Heiner Wilmer während eines Gottesdienstes mit Herz-Jesu-Priestern in Rom
Heiner Wilmer während eines Gottesdienstes mit Herz-Jesu-Priestern in Rom
Pater Heinz Lau, Provinzial der Herz-Jesu-Priester
Pater Heinz Lau, Provinzial der Herz-Jesu-Priester

01.09.2018

Das Apostolat der Herz-Jesu-Priester sind Fremde und Schwachen "Geht zu den Menschen"

Pater Heiner Wilmer gibt für das Bischofsamt seine Aufgabe als Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom auf. Doch was steckt hinter dem Orden der Herz-Jesu-Priester, der Pater Wilmer geprägt hat? Eine Vorstellung. 

Die Herz-Jesu-Priester sind mit ihren sechs Häusern in Deutschland und weltweit tätigen Priestern ein lebendiger Orden. Ob in Freiburg, Neustadt an der Weinstraße, Oberhausen oder Berlin, ob in Maria Martental in der Eifel oder im emsländischen Handrup. Was alle sechs Gemeinschaften täglich eint: das Morgengebet, die Anbetung am Abend, die tägliche Eucharistiefeier. Dies sind die wenigen Konstanten der Ordensgemeinschaft.

"Patres haben mannigfaltige Talente und Aufgaben"

Dazu kommen: gemeinsame Essenszeiten, die gemeinsame Abenderholung, Pflichtlektüre Zeitunglesen wie Ordensgrünger Pater Dehon. Wöchentlich: Info-Kaffee, Bibelgespräch, Austauschrunde. Denn: "Den typischen Herz-Jesu-Priester gibt es nicht", sagt Pater Heinz Lau.

"Ob Akademiker oder Seelsorger, ob Verwaltung oder Therapeut, Mittdreißiger oder Neunzigjähriger, ob Deutscher oder Ausländer,  ob im Schuldienst oder in der Krankenhauspastoral. Alle Patres unserer Gemeinschaft haben mannigfaltige Talente und Aufgaben".

Pater Heinz Lau ist seit 2015 Provinzial der deutschen Ordensprovinz und gehört seit 1970 der katholischen Ordensgemeinschaft an. "Eines aber teilen wir alle: Den Entschluss, sich von Jesus und seiner Gesinnung und Haltung leiten zu lassen."

"Uns ist es wichtig, auf Fremde und Schwache zuzugehen"

50 Herz-Jesu-Priester leben und wirken in Deutschland, über 2000 sind es weltweit in 44 Ländern, in allen Kontinenten. Ende des 19. Jahrhunderts 1878 im Geiste der katholischen Soziallehre von Leo XIII. von Pater Leo Dehon in Frankreich gegründet, wird der Orden auch im 140. Gründungsjahr dem Leitsatz Dehons gerecht: "Geht zu den Menschen".

"Unser Gründer wollte einen Orden, dem insbesondere die Arbeiter, die Kirchenfernen am Herzen liegen", sagt Pater Lau. Und so steht auch das Herz Jesu im Zentrum der Spiritualität der Gemeinschaft. "Für uns ist es ein Symbol für die Art, wie Jesu sich den Menschen zuwandte“, ergänzt er. Es sei Jesu Liebe, seine Barmherzigkeit, Demut, Hilfsbereitschaft, aber auch Freundschaft und Courage, die dem Orden als Vorbild dienen.

"Uns ist es wichtig, auf Fremde und Schwache zuzugehen, sie willkommen zu heißen, vorurteils- und voraussetzungslos, den eigenen Horizont und das Herz für sie weitend“, sagt der Provinzial.

Kennzeichnend für die Herz-Jesu -Spiritualität sei das "Ineinander, nicht Nebeneinander von Mystik und Spiritualität", von Spiritualität und Apostolat, vom Kampf und Kontemplation (Taize). Zwei Brennpunkte einer Ellipse: Mystik - tiefe, innere Verbundenheit mit Jesus Christus; Politik: hellwaches Interesse an sozialen, wirtschaftlichen, politischen Vorgängen. So wird Gebet nie langweilig und Politik nie geistlos.

Überall sind die Priester in die Seelsorge eingebunden

"Nicht für die Sakristei oder für Beerdigungen seid ihr geschaffen, sondern für die Menschen!", sagte Ordensgründer Pater Dehon. Über 140 Jahre später ist der Satz noch immer gültig für die Gemeinschaft.

Der Orden ist Träger des Leoninum, eines Gymnasiums mit 1.300 Schülern im emsländischen Handrup, betreibt in Neustadt an der Weinstraße ein modernes Bildungs- und Tagungshausund Hotelbetrieb und wagt auch mal – wie in Berlin mit einer Klosterneugründung vor fünf Jahren – "pastorale Experimente" der Passanten- und Suchenden-Seelsorge, indem etwa Andachten für Singles angeboten werden oder Rockkonzerte in der Klosterkirche stattfinden.

An allen sechs Standorten sind die Priester in die Seelsorge eingebunden, leiten Pfarreien oder arbeiten in Gemeinden mit. In Oberhausen arbeiten die Patres als Berufsschullehrer, sind in der Citypastoral des Bistums involviert. Das Kloster in Freiburg dient als Ausbildungshaus, wo Studenten aus Brasilien, dem Kongo, Kamerun, Madagaskar und Finnland studieren und wo Menschen mit ihren Nöten täglich Gesprächsmöglichkeiten finden. Das Kloster in Maria Martental reiht sich ein in eine 800-jährige Tradition als Wallfahrtsort. Viele, viele Menschen kommen zu den Gottesdiensten.

Missionszentrale in Krefeld unterstützt Priester weltweit

Die deutsche Ordensprovinz ist zudem auf mannigfaltige Weise im Ausland engagiert - und das seit mehr als einem Jahrhundert. Noch vor dem Ersten Weltkrieg, als der Orden unter das Jesuitengesetz des Bismarck´schen Kulturkampfes fiel, konnte nur ein Kloster auf deutschem Boden über einen Umweg gegründet werden.

In Krefeld eröffneten sie 1912 eine Missionszentrale, um Herz-Jesu-Missionare im Kamerun – damals eine deutsche Kolonie – zu versorgen.  Die "Missionsprokura", heute am Sitz des Provinzialats in Neustadt an der Weinstraße angesiedelt, unterstützt noch über 100 Jahre später mit den Spenden von Wohltätern die Arbeit der Herz-Jesu-Priester weltweit.

"Unsere Mitbrüder sind im pastoralen, pädagogischen und sozialen Bereich tätig und wie es unser Ordensgründer Leo Dehon wollte, immer "bei den Menschen", sagt Pater Horst Steppkes, der Leiter der Missionsprokura.

Pater Wilmer einer von 27 Bischöfen der Gemeinschaft

Ob die Priesterausbildung in Pietermaritzburg (Südafrika), Taubaté (Brasilien) und in Yogyakarta (Indonesien), Eluru (Indien) oder soziale Projekte etwa in Form von Suppenküchen und medizinischen Stationen im Osten Moldawiens (Transnistrien) oder das  Brunnenbohrprojekt in Kamerun. Das Engagement der deutschen Provinz ist beinah weltweit spürbar. Und umgekehrt engagieren sich Herz-Jesu-Priester aus vielen Ländern in Deutschland.

Neben dem "multikulturellen" Ausbildungskloster in Freiburg wirken mehr als ein halbes Dutzend Patres aus Brasilien, etwa als Schulseelsorger, Pfarrer oder Leiter von portugiesischsprachigen Gemeinden. In Deutschland arbeiten auch Herz-Jesu-Priester aus Italien, Polen, Indien und Moldawien und hauchen der deutschen Provinz einen "internationalen Geist" ein.

Wenn am 1. September ein Herz-Jesu-Priester zum Bischof von Hildesheim geweiht wird, freut sich der Orden, auch wenn Pater Heiner Wilmer nach nur drei Jahren als Generaloberer der Gemeinschaft von Rom nach Hildesheim in ein Bistum "wechselt". Er wird damit auch einer neben 26 weiteren "dehonianischen" Bischöfen, die derzeit in aller Welt im Amt sind.

"Pater Wilmer ist sehr gut geeignet für den Bischofssitz in Hildesheim. In vielerlei Hinsicht: menschlich, spirituell, seelsorgerisch und in Leitungsaufgaben", sagt Pater Lau, der selbst Pater Wilmers Nachfolger als Provinzial wurde. Es sind eben die vielen Aufgaben und Talente ihrer Mitglieder, die den Orden der Herz-Jesu-Priester prägen.

Von Markus Nowak

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