Blick auf den Trierer Dom
Blick auf den Trierer Dom
Bischof Stephan Ackermann
Bischof Stephan Ackermann

04.03.2021

Bischof Ackermann setzt Vatikan-Vorgaben zur Pfarreienreform um Doch keine Priester-Laien-Leitung

Nach langem Ringen passt der Trierer Bischof Stephan Ackermann die Pfarreienreform im Bistum an die Vorgaben des Vatikans an. Es waren Großpfarreien mit Leitungsteams aus Priestern und Laien geplant. Dies wird nun nicht umgesetzt.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Brief ("nachsynodales Schreiben") an alle Katholiken im Bistum bekräftigte Ackermann, dass es in der Diözese künftig keine Großpfarreien oder gemeinsame Leitung von Priestern und Laien auf Ebene der Pfarrei geben werde.

Damit gibt er zentralen Kritikpunkten des Vatikan an den ursprünglichen Reformplänen nach. Eigentlich hatte das Bistum nach einer Diözesansynode 35 Großpfarreien mit Leitungsteams aus Priestern und Laien einsetzen wollen. Diese Pläne wurden im November 2019 vom Vatikan gestoppt.

Die Planung

In seinem auf den 24. Februar datierten Schreiben geht Ackermann ausführlich auf die bereits im November vorgestellten geänderten Pläne zur Pfarreienreform ein. Danach sollen sich die aktuell 887 Pfarreien in den bestehenden Verbünden zu höchstens 172 Pfarreien zusammenschließen. Sie werden jeweils von einem Pfarrer geleitet. Zusätzlich sollen 35 größere Einheiten entstehen, sogenannte pastorale Räume. Auch dort soll ein Priester an der Spitze eines Leitungsteams stehen.

Dazu schreibt der Bischof: "Das Team wird von einem Priester geleitet. Dieser nimmt die Leitung in kollegialer Weise wahr." Im Team sollen bis zu drei Hauptamtliche und zwei Ehrenamtliche mitwirken. Jeder erhalte einen festen Verantwortungsbereich. Der Priester solle in der Regel eine Doppelfunktion haben und zugleich als Pfarrer einer Pfarrei im pastoralen Raum vorstehen. Diese Einheiten sollen kirchliches Leben vernetzen, übergreifende "Orte von Kirche" fördern, Verwaltungsvorgänge bündeln und über den Einsatz pastoraler Mitarbeiter entscheiden.

Fusion bis 2025

Bis zum Sommer soll es zu den anstehenden Veränderungen Gespräche in den Pfarreien geben. Im Anschluss werden die Ergebnisse bis Ende des Jahres ausgewertet. Ab 2022 sollen die neuen Strukturen umgesetzt werden. Bis 2025 sollen die Pfarreien fusioniert sein.

Das Bistum hatte das Zwei-Ebenen-Modell im Herbst skizziert - rund ein Jahr nach dem erzwungenen Stopp. Nach Beschwerden von Priestern und Katholiken aus dem Bistum hatte der Vatikan grundsätzliche Änderungen an den Reformplänen verlangt. Zudem veröffentlichte der Vatikan im Juli 2020 eine allgemeine Instruktion, die Gemeindereformen klare Grenzen setzt.

(KNA)

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