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Symbolbild Kirche und Geld
Erzbischof Stefan Heße
Erzbischof Stefan Heße

11.06.2019

Erzbistum Hamburg steht vor weiteren Sparmaßnahmen Aufgaben und Ausgaben gewichten

Das Erzbistum Hamburg steht vor weiteren Sparmaßnahmen. "Wir müssen unseren schmerzhaften Sanierungskurs fortsetzen", sagte Erzbischof Stefan Heße am Dienstag vor Journalisten. Künftig würden auch andere Finanzquellen benötigt.

Der prognostizierte Rückgang der Kirchenmitgliederzahl um rund 40 Prozent bis 2060 bedeute auch einen Rückgang der Kirchensteuermittel als wesentliche Einnahmequelle des Erzbistums.

Aufgaben und Ausgaben gewichten

Heße kündigte an, dass eine von ihm berufene Gruppe aus elf Experten in den nächsten Wochen mit ihm darüber beraten werde, welche Aufgabenfelder das Erzbistum künftig wie gestalten wolle. "Wenn wir unsere Aufgaben gewichtet haben, können wir auch unsere Ausgaben gewichten", so der Erzbischof.

Bereits 2017 hatte eine Wirtschaftsprüfung ergeben, dass das zu dem Zeitpunkt mit rund 80 Millionen Euro verschuldete Erzbistum bis 2021 eine Überschuldung von etwa 350 Millionen Euro riskiere, wenn nichts dagegen unternommen werde.

Alle Bereiche des Erzbistums auf dem Prüfstand

Derzeit stünden alle Bereiche des Erzbistums auf dem Prüfstand, sagte Heße. Eine große Herausforderung stellten die Immobilien dar. Der Bestand sei zu reduzieren. Heute gebe es etwas mehr als 800 Immobilien im ganzen Erzbistum. Sie lägen zum größten Teil im Bereich der Pfarreien. Bei 198 davon handele es sich um Kirchengebäude.

Laut Heße sollen in Hamburg bei der Schwerpunktsetzung andere Kriterien angelegt werden als in den ländlichen Räumen Schleswig-Holsteins und Mecklenburgs. Zudem hoffe er auf eine stärkere Zusammenarbeit mit den Protestanten. "Da können wir uns ergänzen und überlegen, inwieweit wir in ökumenischer Partnerschaft Gebäude und Lasten teilen und Möglichkeiten eröffnen", so der Erzbischof.

Selbstkritische Worte

Erneut selbstkritisch zeigte sich Heße angesichts der Debatten um die geplante Schließung von derzeit 6 der 21 katholischen Schulen der Hansestadt. Die Beteiligung der Betroffenen sei "nicht sehr gut bewältigt" worden. Im Fall zweier weiterer Schulen liefen derzeit Kooperationsgespräche mit anderen Trägern.

Zumindest für eine der beiden Schulen seien sie "vielversprechend". Das Erzbistum hatte Anfang 2018 angekündigt, wegen seiner prekären Finanzlage bis zu 8 seiner 21 Schulen in Hamburg zu schließen und damit für viele Proteste gesorgt.

(KNA)

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