Wieskirche vor Entdeckung des Parasitenbefalls
Wieskirche vor Entdeckung des Parasitenbefalls
Der gemeine Holzwurm
Der gemeine Holzwurm

21.05.2019

Augsburger Wallfahrtskirche bekämpft Parasitenbefall Holzwurm knabbert am Weltkulturerbe

Die Wieskirche ist nicht nur Anziehungspunkt für Wallfahrer im Bistum Augsburg, sondern auch für einen Wurm. Der frisst sich nun durch das Holz von Tabernakel und Bänken. Jetzt soll er mit allen Mitteln der Kunst vernichtet werden.

DOMRADIO.DE: Wie haben Sie den Holzwurm überhaupt bemerkt?

Karl Müller-Hindelang (Wallfahrtsreferent der Wieskirche bei Steingaden): Unser Mesner hat den zuerst entdeckt. Und zwar am Tabernakel, weil dort das für den Holzwurm typische Mehl aufgetreten ist. Und dann hat man etwas genauer geschaut und auch festgestellt, dass es an den Bänken auftritt. Gott sei Dank nicht im Gebälk!

DOMRADIO.DE: Also kann man sagen, dass der Holzwurm nicht direkt am Weltkulturerbe knabbert?

Müller-Hindelang: Zum Glück! Man hat das auch nach den Entdeckungen im vergangenen Juli genau untersucht, ob er sich wirklich auf bestimmte Bereiche beschränkt und fand es dann bestätigt. Da war natürlich klar, dass wir möglichst schnell etwas dagegen tun müssen, damit er sich nicht an die Substanz macht.

DOMRADIO.DE: Was ist das Besondere an Ihrer Kirche?

Müller-Hindelang: Die Wieskirche ist ein Rokoko-Kleinod. Man kann sagen, es ist die berühmteste Rokoko-Kirche in Bayern. Sie ist geprägt von diesem besonderen Stuck, von der Verspieltheit der Dekoration, die in Rokoko-Kirchen eingebracht worden ist. Und von außen betrachtet hat sie auch eine ganz besondere Form, weil an den Chorraum kein viereckiger Raum angeschlossen wurde, sondern quasi ein Oval. Das macht schon einen besonderen Blick aus.

DOMRADIO.DE: Im Moment hat sie eben diesen Holzwurm in der Bank. Seit gestern versuchen Sie ihm den Garaus zu machen. Wie?

Müller-Hindelang: Die Bank-Blöcke sind mit Folie überspannt und eingepackt worden, auch mit dem Boden verklebt, sodass das eigentlich luftdicht geschlossen wird. Und in diese Einhausungen wird nun Gas eingeströmt, das dem Holzwurm letztlich den Garaus machen soll.

DOMRADIO.DE: Ist das für irgendjemanden gesundheitsgefährdend?

Müller-Hindelang: Die Kirche ist im Moment hermetisch geschlossen. Es darf niemand außer dem Begasungsmeister hinein. Auch die Türen sind zusätzlich abgeschlossen. Das wäre an sich schon gefährlich, wenn da jemand hinein käme. Aber dafür ist gesorgt, dass das nicht der Fall ist.

DOMRADIO.DE: Jetzt sind Sie Wallfahrtsreferent, rund eine Million Gläubige kommen jedes Jahr, um die Wieskirche zu besuchen. Was machen Sie jetzt mit den Pilgern? Haben die das alle mitgekriegt oder stehen da immer welche vor der Tür und klopfen?

Müller-Hindelang: Das kann man nicht ausschließen, dass diese Woche welche vorbeikommen. Es ist in den vergangenen Wochen in sämtlichen Medien, auch im Internet immer wieder angekündigt worden. Auch außerhalb der Kirche sind Plakate angeschlagen, sodass die Leute gar nicht erst bis zur Kirche gehen müssen, sondern es vorher bereits erfahren. Der Zugang ist komplett verboten und auch unmöglich gemacht worden.

DOMRADIO.DE: Und wann rechnen Sie wieder mit einem normalen Gottesdienst und Wallfahrtsbetrieb? Wann darf man wieder rein und sich auch wieder auf die Bank setzen?

Müller-Hindelang: Am Sonntag geht es wieder weiter. Es wird Freitag oder Samstag das Ganze beendet und dann wird kräftig durchlüftet und das Gas mit normaler Luft ausgeströmt. Und ab Sonntag hoffen wir, dass wir dann ohne Wurmbefall die Kirche wieder nutzen können.

Das Interview führte Heike Sicconi.

(DR)

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