Schülerinnen in Kabul
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Polizistinnen in Kabul
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05.12.2014

Caritas-Leiter in Kabul zur Afghanistan-Konferenz Auf dem richtigen Weg

Der Bundestag hat eine Fortsetzung der Entwicklungshilfe für Afghanistan auch nach dem Ende des Kampfeinsatzes beschlossen. Stefan Recker von Caritas International berichtet aus Kabul über die Fortschritte und Probleme im Land.

domradio.de: Mit welchen Gefühlen blickt Afghanistan in die Zukunft nach dem Abzug der Nato-Soldaten?

Recker: Auf der einen Seite mit positiven Gefühlen, weil die ausländischen Militärs jetzt hier weggehen. Die ausländischen Truppen wurden gerade am Ende schon auch als Besatzer wahrgenommen. Aber auf der anderen Seite mit mulmigen Gefühlen, weil die Sicherheitslage immer noch recht schlecht ist. Aber die afghanische Armee und die afghanischen Polizeikräfte haben die Situation immerhin jetzt besser in der Hand, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war.

domradio.de: Ist Afghanistan insgesamt auf dem richtigen Weg?

Recker: Grundsätzlich: Ja. Ich kenne das Land seit zwanzig Jahren, und da ist wirklich ein unwahrscheinlicher Wandel zu beobachten. Hundertausende Schulkinder gehen in die Schulen. Es ist eine Freude, gerade die Mädchen zur Schule gehen zu sehen. Das ist wirklich ein Fortschritt, den niemand bestreiten kann. Die Läden hier in Kabul sind voll mit Produkten, die man damals hier nicht finden konnte. Es gibt immer noch Gegenden, wo sich nichts verändert hat. Aber auch da wird der Fortschritt über kurz oder lang ankommen.

domradio.de: Welche Chancen gibt es denn auf eine friedliche Beilegung des Konflikts mit den Taliban?

Recker: Es gibt Chancen. Das Problem sind die verschiedenen Talibanfraktionen. Und die Taliban sind auch nur ein Teil der bewaffneten Opposition. Es gibt ja noch andere Fraktionen, die gegen die Regierung kämpfen. Es ist ein vielschichtiger Prozess. Aber über kurz oder lang muss es zu einer Einigung kommen, denn so kann es ja nicht ewig weitergehen.

domradio.de: Ausländische Hilfe für Afghanistan soll es weiter geben, das wurde jetzt bei der internationalen Afghanistan-Konferenz in London beschlossen. Heute ist der afghanische Präsident zudem bei Kanzlerin Merkel in Berlin. Wie abhängig ist Afghanistan von dieser Hilfe?

Recker: Ein großer Teil des Budgets Afghanistans kommt aus dem Ausland. Alle Hilfe, die hier ankommt, auch die Hilfe von Caritas International kommt ja aus dem Ausland. Afghanistan ist sehr vom Ausland abhängig und das wird auch über Jahre hinweg noch so bleiben.

domradio.de: Welche sind denn die zentralen Projekte der Caritas im Land?

Recker: Wir haben mehrere Projekte im zentralen Hochland, wo wir der Bevölkerung zu verbesserten Einkommensmöglichkeiten verhelfen. Wir helfen auch bei der Ernährungssicherheit und leisten auch Nothilfe. Zum Beispiel haben wir nach den starken Fluten im Frühjahr die Infrastruktur wieder mit aufgebaut. In Kabul gibt es mehrere soziale Programme, mit denen wir gerade den Flüchtlingen helfen.

Das Interview führte Christian Schlegel.

(dr)

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