Joseph Vilsmaier (vorne) mit Hape Kerkeling (hinten li.) und Michael "Bully" Herbig (hinten re.)
Joseph Vilsmaier (vorne) mit Hape Kerkeling (hinten li.) und Michael "Bully" Herbig (hinten re.)
Abtei Metten
Abtei Metten

21.11.2019

Benediktinerabt Wolfgang Hagl über Film-Dreharbeiten im Kloster Bei Joseph Vilsmaier wird die Abtei Metten zum Paradies

Im niederbayerischen Benediktinerkloster Metten haben jüngst Dreharbeiten für einen neuen Kinofilm von Joseph Vilsmaier stattgefunden. Abt Wolfgang Hagl erklärt, was es heißt, eine Woche lang 45 Filmleute und Schauspieler um sich zu haben.

Katholische Nachrichten-Agentur (KNA): Abt Hagl, Bayern ist laut Horst Seehofer die Vorstufe zum Paradies und Kloster Metten für Regisseur Joseph Vilsmaier das Paradies. Wie kam's?

Wolfgang Hagl (Abt im Benediktinerkloster Metten): Joseph Vilsmaier ist ein Mann, der sehr begeisterungsfähig ist. Er hat eine große Sympathie für unser Haus. Dazu kommt sein Blick für das Schöne. Die Freude am Schönen teilt er auch gern mit Menschen, am liebsten mit jenen, die in seine Filme gehen. Ich möchte nicht sagen, dass bei uns im Kloster das Paradies ist, aber Vilsmaier hat es für seine Dreharbeiten so interpretiert.

KNA: Wie muss man sich dieses Film-Paradies in Metten vorstellen?

Hagl: Es ist die gesamte Klosteranlage, die sehr schön eingebettet ist zwischen der Donau und den Vorbergen des Bayerischen Waldes. Es ist unsere Barockkirche, die mit Fresken unter anderen von Cosmas Damian Asam durch ihre sinnenfällige Architektur und Ausstattung besticht und die Lebensfreude vermittelt; und es sind die bekannte Barockbibliothek und der Rokokofestsaal. Wir hoffen, dass sich von dieser Freude auch die Schüler unseres Gymnasiums anstecken lassen.

Die Kirche wird im Film zum Himmel, im Saal hat der Pförtner sein Zuhause, der die Seelen in die ihnen zugedachten regionaltypischen Spezialhimmel schickt. Gottvater hat seinen Sitz in der Bibliothek.

KNA: Vilsmaier drehte nicht zum ersten Mal bei Ihnen. Wie ist diese Beziehung entstanden?

Hagl: Es ist der dritte Film, den Joseph Vilsmaier bei uns dreht. Zunächst war es der Film mit dem Titel "Bayern von oben", dann "Bayern - sagenhaft" und jetzt "Der Boandlkramer und die ewige Liebe". Vilsmaier mag unser Kloster. Von Anfang an entwickelte sich eine schöne freundschaftliche Beziehung. Wenn er in der Gegend ist, kommt er gern auf einen Ratsch vorbei. Mir gefällt, dass er dem Ästhetischen so zugeneigt ist. Er hat pädagogisch gesehen diesen grundsätzlich positiven Ansatz, dass er den Menschen Schönes und Positives vermitteln möchte, bevor er von der dessen Gefährdung spricht. Das gefällt mir sehr gut.

KNA: Im Benediktinergymnasium wird seit jeher das Theaterspiel gepflegt. Sind Sie, einer Ihrer Mitbrüder oder Schüler als Statisten eingesetzt worden?

Hagl: Nein. Aber unsere Schüler wollten natürlich einen Blick auf die Schauspieler erhaschen oder ein Autogramm erjagen. Unsere Aufgabe war es, eine gute Infrastruktur bereitzustellen. 45 Leute waren am Set, die gut versorgt sein wollten. Die fühlten sich wohl in Niederbayern, auch wenn sie am Drehort Waldkirchen einen furchtbar kalten Wintereinbruch mit Schnee erleben mussten. Insgesamt beherbergten wir die Crew eine Woche lang.

KNA: Und wie erlebten Sie selbst den Trubel?

Hagl: Die Leute sind erstaunlich diszipliniert gewesen. Drei Tage wurde in der Kirche gedreht. Davor hatte ich anfangs schon ein bisschen Bammel, bin aber äußerst positiv überrascht worden, wie ehrfurchtsvoll und respektvoll alle Beteiligten mit dem sakralen Raum umgegangen sind. Sie waren sich sehr bewusst, in welchem Haus sie sind, und haben auch auf den Gängen des Klosters die notwendige Ruhe eingehalten.

KNA: Kam es zu Begegnungen mit Schauspielern?

Hagl: Selbstverständlich. Sebastian Bezzel habe ich die Bibliothek gezeigt und erklärt. Auch Michael "Bully" Herbig ist ein sehr umgänglicher Mensch. Der spielt den "Boandlkramer" nicht, der ist so, glaube ich. Und großartig geschminkt war er zudem.

KNA: Nachdem Sie Herbig als "Boandlkramer" begegnet sind, haben Sie jetzt noch mal eine andere Einstellung zum Tod bekommen?

Hagl: Der heilige Benedikt schreibt im vierten Kapitel seiner Regel, der Mönch sollte den unberechenbaren Tod stets vor Augen haben. Das ist etwas, womit wir Ordensleute uns tagtäglich beschäftigen. Jetzt haben wir das auch noch auf eine humorvoll-sinnenfällige Art erlebt. Der Tod war tatsächlich täglich leibhaftig da.

KNA: Warum sollten sich die Menschen den neuen Vilsmaier-Film nächstes Jahr unbedingt ansehen?

Hagl: Weil er eine wunderschöne Handlung mit traumhaft schönen Bildern hat. Ich bin völlig begeistert.

Barbara Just
(KNA)

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