St.-Paulus-Dom in Münster
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08.04.2019

Seelsorger im Bistum Münster fordern schnelle Reformen Kirche leidet unter "Problemstau"

Die systematischen Ursachen für die Krise innerhalb der katholischen Kirche müssen schnell aufgearbeitet werden. Das haben Priester und pastorale Seelsorgemitarbeiter im Bistum Münster gefordert.

"Tiefgreifendes" sei nötig, damit sich die derzeitige Stimmung in der Kirche wieder positiv verändere, sagte der Moderator des Priesterrats, Pfarrer Christoph Gerdemann, im Interview mit der Bistumszeitung "Kirche+Leben" (Sonntag) in Münster. Notwendig seien eine Weiterentwicklung der kirchlichen Sexuallehre sowie Reformen beim Umgang mit Macht.

Das gelte auch für Macht, "die subtil ausgeübt wird und dabei den Respekt und die Würde des anderen ignoriert", so Gerdemann. Er verwies zudem auf mehrere Priester im Bistum, die eine Beurlaubung oder Auszeit beantragt hätten. "Jede Auszeit ist auch eine Anfrage an das Priesterbild und Pfarrerdasein, wie es in einer so verfassten Kirche gelebt gepflegt und erwartet wird. Da gibt es Wandlungsbedarf."

"Mitarbeiter gehen auf dem Zahnfleisch"

Der Mitarbeitervertreter der Pastoralreferenten, Michael Kertelge, hob die Belastung durch die derzeitige Situation für alle Mitarbeiter in der Seelsorge hervor. Die großen kirchlichen Themen schöben sich "wie ein Problemstau vor uns her". Insbesondere die Mitarbeiter in von Missbrauch betroffenen Gemeinden gingen "auf dem Zahnfleisch". Selbst wenn konkrete Fälle "abgearbeitet" sein, blieben oft Gräben in den Gemeinden.

Auf eine "To-Do-Liste" gehören nach Worten Kertelges die Themen Zölibat, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften im kirchlichen Dienst, Stellung der Frau in der Kirche sowie Gemeindeleitung. Zudem beklagte er, dass es im Bistum Münster keine unabhängige Historiker-Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs gebe.

(KNA)

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