Leyendecker: "Wir laden Menschen ein, die etwas zu sagen haben"
Symbolbild Zuhören
Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg
Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg

20.09.2019

Bischof Feige ruft Christen zur Offenheit auf "Aufmerksam lauschen, was andere bewegt"

Mehr Mut und Experimentierfreude: Auf der ostdeutschen Fachmesse "pastorale!" hat der Magdeburger Bischof Gerhard Feige die Christen zur Offenheit auch für "ungewohnte Gotteserfahrungen" aufgerufen und Zuhören angemahnt.

"Selbst diejenigen, die sich vielleicht als gottlos glücklich verstehen und nichts vermissen, können für uns zu Anknüpfungspunkten und Offenbarungsmöglichkeiten Gottes werden", sagte Feige am Donnerstagabend in der Magdeburger Kathedrale Sankt Sebastian. Er äußerte sich in einem Gottesdienst mit den anderen katholischen Bischöfen Ostdeutschlands und weiteren rund 500 Teilnehmern.

"Überall gibt es Menschen, die nicht nur dahin vegetieren wollen, sondern sich danach sehnen, mehr Sinn zu erfahren und erfüllter zu leben", betonte Feige. "Diese Menschen haben uns etwas zu sagen." Von ihnen könne die Kirche lernen, ihren Auftrag besser zu verstehen, "denn zu ihnen sind wir gesandt".

Christen müssten bereit sein, "aufmerksam darauf zu lauschen, was unsere Zeitgenossen und Mitbürger wirklich bewegt", so der Bischof des Bistums Magdeburg. "Wir müssen erfahren, wo sie stehen und was sie brauchen, was ihre Sehnsucht ist und wo sie sich als gefährdet erleben."

Dabei dürfe nicht die Absicht bestimmend sein, "jemanden möglichst bald taufen oder verkirchlichen zu wollen", warnte Feige. "Nur so können wir Erfahrungen vom Reich Gottes ermöglichen, das weit über die Grenzen der Kirche hinausreicht."

Engagement vieler für Flüchtlinge

In diesem Sinne gebe es bereits vieles, sagte Feige. Er nannte kirchliche Angebote wie Segnungen auch von Menschen, die keiner Kirche angehören, an Lebenswenden. "Ich denke aber auch an das Engagement so vieler für Flüchtlinge und Migranten, in der Hospizarbeit, in der Begleitung einsamer und kranker Mitbürger.

"Ich denke an nachbarschaftliche Begegnungen und an den Einsatz für Menschenwürde und gegen Extremismus", so der Bischof.

Wende forderte von Katholiken Neuorientierung

Mauerfall und Wiedervereinigung hätten von ostdeutschen Katholiken eine grundlegende Neuorientierung gefordert. "Nach der Wende war es für uns wichtig, erstmal unser Selbstverständnis in der Öffentlichkeit zu klären: Welche Bedeutung haben wir Christen für dieses Gebiet?", Daraus habe sich schließlich die Perspektive der "schöpferischen Minderheit" entwickelt. Nach der Wende hätten die Kirchen maßgeblich am Zustandekommen der Runden Tische mitgewirkt, betonte Feige. Zugleich sagte er: "Inzwischen sind wir sicher deutlich geschwächt. Die Gläubigenzahlen sind rückläufig, aber wir können in einer Minderheitenlage trotzdem gestaltend wirken.

Feige berichtete, dass Geistliche in der DDR in gewisser Weise "politisch privilegiert" gewesen seien: "Wir konnten in Predigten schon deutlich staatliche Missstände benennen und kritisieren, ohne dass wir dafür zur Verantwortung gezogen wurden." Auch die Bischöfe hätten etwa in ihren Hirtenworten teils "sehr scharf" Kritik am Staat geübt. "Allerdings mussten Katholiken, die vielleicht in gehobeneren Stellungen waren, mit staatlichem Druck rechnen, wenn sie sich nicht von solchen politischen Äußerungen der Geistlichen distanzierten."

"pastorale!" dauert bis Sonntag

Bis zum Sonntag gibt es auf der "pastorale!" die Gelegenheit, vieles davon kennenzulernen.rund 100 Workshops, Vorträge und Diskussionspodien um die Kathedrale Sankt Sebastian und das katholische Roncalli-Haus auf dem Programm. So gibt es Angebote zu Trauerbegleitung mit konfessionslosen Menschen oder Straßenexerzitien in der Fußgängerzone.

Nicht zuletzt diskutieren alle ostdeutschen Bischöfe auf diversen Podien aktuelle Kirchenfragen. Neben den Bistümern gehören auch deren Caritasverbände und Akademien sowie die Wochenzeitung "Tag des Herrn" zu den Ausrichtern.

(KNA)

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