Kirchliche Würdenträger gehen Prozessionsweg
Kirchliche Würdenträger gehen Prozessionsweg
Eine Monstranz aus Gold
Symbolbild: Eine Monstranz und ein Kruzifix auf einer Prozession
Pfarrer Thorsten Neudenberger, Sankt Elisabeth in Bergkamen
Pfarrer Thorsten Neudenberger, Sankt Elisabeth in Bergkamen

30.05.2018

Fronleichnamsprozession in Bergkamen abgesagt Das Kreuz mit den Sicherheitsauflagen

Die Fronleichnamsprozession der Kirchengemeinde Sankt Elisabeth in Bergkamen im Ruhrgebiet ist abgesagt. Grund sind neue Sicherheitsbestimmungen der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna und der Polizei, die für Straßenumzüge gelten.

DOMRADIO.DE: So eine Prozession abzusagen, fällt nicht leicht, oder?

Pfarrer Thorsten Neudenberger (Sankt Elisabeth in Bergkamen): Das war eine schwere Entscheidung, weil Prozessionen eigentlich immer nur dann ausgefallen sind, wenn die Wetterlage nicht zuließ, dass sie stattfinden. Das Wetter morgen soll ja eigentlich sehr gut werden, sodass wir auch gerne gegangen wären.

DOMRADIO.DE: Was ist denn da schiefgelaufen, dass Sie das jetzt absagen mussten?

Neudenberger: Wir haben einen Brief vom Planungsamt der Stadt Bergkamen bekommen. In diesem Brief wurde uns mitgeteilt, dass wir erhöhte Sicherheitsbedingungen zu erfüllen hätten. Wir hätten Absperrgitter stellen müssen, drei Lkw oder Pkw an neuralgischen Kreuzungen aufstellen müssen. Wir hätten den Prozessionsweg absperren sollen, auch jeweils mit zwei Wächtern an diesen Absperrungen für die ganze Zeit der Prozession. Und das war doch eine sehr starke Herausforderung.

DOMRADIO.DE: Sie haben davon erst sehr kurzfristig erfahren? Warum? Das alles in nur zwei Wochen zu organisieren, ist schwierig, oder?

Neudenberger: Genau, das ist schwierig zu organisieren. Das ist irgendwie nach Rücksprache mit übergeordneten Behörden so passiert. Warum, weiß ich auch nicht.

DOMRADIO.DE: Nun heißt es, ehrenamtliche Helfer hätten für die Sicherheit sorgen sollen. Aber das war nicht möglich zu organisieren? Oder was war der Grund?

Neudenberger: Das ist schon eine Herausforderung, diese zusätzlichen ehrenamtlichen Helfer zu finden, weil natürlich durch die Aufbauten der Segens-Altäre schon sehr viele Kräfte gebunden sind. Ich war trotzdem zuversichtlich, diese Helferinnen und Helfer zu finden. Die Fragen, die sich mir anschließend aber stellten, waren: Wie ist das, wenn jetzt ehrenamtliche Helfer eine Absperrung vornehmen und es passiert etwas. Wir hoffen das alle nicht, aber es kann durchaus sein, dass ein Auto tatsächlich in diese Absperrung fährt. Wer übernimmt dann die Verantwortung? Wie handle ich in so einem Moment, wenn ich als Ehrenamtlicher da gar keine Erfahrung und auch keine Einweisung habe. Auf was muss ich achten, wenn so etwas passiert? Wer trägt die Verantwortung dann? Die Fragen waren so virulent und brenzlig, dass wir uns letztendlich entschieden haben, für dieses Jahr abzusagen, um die Fragen wirklich zu klären und auch im neuen Jahr neu an den Start gehen zu können.

DOMRADIO.DE: Bei jedem Fußballspiel gibt es viele Hundertschaften von Polizisten, die für Sicherheit sorgen. Warum gibt es dann keine Unterstützung für diese Prozession?

Neudenberger: Das weiß ich im Grunde auch nicht. Allerdings habe ich von Veranstaltungen gehört, die ähnliche Auflagen hatten, von einem Seifenkistenrennen, von einem Schützenumzug. Ich kenne das schon seit ein paar Jahren, weil unsere Kindergärten bei den Martinzügen auch vergleichbare Auflagen haben. Auch sie müssen selber für ihre Sicherheit sorgen und das natürlich nochmal in besonderer Weise für das Pferd, das im Martinszug mitgeht.

DOMRADIO.DE: Das heißt für die kommenden Jahre wird daran gearbeitet? Es wird also in Zukunft wieder eine Prozession geben? 

Neudenberger: Es wird vor den Sommerferien noch ein Gespräch mit unserem Landrat geben, dem Landrat des Kreises Unna. Das betrifft alle Gemeinden hier, wobei ich glaube, dass wir die einzige Gemeinde sind, die tatsächlich absagt. Wir werden nochmal alle zusammensitzen, diese Fragen erörtern und dann hoffentlich auch Antworten auf diese Fragen bekommen können. Für dieses Jahr haben wir entschieden, den Gottesdienst in der Kirche zu feiern und dort auch kräftig zu beten, aber dann im Anschluss nicht herauszukommen.

(DR)

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