Ankerzentrum in Machning
Ankerzentrum in Machning

01.08.2018

Münchener Caritas lehnt Ankerzentren ab "Das führt unweigerlich zu Konflikten"

In Bayern nehmen mehrere Ankerzentren ihre Arbeit auf. Dort sollen mehr Menschen untergebracht und Asylverfahren beschleunigt werden. Die Caritas kritisiert, mit der Größe der Zentren wachsen auch die Probleme.

DOMRADIO.DE: Vor Anker gehen, das hört sich erst einmal positiv an. Es steht für "Ankunft, kommunale Verteilung bzw. Entscheidung und Rückführung". In Bayern nehmen mehrere Ankerzentren ihre Arbeit auf. Die Einrichtungen sollen Asylentscheidungen beschleunigen. Kritiker sagen, es gehe weniger um kommunale Verteilung, mehr um schnelle Abschiebung. Wie steht die Caritas in Bayern zu den Zentren?

Georg Falterbaum (Diözesan-Caritasdirektor München): Es sind zwei Aspekte, die wir sehen müssen. Zum einem sollen in Ankerzentren auch Behörden an einem Ort konzentriert werden, um die Verfahren zu beschleunigen. Ein beschleunigtes Verfahren hinsichtlich einer Anerkennung ist nach unserer Überzeugung im Interesse aller. Diesen Aspekt, aber auch nur diesen Aspekt, begrüßen wir.

DOMRADIO.DE: Und der andere Aspekt?

Falterbaum: Auch jetzt gibt es ja schon Erstaufnahmeeinrichtungen mit Hunderten von Menschen, die dort an einem Standort untergebracht werden. Die Ankerzentren sollen nun bis zu 1.500 Menschen beherbergen. Wir haben ganz konkrete Erfahrungen mit kleinen und großen Einrichtungen. Für uns steht fest, diese großen zentralen, Einrichtungen sind ungeeignet. Sie schüren unweigerlich erhöhtes Konfliktpotenzial, nicht nur für die Menschen, die in einer Einrichtung leben, sondern auch mit den Menschen, die in der Umgebung dieser Einrichtung leben.

DOMRADIO.DE: Was unterscheidet die Ankerzentren von diesen Erstaufnahmeeinrichtungen?

Falterbaum: Sie werden wahrscheinlich noch größer werden, noch mehr Menschen werden dort leben. Und die Probleme werden noch größer, als sie es derzeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen schon sind. Das wird sich nicht ändern. Ändern soll sich, dass mehrere Behörden in einer Einrichtung direkt vor Ort sind, um die Verfahren zu beschleunigen.

DOMRADIO.DE: Das bedeutet, es ist zu befürchten, dass die Lage in den Unterbringungen noch schwieriger und schlimmer wird. Warum verfolgt die Politik das dann trotzdem?

Falterbaum: Das ist eine Frage, die Sie an die Politik richten müssen. Ich vermute mal, weil es einfacher ist. Es war ja bislang zu hören, dass auch von einer Bleibepflicht die Rede ist. Das würde bedeuten, die Menschen, die dort wohnen, dürfen von dort nicht weg. Heute Morgen hat Innenminister Herrmann im Radio gesagt, dass es doch nicht so sein soll. Wir werden sehen. Wenn es aber zu einer Bleibepflicht kommen sollte, wie es nach meiner Kenntnis auch vorgesehen ist, wäre das eine deutliche Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Menschen dort. 

DOMRADIO.DE: Gibt es denn eigentlich eine bessere Alternative zu diesen Ankerzentren?

Falterbaum: Unsere Überzeugung, die auf ganz praktischen und ganz konkreten Erfahrungen mit unterschiedlichen Einrichtungen beruht, ist, dass die Größe als solche schon ein Problem darstellt. Stellen Sie sich 1.500 Menschen vor, die dort leben – ohne Perspektive und ohne die Möglichkeit arbeiten zu können. Das führt unweigerlich zu Konflikten, insbesondere wenn die Aufenthaltsdauer nicht nur einige wenige Wochen beträgt, sondern über Monate, teilweise über Jahre geht. Das ist vorprogrammiert. Deshalb ist unsere ganz klare Position: Insbesondere bei längeren Aufenthalten sind kleine und dezentrale Einrichtungen viel besser als große zentrale Einrichtungen.

(DR)

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