Bonifatiuswerk investiert 15,1 Millionen Euro in Diasporaarbeit

Wachsende Kirche im Norden

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hat im vergangenen Jahr 827 Projekte in der Diaspora Deutschlands, Nordeuropas und des Baltikums mit 15,1 Millionen Euro gefördert. Dazu gehört unter anderem der Bau eines neuen Doms im norwegischen Trondheim. 

Bonifatiuswerk (Bonifatiuswerk)

Das geht aus dem Jahresbericht 2016 hervor, den das in Paderborn ansässige Hilfswerk am Dienstag in Hamburg vorstellte. Es unterstützt Katholiken in extremen Minderheitensituationen. Als herausragende Projekte nannte Generalsekretär Georg Austen den Bau eines neuen Doms im norwegischen Trondheim, die Errichtung eines Gemeindezentrums auf Grönland und die Eröffnung eines neuen Exerzitienhauses in Berlin.

Laut Jahresbericht wuchs die Spendensumme 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 700.000 Euro auf 3,8 Millionen Euro an. Das Ergebnis der Kollekten blieb stabil bei 4,8 Millionen Euro. Austen verwies auf die Herausforderungen einer sich stark verändernden religiösen Landschaft. Einerseits beobachte er eine wachsende Kirche in den nordischen Ländern, andererseits große Umbrüche bei den Glaubensgemeinschaften in Deutschland. "Die Veränderungen bringen mit sich, dass immer mehr Katholiken ihr kirchliches Leben in der Minderheit erfahren und auf Solidarität und Hilfe angewiesen sind", so Austen. 

Förderung in Nordeuropa 

In Deutschland förderte das Bonifatiuswerk Projekte mit 5,7 Millionen Euro, in Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island mit 2,6 Millionen Euro und in Estland und Lettland mit 640.000 Euro. Darin enthalten sind 75 Bauprojekte mit einem Volumen von 3,25 Millionen Euro, 662 Projekte der Kinder- und Jugendhilfe (2 Millionen Euro) und 42 Projekte der Glaubenshilfe (1 Million Euro). Durch die Verkehrshilfe wurden 48 "Boni-Busse" für die Gemeindearbeit für 825.000 Euro angeschafft. In missionarische Projekte und religiöse Bildungsarbeit flossen 2,1 Millionen Euro, in die Projektbetreuung rund 476.000 Euro. Aus den Mitteln des Diaspora-Kommissariats der deutschen Bischöfe wurden 3,6 Millionen Euro an Projekte in Nordeuropa weitergeleitet.

Der Jahresbericht weist Einnahmen von 26,3 Millionen Euro aus. Für Großprojekte in den kommenden Jahren hat das Bonifatiuswerk 4,2 Millionen Euro zurückgestellt. Knapp 2 Millionen Euro flossen in Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Dieser Summe stehen Einnahmen aus der Vermögensverwaltung in etwa gleicher Höhe gegenüber, so dass den Angaben zufolge die Spenden voll in Projekte gingen.

Erstmals wurde der Jahresbericht in einem Diaspora-Gebiet präsentiert, das von der Förderung profitiert. Ausgewählt wurde die katholische Kirchengemeinde Sankt Joseph auf der Großen Freiheit im Stadtteil Sankt Pauli, deren Krypta mit 146.000 Euro vom Bonifatiuswerk saniert wurde.


Quelle:
KNA