund ihres abgelehnten Asylantrages keine Einzelfalllösung im eigentlichen Sinne gegeben. Sie wird tatsächlich kurzfristig nach Albanien ausreisen müssen, um dort bei der deutschen Botschaft ein Visum zu beantragen. Mit der Zustimmung der Ausländerbehörde in Düsseldorf darf sie dann umgehend wieder einreisen, sodass sie die Ausbildung dann zum 1.November neu beginnen kann.

DOMRADIO.DE: Welche Hebel haben Sie in Bewegung gesetzt, damit Rolanda Lamnica nun zurückkehren darf?

Peeters: Das haben wir durch ein hohes mediales Interesse erreicht. Sowohl bei der Düsseldorfer Bevölkerung als auch weit darüber hinaus. Es gab eine große Anteilnahme, auch unter unseren Mitarbeitern, die sich für den Fall sehr interessiert haben. Wir haben eine Online-Petition gestartet, die über 4.000 Bürger unterzeichnet haben. Wir haben mit vielen Politikern und Unterstützern gesprochen, denen wir natürlich unseren Dank sagen wollen. Die haben alle dazu beigetragen, dass es einen gewissen Druck gab, eine Lösung zu finden. Und dieses Ziel haben wir jetzt auch erreicht. Das Ganze wird im Oktober stattfinden und wir hoffen dann, dass Frau Lamnitza zum 1. November wohlbehalten wieder bei uns sein wird und dann die Ausbildung beginnen kann.

DOMRADIO.DE: Der Fall von Rolanda steht beispielhaft für eine hitzige Debatte, die zurzeit in der Bundespolitik geführt wird. Der Schleswig-Holsteinische Ministerpräsident Günther hat die Diskussion angeregt, einen sogenannten Spurwechsel in der Asylpolitik zu ermöglichen: Also abgelehnten Asylbewerbern, die einen festen Job oder eine Ausbildung in Deutschland haben, eine Bleibeperspektive zu ermöglichen. SPD, FDP und Grüne sind dafür, in der CDU gibt es Widerstand. Wie bewerten Sie die Debatte?

Peeters: Ich spreche mich ausdrücklich für eine solche Lösung aus. Wir brauchen dringend Nachwuchs in mehreren Ausbildungsbereichen, zum Beispiel im Pflegebereich. Wir haben engagierte, motivierte Menschen, die das tun wollen und ich glaube mit einer Stichtagsregelung (Diese Regelung soll für all jene gelten, die bis zu einem bestimmten Datum nach Deutschland gekommen sind, Anm. d. Red.), können wir tatsächlich einen sogenannten Spurwechsel ermöglichen. Es darf natürlich nicht zu Anreizen kommen, die eine neue Flüchtlingswelle hervorrufen. Deswegen ist auch eine Stichtagsregelung nötig. Aber ist das gegeben, halte ich einen Spurwechsel für das probate Mittel.

DOMRADIO.DE: Die CSU-Abgeordneten im Bundestag lehnen ein Bleiberecht für Flüchtlinge mit Beschäftigung ab. Begründung: Der sogenannte Spurwechsel schaffe Anreize für illegale Migration. Ist das eine berechtigte Befürchtung in Ihren Augen?

Peeters: Wenn es gleichzeitig ein Einwanderungsgesetz gibt, dann nicht. Außerdem muss der Spurwechsel nur für die bis heute nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge gelten. Deshalb zum Spurwechsel "Ja", aber nur mit einer solchen Stichtagsregelung.

Das Interview führte Moritz Dege.

(DR)

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 22.09.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Die Weltkirche im Rücken - Bonifatiuswerk über Papstreise nach Litauen
  • Gespräch zum Tagesevangelium mit Dr. Thomas Sparr
  • Ausblick auf die Deutsche Bischofskonferenz in Fulda - Gespräch mit Ingo Brüggenjürgen
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • 40 Jahre Weltkulturerbe - Aachener Dom
  • Buch Mormon- Eine religiöse Schrift reist durch die Jahrtausende
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • 40 Jahre Weltkulturerbe - Aachener Dom
  • Buch Mormon- Eine religiöse Schrift reist durch die Jahrtausende
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Kühe beim Almabtrieb
    23.09.2018 00:00
    Alle Wetter!

    4. September-Woche: Engel, fet...

  • Spätsommerfrühherbst
    23.09.2018 07:10
    WunderBar

    Die Spätsommerfrühherbstfamili...

  • Markusevangelium
    23.09.2018 07:50
    Evangelium

    Mk 9,30–37

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen