Der Missbrauchsskandal und die Medien
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Bischof Heiner Wilmer studiert eine Kirchenzeitung
Bischof Heiner Wilmer studiert eine Kirchenzeitung

24.05.2019

Laut Experte werden weitere Bistumszeitungen verschwinden Eine Frage der Wirtschaftlichkeit?

Wie geht es mit deutschen Bistumszeitungen weiter? Der Kommunikationswissenschaftler Christian Klenk erwartet nach dem angekündigten Aus der Kirchenzeitungen aus Mainz, Fulda und Limburg weitere Einstellungen bei der katholischen Presse.

"Schon jetzt haben eine ganze Reihe von Titeln eine Auflage von nur um oder gar schon unter 10.000 Exemplaren - da kommt man schnell an die Frage der Wirtschaftlichkeit", sagte Klenk am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Klenk promovierte zum Thema Katholische Medien in Deutschland, ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) und Kommunikationschef der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Klenk ergänzte: "Die Kirchenzeitungen erleben seit Mitte der 1960er Jahre einen kontinuierlichen Auflagenschwund, der drei Ursachen hat." Erstens gehe die Katholikenzahl zurück und zweitens auch die Kirchenbindung. Drittens habe es in den vergangenen 20 Jahren einen tiefgreifenden Medienwandel gegeben. Junge Menschen informierten sich heute vor allem im Internet. Verschiedene Versuche, sie etwa über spezielle Kirchenzeitungsseiten zu begeistern, seien gescheitert.

Essener Bistumsmagazin "Bene" guter Zukunfstansatz

Ein guter Zukunftsansatz sei das Essener Bistumsmagazin "Bene", das vor einiger Zeit die dortige klassische Kirchenzeitung ersetzt habe, sagte Klenk. "Dadurch, dass das Heft mehrfach im Jahr kostenlos an alle katholischen Haushalte im Bistum geschickt wird, erreicht es auch das Gros der Menschen, die es erreichen soll."

So könne sich die Kirche regelmäßig ins Gedächtnis der breiten Masse bringen. Außer Essen haben inzwischen auch andere Bistümer wie Bamberg und Regensburg ähnliche kostenlose Verteilpublikationen entwickelt.

Nach Klenks Einschätzung können Kirchenzeitungen auch über den Kreis der Gläubigen hinaus relevant sein. "Etwa in gesamtgesellschaftlichen Debatten zu sozialen und ethischen Fragen." Dafür bräuchten sie aber entsprechende Strukturen, die eine fundierte überregionale Berichterstattung mit eigenen Akzenten ermöglichten. Eine große Kirchenzeitung für ganz Deutschland könnte das wohl leisten.

"Das Modell scheitert daran, dass die Bischöfe sich in dieser Frage leider nicht auf ein gemeinsames Modell verständigen können." Dabei könne der Leidensdruck kaum noch größer werden.

Wie die Diözesen Fulda, Mainz und Limburg am Freitag mitteilten, erscheinen ihre Bistumszeitungen nur noch bis Ende 2023. Die Publikationen hätten keine wirtschaftliche Zukunft. Ihre Auflage sank in den vergangenen Jahren von rund 40.000 auf etwa 21.000.

(KNA)

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