06.03.2019

Erzbistum Berlin arbeitet weiter Fälle sexuellen Missbrauchs auf "Geben Sie Acht auf unsere Kinder"

Das Erzbistum Berlin arbeitet weiter Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch Kleriker und andere Mitarbeiter im kirchlichen Dienst auf. Erzbischof Heiner Koch fordert im Hirtenbrief zu besonderer Beachtung der Fälle auf.

Im Jahr 2018 wurden demnach neun neue Vorwürfe erhoben, davon vier gegen Kleriker, wie das Erzbistum am Mittwoch in der Hauptstadt mitteilte. Insgesamt lägen damit bisher 86 Meldungen (Vorjahr: 77) über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs oder sexueller Übergriffe vor. 55 Kleriker würden beschuldigt, gegen 24 von ihnen seien zu Lebzeiten strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden. 33 beschuldigte Priester seien bereits verstorben.

Hirtenbrief zur Fastenzeit

"Geben Sie Acht auf unsere Kinder. Achten Sie auf mögliche Grenzüberschreitungen und Hinweise auf Missbrauch, auf Verstöße und Verletzungen", forderte Erzbischof Heiner Koch in seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit. "Schenken Sie diesen Fällen besondere Beachtung und bringen Sie Ihre Beobachtungen auch zur Sprache!"

Alle maßgeblichen Akten der noch lebenden beschuldigten Geistlichen wurden laut Erzbistum im Dezember 2018 an die zuständigen Staatsanwaltschaften übergeben. Die Übergabe der Akten der bereits verstorbenen Geistlichen werde voraussichtlich bis Mitte März vollständig abgeschlossen sein, hieß es. Zudem würden vom Erzbistum beauftragte Rechtsanwälte als externe Gutachter "die Vorfälle sowie den Umgang damit innerhalb des Bistums anhand der vorliegenden Akten aufarbeiten".

"Leistungen in Anerkennung des Leids"

Gegenstand der Begutachtung sei es etwa, "Strukturen aufzudecken, die in der Vergangenheit sexuellen Missbrauch innerhalb des Erzbistums ermöglicht oder erleichtert und dessen Aufklärung und Ahndung erschwert haben". Dabei werde zugleich geprüft, "in welchem Umfang - unabhängig von den Verfahren der staatlichen Justizbehörden - kirchliche Strafverfahren stattgefunden haben oder noch eingeleitet werden müssen."

Laut dem "aktualisierten Zwischenbericht" wurden bisher 23 Anträge von Opfern sexuellen Missbrauchs auf "Leistungen in Anerkennung des Leids" gestellt und bewilligt mit einer Gesamtsumme von Zahlungen an Betroffene von 89.000 Euro. Weitere 30.000 Euro seien für psychotherapeutische Leistungen oder den Ersatz von Fahrtkosten aufgewendet worden.

Betroffene rief das Erzbistum abermals auf, sich an die Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums, Sigrid Richter-Unger, zu wenden. Erste Gespräche von Erzbischof Koch mit Opfern sexuellen Missbrauchs hätten stattgefunden, weitere seien geplant.

(KNA)

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