Alltag in der Ukraine
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10.06.2015

Die humanitäre Krise in der Ukraine ist weiterhin groß "Die Hilfe kommt nicht an"

Weil der russische Präsident Putin heute Papst Franziskus besucht, gerät die schon fast vergessene Ukrainekrise wieder in die Öffentlichkeit. Der Direktor der Caritas Ukraine spricht von der größten humanitären Krise in Europa seit Jahrzehnten.

domradio.de: Wie ist die Situation in den umkämpften Gebieten?

Andrij Waskowicz (Präsident der Caritas der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine): In den letzten Tagen haben die Gefechte wieder sehr stark zugenommen. Die humanitäre Lage ist immer noch sehr prekär. Denn die Lebensmittellieferungen und die humanitäre Hilfe in diese Gebiete sind vollkommen eingestellt worden, weil es zu riskant ist, dorthin Hilfe zu bringen. Es muss neu über humanitäre Korridore verhandelt werden, damit man den Menschen, die dort zurückgeblieben sind, helfen kann. Die Lage ist absolut prekär, es sind Millionen Menschen abgeschnitten von der Basisversorgung, es fehlt an Wasser und Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischem Personal. Besonders stark betroffen sind die alten Menschen, die in ihren Wohnungen zurückgeblieben sind ohne jegliche Hilfe. Wir stehen in diesen Gebieten vor einer enormen humanitären Katastrophe, sie ist schon real. Viele Menschen sterben in ihren Wohnungen.

Das andere Problem ist: Wir haben durch die Krise 1.3 Millionen Binnenflüchtlinge in der Ukraine. Das sind Menschen ohne Perspektive. Das ist die größte humanitäre Krise in Europa seit dem zweiten Weltkrieg!

domradio.de: Wie hilft die Caritas?

Waskowicz: Die Caritas versucht zu helfen, wo sie die Möglichkeiten hat. Wir helfen den Binnenflüchtlingen. Wir werden unterstützt durch das Netzwerk der Caritas und durch Spenden, damit wir die Leute erreichen können. Wir helfen mit Unterkünften, Lebensmitteln, Kleidung und Medizin. Aber angesichts der großen Not ist diese Hilfe viel zu gering. Die Weltgemeinschaft sieht dieses Problem nicht. Die notwendigen 315 Millionen Dollar, die die UN veranschlagt hat, sind nur zu 30 Prozent gedeckt. Die Hilfe kommt nicht an. Die Weltgemeinschaft muss reagieren. Die Europäische Union muss helfen. Die Eigenhilfe der Ukraine ist ausgeschöpft, es muss Hilfe von außen kommen.

domradio.de: Wird Putin offen sein für kritische Worte des Papstes in dieser Sache?

Waskowicz: Was kann man mit einem Präsidenten besprechen, der das Völkerrecht gebrochen hat, der nicht die Wahrheit gesagt hat hinsichtlich der Okkupation der Krim? Es ist russisches Millitär in der Ukraine. Es ist eine sehr schwierige Aufgabe, vor der der Papst steht. Franziskus ist eine große moralische Autorität, er wird Putin nur ins Gewissen sprechen können. Er wird ihn hoffentlich zur Rückkehr zum Völkerrecht bewegen können.

Das Interview führte Daniel Hauser.

(dr)

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